Im vorentscheidenden Duell um die Olympia-Teilnahme liefert die DHB-Auswahl eine starke zweite Halbzeit ab und hat das Paris-Ticket so gut wie sicher in der Tasche.
Sieg gegen Montenegro: DHB-Frauen können mit Olympia planen

Die Handballerinnen aus Deutschland haben das zweite Olympia-Qualifikationsspiel gewonnen, wobei Torfrau Katharina Filter und Julia Maidhof eine herausragende Leistung zeigten. Damit ist das Paris-Ticket so gut wie sicher.
Nach dem 28:24 (11:7) Sieg gegen den EM-Dritten Montenegro in Neu-Ulm hat das Team von Bundestrainer Markus Gaugisch 4:0 Punkte und kann mit der ersten Olympia-Teilnahme seit 2008 planen. «Ein unfassbar schönes Gefühl. Wir haben einen Riesenschritt gemacht. Ich bin einfach nur froh über die Leistungen, die wir jetzt Schritt für Schritt aufgebaut haben. Geil», sagte Gaugisch in der ARD.
Falls Paraguay als Außenseiter das folgende Spiel gegen Slowenien nicht gewinnen sollte, wäre die Qualifikation der DHB-Auswahl für die Sommerspiele bereits vor dem Turnierabschluss gegen die Südamerikanerinnen am Sonntag (13.30 Uhr/ARD und Dyn) perfekt. Andernfalls reicht gegen Paraguay schon ein Punkt, um das große Ziel zu erreichen. Beste deutsche Werferin vor 4269 Zuschauern war Rückraumspielerin Maidhof, die in ihrem 50. Länderspiel neun Tore erzielte.
Torfrau Filter erneut ein starker Rückhalt
«Es ist wichtig, dass wir diesen Schritt machen. Für die Mannschaft und die gesamte Sportart», sagte Gaugisch vor dem Duell mit Montenegro. Doch seine Schützlinge begannen nervös. Anders als beim überzeugenden 31:25-Auftaktsieg gegen Slowenien gelang im Angriff nicht viel und in den ersten sieben Minuten nur ein Tor.
Immerhin konnte man sich erneut auf Torfrau Filter verlassen. Die 25-Jährige wurde nach dem Spiel als beste Spielerin ausgezeichnet und zeigte viele Paraden. Wie gegen die Sloweninnen war sie auch diesmal ein starker Rückhalt im Tor. Das Team stand in der Defensive kompakt, hatte aber Schwierigkeiten in der Offensive. Glücklicherweise bewies Maidhof große Nervenstärke und verwandelte in den ersten 15 Minuten alle vier Siebenmeter.
Abschlussschwäche bleibt bis zur Pause das große Manko
In der Mitte der ersten Halbzeit führte das deutsche Team mit 7:3 und hatte erstmals vier Tore Vorsprung. Trotzdem gelang es Montenegro in dieser Zeit von acht Minuten nicht zu treffen, aber die deutsche Mannschaft konnte sich nicht entscheidend absetzen, da immer wieder beste Chancen vergeben wurden.
Die mangelnde Abschlussstärke blieb das Hauptproblem. „Lediglich 52 Prozent betrug die Trefferquote in der ersten Halbzeit.“ Daher war es hauptsächlich Filter zu verdanken, dass das Team trotzdem mit einer Vier-Tore-Führung in die Pause ging.
Nach dem Wechsel steigerte sich das DHB-Team. Plötzlich lief es auch in der Offensive gut. Innerhalb weniger Minuten zog der WM-Sechste bis auf zehn Tore (20:10) davon. Damit war der Widerstand des Rivalen gebrochen. Unter dem Jubel der Fans agierte die deutsche Mannschaft nun auch im Abschluss konzentriert, sodass der Sieg nicht mehr in Gefahr geriet, auch wenn die Gegnerinnen bis zum Schluss kämpften. «Sobald du nachlässt, kommen sie. Von der ersten Sekunde an musst du dagegen halten, das haben wir geschafft», sagte Gaugisch.








