Der FC Bayern bleibt an Bayer Leverkusen dran. Der deutsche Meister schleppt sich am Mittwoch in die Weihnachtspause. Wieder trifft der Torjäger.
Sieg in Wolfsburg: FC Bayern gewinnt mit letzter Kraft

Thomas Tuchel ballte beide Hände zu Fäusten, während seine Spieler von den mitgereisten Fans erschöpft gefeiert wurden. Trotz des Fehlens von acht kranken oder verletzten Profis gewann der FC Bayern München mit letzter Kraft mit 2:1 (2:1) gegen den VfL Wolfsburg und bleibt somit in der Fußball-Bundesliga weiterhin an Tabellenführer Bayer Leverkusen dran.
«Es war ganz klar, dass wir uns heute durchbeißen müssen», sagte Bayern-Sportdirektor Christoph Freund beim Pay-TV-Sender Sky. «Das waren ganz wichtige drei Punkte und das tut richtig gut.»
Die Bayern beendeten eines der turbulentesten Jahre ihrer Vereinsgeschichte erfolgreich, dank der Tore von Jamal Musiala in der 33. Minute und Harry Kane in der 43. Minute. Leider wurde ihre Hoffnung auf eine ruhige und entspannte zweite Halbzeit durch das Tor von Maximilian Arnold in der 45.+1 Minute getrübt. Die Wolfsburger drängten den sichtlich erschöpften Rekordmeister immer weiter zurück.
Als die Münchner zuletzt im Februar in der Volkswagen Arena gespielt haben, hatten der Trainer, der Vorstands- und der Sportchef noch andere Namen. Das zeigt deutlich, was beim deutschen Serienmeister im Jahr 2023 alles passiert ist.
Kader extrem ausgedünnt
Dass Trainer Thomas Tuchel beim letzten Auftritt des Jahres nicht einmal mehr einen 18-köpfigen Spieltagskader zusammenbekam, zeigt, dass der Ausfall mehrerer prominenter Namen wie Joshua Kimmich, Leon Goretzka (beide erkrankt), Serge Gnabry und Kingsley Coman (beide verletzt) dazu führte. Dies zeigt aber auch, dass die Bayern im Januar dringend die Versäumnisse des Sommers korrigieren und ihr Aufgebot verstärken müssen. Mit einer derart dünnen Besetzung ist es schwer, Meisterschaft und Champions League zu gewinnen.
Die Beanspruchung dieses Rumpfkaders war vor 28.917 Zuschauern gut ersichtlich. Schon zu Beginn machten die Bayern viele Abspielfehler und hatten Konzentrationsschwierigkeiten, die den aggressiven Wolfsburgern schnelle Konter ermöglichten. Der Schwede Mattias Svanberg verpasste in der 4. Minute eine frühe Führung des VfL.
Musiala im Mittelpunkt
Die Bayern waren wirklich nur zwischen der 15. und 45. Minute dominant. Die Hauptfiguren dabei waren Nationalspieler Musiala, der bereits mit 20 Jahren sein 100. Bundesliga-Spiel absolvierte und mit einem Kopfball das 1:0 erzielte. Torjäger Kane, der mit einem beeindruckenden Distanzschuss sein 21. Saisontor schoss und nun nur noch einen Treffer vom Hinrunden-Rekord des ehemaligen Bayern-Stürmers Robert Lewandowski (22) entfernt ist. Und Bayern-Legende Thomas Müller, der beide Tore vorbereitete.
Der 34-Jährige hatte seinen Vertrag erst am Vortag verlängert und hatte in den letzten Jahren nur einmal kurz darüber nachgedacht, seinen Herzensverein zu verlassen: Das war, als der heutige Wolfsburger Chefcoach Niko Kovac die Münchner von 2019 bis 2020 trainierte.
Obwohl der VfL unter Kovac auch spielerisch begrenzt ist, sind seine Mannschaften immer fit und laufstark. Und das machte den Bayern nach der Halbzeit zu schaffen. Wolfsburg wurde mutiger, Bayern schwächer. In der 58. Minute verhinderte Nationaltorwart Manuel Neuer mit einer Fußabwehr nach einem Solo des Brasilianers Rogerio einen Treffer. Jedoch waren die Gastgeber im letzten Drittel zu ungefährlich, um den Leistungsabfall der Münchner zu bestrafen. Das letzte Aufgebot der Bayern brachte den Vorsprung ins Ziel.








