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Sieg gegen den Angstgegner: Handballer in EM-Form

Sieben Tage vor dem EM-Start gegen Österreich testen Deutschlands Handballer gegen den WM-Zweiten Kroatien. In Zagreb besteht das DHB-Team dank seines Keepers – und beendet eine Negativserie.

David Späth spielt im Test gegen Kroatien stark.
Foto: Goran Stanzl/PIXSELL/dpa

Angeführt von Torhüter David Späth haben die deutschen Handballer mit einem Sieg über Angstgegner Kroatien Selbstvertrauen für die Europameisterschaft getankt. Die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason gewann in Zagreb gegen den Vize-Weltmeister mit 32:29 (17:14) und gibt ihren Fans trotz einer schwierigen Auslosung Hoffnung auf eine erfolgreiche EM. Am Sonntag treffen sich beide Teams zur EM-Generalprobe erneut in Hannover.

Vorher hatte die deutsche Mannschaft vier Mal in Folge gegen die von Ex-Bundestrainer Dagur Sigurdsson trainierten Kroaten verloren. Im mit 15.200 Zuschauern ausverkauften Hexenkessel von Zagreb waren Kapitän Johannes Golla, Juri Knorr und Renars Uscins mit je fünf Toren beste Werfer für Deutschland. Späth überragte mit 14 Paraden.

Auf Deutschland wartet die härteste Auslosung seit Jahren

Im Gegensatz zu den Vorjahren entschied sich die deutsche Mannschaft in der direkten Vorbereitung auf die EM bewusst für ein Auswärtsspiel gegen die unbequemen Kroaten. Das Ziel war, die Komfortzone zu verlassen und sich vor der aus deutscher Sicht wohl schwierigsten EM seit Jahren mit einem absoluten Top-Team zu messen.

Denn bereits in den Vorrundenspielen im dänischen Herning gegen Österreich, Serbien und Spanien dürfte die DHB-Riege stark gefordert werden. In der Hauptrunde könnten mit Olympiasieger Dänemark, Titelverteidiger Frankreich und dem WM-Vierten Portugal sowie Norwegen schließlich die besten Teams der Welt warten. «Das wird das härteste Turnier, das ich je gespielt habe», hatte Gislason erklärt.

Wolff guckt zu: Späth erhält den Vorzug

In den Anfangsminuten schaffte es das deutsche Team, die Arena in Zagreb größtenteils ruhig zu halten. Die Gäste konnten von Fehlern der Gastgeber profitieren und Kreisläufer Golla war erfolgreich – der Kapitän erzielte die ersten drei Tore für den DHB. Allerdings schlichen sich danach viele einfache Fehler ins Spiel ein, insbesondere Rückraumspieler Franz Semper leistete sich einige Patzer.

Im Tor wurde Späth anstelle von Andreas Wolff bevorzugt und rechtfertigte das Vertrauen mit sieben Paraden bis zur Pause. Zusammen mit einer gut abgestimmten Abwehr um den DHB-Neuling Tom Kiesler sorgte der impulsive Torhüter dafür, dass der Olympia-Zweite acht Minuten lang ohne Gegentor blieb und aus einem Zwei-Tore-Rückstand ein 17:14 zur Pause machte.

DHB-Team verschläft den Start

Kroatien benötigte nach dem Wiederanpfiff weniger als fünf Minuten, um den Ausgleich auf 18:18 zu erzielen. Allerdings schlichen sich dann erneut mehrere Fehler ins Spiel der Gastgeber ein und Deutschland profitierte von seiner breiten Kaderstärke. Miro Schluroff wirbelte flexibel über das Feld und war sowohl im rechten als auch im linken Rückraum sowie in der Abwehr im Einsatz, als es beim Stand von 23:21 war. Im Innenblock spielte nun Füchse-Profi Matthes Langhoff an der Seite von Golla.

Kroatiens Torhüter Dino Slavic vereitelte in der Schlussphase einige Würfe der Deutschen, wodurch sein Team plötzlich mit 26:24 führte. Trotz mehrerer vergebener Chancen von Marko Grgic gelang es Deutschland, das Spiel noch zu drehen – vor allem dank Späth.

dpa