Intensiv, spannend und spektakulär: Das Duell zwischen Leipzig und Leverkusen entwickelt sich zum erhofften Top-Spiel. Bayer feiert wieder einen späten Sieg, verliert aber einen Schlüsselspieler.
Sieg nach Rückstand: Bayer auch von Leipzig nicht zu knacken

Trotz eines Rückstands und einer schmerzhaften Verletzung hat der Tabellenführer Leverkusen seine Serie von ungeschlagenen Spielen in der Bundesliga auf 18 Spiele ausgedehnt, und der Bayer-Code bleibt unknackbar.
Im Spitzenspiel kämpfte sich der Herbstmeister zu einem 3:2 (0:1)-Sieg bei RB Leipzig und erzielte dabei wie in der Vorwoche den entscheidenden Treffer in der Nachspielzeit.
Xavi Simons (in der 8. Minute) erzielte früh das erste Tor für die Sachsen, Nathan Tella (in der 47. Minute) belohnte Bayer für ihre Bemühungen mit dem Ausgleich vor 46.529 Fans. Lois Openda (in der 56. Minute) brachte RB Leipzig erneut in Führung, die Jonathan Tah (in der 63. Minute) jedoch ausglich, bevor Piero Hincapie (in der 90.+1 Minute) die Entscheidung herbeiführte. Der Tabellenführer liegt nun sieben Punkte vor dem Verfolger Bayer München, der jedoch zwei Spiele weniger absolviert hat.
Die Teams im Top-Spiel mussten nicht auf die Unterstützung ihrer Fans verzichten. Wie erwartet nahmen die Anhänger von Leipzig und Leverkusen nicht am Investoren-Protest gegen die Deutsche Fußball Liga teil. In den meisten anderen Spielen des Spieltags hatten die Fans in den ersten zwölf Minuten durch das Werfen von Gegenständen teilweise für Spielunterbrechungen gesorgt.
Startelf-Comeback von Dani Olmo
Im Duell zwischen dem vorher zweimal sieglosen Brauseclub und der vermeintlich unbesiegbaren Werkself war die Situation anders. Die RB-Fans waren gespannt auf das Comeback von Dani Olmo in der Startelf. Der anfällige Techniker, der zuletzt aufgrund einer Schultereckgelenksprengung außer Gefecht gesetzt war, begann zum ersten Mal seit Anfang September – und die meisten Angriffe der Leipziger liefen über ihn.
Nach weniger als zehn Minuten tanzte Benjamin Sesko Tah aus, gab kurz zu Xaver Schlager weiter, dessen Hereingabe bei Simons ankam. Dass er mit dem Rücken zum Tor stand, störte den Niederländer nicht. Er nahm den Ball mit dem rechten Fuß an, drehte sich und schoss mit dem linken Fuß in die kurze Ecke – unerreichbar. Eine Minute später rutschte Sesko in eine Hereingabe von Olmo, der Ball verfehlte das Tor knapp.
Tah sieht fünfte Gelbe Karte, Frimpong verletzt
Und was ist mit Bayer? Sie hatten einen Plan und eine beeindruckende Spielanlage, mussten jedoch defensiv sofort die nächsten Rückschläge hinnehmen. Tah erhielt seine fünfte Gelbe Karte und wird nächste Woche gegen Borussia Mönchengladbach fehlen. Nach einer halben Stunde war für Jeremie Frimpong Schluss. Der äußerst wichtige Außenverteidiger wurde beim Gang in die Kabine gestützt. Bayer teilte mit, dass er einen schmerzhaften Schlag auf den Unterschenkel erhalten hat.
Ein Ausfall von Frimpong wäre für den Meisterkandidaten äußerst enttäuschend. Der niederländische Nationalspieler erzielte bisher allein in der Liga fünf Tore und sieben Vorlagen und war in der Hinrunde in jedem Spiel dabei. Der Ausfall hatte kaum Auswirkungen auf das Spiel. Leverkusen kombinierte beeindruckend, aber die Abschlüsse kamen fast ausschließlich aus der Ferne. Leipzig lauerte auf Konter und spielte diese meist über Olmo und Simons gekonnt aus – nur der Erfolg blieb zunächst aus.
Ausgerechnet Tella, der für Frimpong eingewechselt wurde, sorgte dafür. Bayer verlagerte das Spiel geschickt auf die linke Angriffsseite und schuf eine Überzahl durch mehrere Pässe. Die scharfe Hereingabe von Alejandro Grimaldo durchquerte den gesamten RB-Strafraum und Tella schob sie einfach ein. Nationalspieler David Raum wirkte dabei recht orientierungslos und bemerkte Tella hinter sich nicht.
Bayer siegt dank Standard-Stärke
Das Spiel gewann nun an Tempo. Florian Wirtz (55.) konnte mit einem Schlenzer den RB-Keeper Janis Blaswich nicht überwinden. Nach dem folgenden Eckstoß erzielte Leipzig die erneute Führung über Simons, Olmo und Openda. Diese hielt nur wenige Minuten an. Tah stieg nach einem Eckstoß am höchsten und glich aus. Schlager fühlte sich bei der Aktion gefoult, aber Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck sah es anders.
Beide Mannschaften neutralisierten sich bis in die Nachspielzeit, dann demonstrierte Bayer erneut seine Stärke bei Standardsituationen. Eine Ecke durchquerte den Strafraum, jedoch entkam Hincapie Schlager und befand sich goldrichtig am zweiten Pfosten – und sprintete wild jubelnd über den halben Platz.








