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Schröder entspannt: Gehalt kommt auch bei Toronto-Abschied

Dennis Schröder kam als Weltmeister nach Toronto und wollte endlich sein eigenes NBA-Team anführen. Derzeit aber kommt er nur von der Bank. Schröder bleibt gelassen – und ist Realist.

Seit dieser Saison für die Toronto Raptors im Basketball-Dienst: Dennis Schröder (M.).
Foto: Mark J. Terrill/AP/dpa

Dennis Schröder weiß selbst nicht, wo er in einem Monat Basketball spielen wird. Seit die Toronto Raptors ihren Kader um den Jahreswechsel verändert haben, hat der 30-jährige Braunschweiger seinen Stammplatz in der Startaufstellung des NBA-Teams verloren. Was als Versuch von Trainer Darko Rajaković begann, ist nun zur Normalität geworden. Dies hat zu Transfergerüchten und Diskussionen über Schröders Gehalt geführt.

Am 8. Februar endet das Wechselfenster für diese Saison. Es ist unklar, ob Schröder tags darauf mit den Raptors in Toronto gegen die Houston Rockets spielt oder ob er Kanada nach einem halben Jahr schon wieder verlassen hat.

«Das ist ein Luxusproblem»

Dennoch wirkt der beste Spieler der Basketball-Weltmeisterschaft nicht gestresst. Im Gegenteil, Schröder, der bereits seine elfte Saison in der NBA spielt, kennt das Geschäft. Tauschgeschäfte zwischen den Teams, bei denen die Profis wie Schachfiguren behandelt werden, gehören zum Berufsrisiko. Sein Gehalt von insgesamt etwas mehr als 25 Millionen Dollar für seinen Zweijahresvertrag ist nicht gefährdet.

«Ich weiß, dass das ein Business ist hier in den NBA, mein Gehalt ändert sich nicht, ich bin vielleicht in einer anderen Stadt, aber ich kann meine Familie zu mir holen, die bezahlen für die ganzen Reisen – das ist ein Luxusproblem», sagte er der Deutschen Presse-Agentur nach dem 120:126 der Raptors gegen die Los Angeles Clippers. 

Trainer Rajaković und Schröder haben eine gute Beziehung zueinander. Mit der Nummer 17 als Kapitän der Ersatzspieler läuft es für die Raptors viel besser, die eine durchwachsene Saison spielen und um einen Platz in den Playoffs kämpfen müssen. Obwohl man sich von der Idee verabschiedet hat, dass Schröder der wichtigste Spielmacher des Teams ist, bekommt er in den entscheidenden Schlussminuten weiterhin meistens das Vertrauen.

Schröder überzeugt mit Leistung

Schröder spielte gegen die Clippers von Anfang an. Jedoch nur aufgrund einer Verletzung eines Teamkollegen. Im Spiel gegen die Los Angeles Lakers zuvor kam er wie üblich von der Bank. Gegen sein Ex-Team erzielte er zehn Punkte und sechs Vorlagen. Am Mittwochabend waren es beeindruckende 22 Zähler. Seine Leistungen sind in dieser Saison konstant gut.

«Basketball ist ein Teamsport und was auch immer das Team dann braucht, das versuche ich zu bringen», betonte Schröder. «Das können nicht viele, das weiß ich auch, aber ich bin einer von sehr wenigen auf der Welt, die das so machen können und ich glaube, deswegen bin ich auch jetzt eine längere Zeit hier und werde es natürlich weiterhin machen.» 

Weltmeister vertraut auf seine Fähigkeiten

Was er bedeutet: In einer Liga, in der es viele egoistische und herausragende Athleten mit großem Selbstbewusstsein gibt, hat er, dem bereits in den frühen Jahren seiner Karriere mit der Nationalmannschaft Egoismus vorgeworfen wurde, den Anspruch, den Erfolg der Mannschaft über sein eigenes Ego zu stellen.

Und wegen dieser Einstellung sorgt er sich auch nicht um seine Zukunft in der NBA. «Ich glaube, dass sie hier was aufbauen wollen und, dass sie sehen, was ich bringe zu einem Team. Und wenn du so was bringst zu einem Team, da brauchst du dir keine Sorgen machen», sagte Schröder.

Harte Monate liegen vor Toronto

Die jüngsten Zugänge Immanuel Quickley und RJ Barrett sind noch keine zwei Wochen in Toronto, viele Kleinigkeiten passen noch nicht. An Schröders Optimismus kratzt das nicht. «Die nächsten Monate werden natürlich tough, aber wir arbeiten gerade daran, ein Fundament zu legen, die Spieler zu finden, die länger hier bleiben, sodass wir diese Team-Chemie haben als Team und dann greifen wir natürlich an», sagte er. 

Schröder fühlt sich als Teil dieser Sache. Trotzdem ist ihm bewusst, dass sich dies von einem Tag auf den anderen ändern kann.

dpa