Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Jannik Sinner entzaubert Djokovic und erreicht das Finale der Australian Open

Der Italiener Jannik Sinner hat im Halbfinale der Australian Open Titelverteidiger Novak Djokovic überraschend geschlagen und steht nun erstmals im Finale eines Grand-Slam-Turniers.

Steht im Finale der Australian Open: Der Italiener Jannik Sinner.
Foto: Andy Wong/AP

Im Halbfinale der Australian Open hat der Italiener Jannik Sinner den Titelverteidiger Novak Djokovic entzaubert und zum ersten Mal das Endspiel bei einem Grand-Slam-Turnier erreicht.

In Melbourne gelang es Sinner überraschenderweise, sich gegen den serbischen Weltranglisten-Ersten mit 6:1, 6:2, 6:7 (6:8), 6:3 durchzusetzen. Für Djokovic, der die Australian Open bereits zehnmal gewonnen hat, war dies die erste Halbfinal-Niederlage bei seinem Lieblingsturnier überhaupt. Sinner verwandelte nach 3:22 Stunden seinen zweiten Matchball.

Sinner: «Im Finale zu stehen, ist großartig»

Im Endspiel am Sonntag trifft Sinner entweder auf Alexander Zverev oder den Russen Daniil Medwedew. Die beiden Erzrivalen werden sich ab 9.30 Uhr (MEZ/Eurosport) im zweiten Halbfinale gegenüberstehen.

«Es war ein sehr schweres Spiel. Ich habe richtig gut angefangen und hatte den Eindruck, dass er sich nicht richtig gut fühlt», sagte Sinner nach seiner eindrucksvollen Vorstellung. «Ich habe letztes Jahr im Halbfinale von Wimbledon gegen ihn verloren, daraus habe ich viel gelernt», sagte der Italiener. «Im Finale zu stehen, ist großartig. Ich werde mit einem Lächeln auf den Platz gehen.»

Sinner begann in der Rod Laver Arena mit einer beeindruckenden Leistung und nahm Djokovic sofort den Aufschlag ab. Der Weltranglisten-Erste wirkte ungewöhnlich gehemmt und machte viele vermeidbare Fehler. Sinner, der bereits Ende des vergangenen Jahres zwei von drei Spielen gegen Djokovic gewonnen hatte, musste nicht einmal sein bestes Tennis spielen, um nach nur 35 Minuten den ersten Satz mit 6:1 zu gewinnen.

Im zweiten Durchgang beherrschte der Italiener das Geschehen nach Belieben, genau wie im erst zweiten Halbfinale auf Grand-Slam-Niveau. Djokovic zeigte auf seinem absoluten Lieblingsplatz ungewohnte Emotionslosigkeit und ließ das Geschehen ohne große Regung über sich ergehen.

Sinner im vierten Satz mit erneutem Break

Erst als er beim Spielstand von 2:4 einen Breakball abwehrte, motivierte sich der Serbe. Sofort war das Publikum präsent und versuchte, Djokovic anzufeuern. Doch Sinner blieb ruhig und gewann auch den zweiten Satz nach nur 73 Minuten. Zu diesem Zeitpunkt hatte Djokovic bereits 29 leichte Fehler gemacht – er hatte sich in Melbourne noch nie so schlecht gefühlt.

Erst im dritten Satz verbesserte sich Djokovic und fand seinen Kampfgeist. Trotzdem schlug Sinner weiterhin unglaublich gut auf und ließ Djokovic im gesamten Match keine einzige Breakchance zu. Trotzdem rettete sich Djokovic in den vierten Satz, indem er einen Matchball im Tiebreak abwehrte. Doch Sinner blieb konzentriert, schaffte im vierten Satz das Break zum 3:1 und war danach nicht mehr aufzuhalten.

dpa