Der südkoreanische Fußballverband steht im Verdacht, ausländische Schiedsrichter vor Länderspielen mit Zahlungen für Besuche in Massagesalons, die sexuelle Dienstleistungen anbieten, bestochen zu haben. Die Vorwürfe belasten die Integrität des Fußballs in Südkorea und könnten weitreichende Konseq…
Schwere Vorwürfe gegen KFA: Bestechung von Schiedsrichtern im Fokus

Südkoreanischer Fußballverband unter Verdacht der Schiedsrichterbestechung
Der Fußballverband Südkoreas, besser bekannt als KFA, sieht sich gravierenden Vorwürfen ausgesetzt. Laut Medienberichten soll er vor mindestens sieben Länderspielen ausländischen Schiedsrichtern Geldmittel zur Verfügung gestellt haben, damit diese Massagesalons besuchen, die sexuelle Dienstleistungen offerieren. Diese Anschuldigungen wurden durch einen südkoreanischen Fernsehsender und eine Nachrichtenagentur an die Öffentlichkeit gebracht und betreffen den Zeitraum zwischen 2011 und 2012.
Die Ermittlungen stützen sich auf Kreditkartenabrechnungen sowie auf Dokumente aus einer staatlichen Prüfung. Die Ausgaben für die Besuche in den Massagesalons summierten sich auf mehrere hundert Euro. Ein ehemaliger Funktionär des Verbands gab an, dass solche Praktiken in der Branche nicht unüblich seien und teilweise auch von den Schiedsrichtern erwartet würden.
Besonders brisante Anschuldigungen vor WM-Qualifikationsspiel
Ein besonders schwerwiegender Vorwurf betrifft eine finanzielle Unterstützung für zwei japanische Schiedsrichterassistenten vor einem entscheidenden WM-Qualifikationsspiel gegen Kuwait im Februar 2012. In dieser Partie erzielte Südkorea einen 2:0-Sieg und sicherte sich so den Einzug in die nächste Qualifikationsrunde. Konkrete Beweise dafür, dass die Schiedsrichter während des Spiels zweifelhafte Entscheidungen trafen, liegen jedoch nicht vor.
Frühere Hinweise und rechtliche Gegebenheiten
Bereits im Jahr 2016 wurden diese Vorgänge im Rahmen einer Untersuchung des KFA durch das Ministerium für Kultur, Sport und Tourismus festgestellt, jedoch nicht veröffentlicht. In Südkorea sind Massagesalons, die sexuelle Dienstleistungen anbieten, weit verbreitet, während Prostitution rechtlich verboten ist. Zudem untersagen die Regularien internationaler Fußballverbände jegliche finanziellen Zuwendungen an Schiedsrichter.
Erheblicher politischer Druck auf den KFA
Aktuell steht der südkoreanische Fußballverband unter starkem politischen Druck. Kürzlich wurde eine Razzia in den Räumlichkeiten des KFA durchgeführt. Der Verband sieht sich zudem dem Vorwurf ausgesetzt, bei der Ernennung des ehemaligen Nationaltrainers Hong Myung-bo die üblichen Verfahren umgangen zu haben, indem er ihm den Posten ohne den erforderlichen Bewerbungsprozess angeboten hat.
Diese Vorwürfe werfen ein bedenkliches Licht auf die Integrität des südkoreanischen Fußballs und könnten erhebliche Konsequenzen für den Verband sowie seine Verantwortlichen nach sich ziehen.
Quellen: n-tv, RTL
Bildquelle: Bildquelle: Stephanie Nakagawa auf Unsplash
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