Deutschland muss sich mit dem undankbaren vierten Platz begnügen, während Slowenien überraschend Gold holt und Österreich enttäuscht.
Deutsches Skisprung-Team verpasst erneut Medaillen bei Nordischer Ski-WM
Statt strahlender Medaillen gab es enttäuschte Gesichter: Das deutsche Skisprung-Team musste bei der Nordischen Ski-WM in Trondheim erneut eine klare Niederlage hinnehmen und ging auch im Teamwettbewerb leer aus. Nur 24 Stunden nach dem vierten Platz im Mixed-Wettbewerb gelang es dem Team unter der Leitung von Bundestrainer Stefan Horngacher in der Besetzung Karl Geiger, Stephan Leyhe, Philipp Raimund und Andreas Wellinger erneut nicht, über den undankbaren vierten Rang hinauszukommen.
Österreicher holen nur Silber
Wie schon im Mixed blieb den Deutschen und Chefcoach Horngacher nur die Rolle der freundlichen Gratulanten. «Die Aufgabe wird sein, möglichst selten 120 Meter zu springen. Das ist die Krux», hatte Wellinger noch zuversichtlich angekündigt. Genau dieses Malheur mit zu kurzen Sprüngen passierte dann aber gleich in vier von acht Durchgängen. Wirklich stabil war nur Raimund als dritter Springer.
Die Slowenen um Anze Lanisek flogen überraschend zu Gold und ließen im stimmungsvollen Granasen Skisenter auch Topfavorit Österreich mit Vierschanzentournee-Sieger Daniel Tschofenig sowie Gastgeber Norwegen hinter sich.
Nachdem ein heftiger Sturm die Stadt in Norwegen umrundet hatte, legte sich der Wind rechtzeitig vor dem Wettbewerb, der pünktlich zum Sonnenuntergang begann. Die Springer hatten mehr Glück als die Kombinierer, bei denen die starken Böen am Mittag dazu führten, dass der WM-Wettbewerb auf Freitag verschoben wurde.
Gequälter Blick nach Geigers Patzer
Im Teamwettbewerb konnte das Quartett des Deutschen Skiverbandes (DSV) zwar mithalten und zeigte – insbesondere durch Raimund – positive Ausreißer nach oben. Allerdings verfügten die besten drei Nationen über deutlich mehr Substanz in ihren Reihen und distanzierten Deutschland eindeutig.
Geiger, dessen schwacher zweiter Sprung quasi das Ende der Medaillenhoffnungen war, packte sich ungläubig an den Kopf und verließ mit gequältem Blick den Auslauf.
«Der zweite Sprung ist mir echt nicht gelungen», sagte der 32 Jahre alte Geiger in der ARD. Für Österreich war Silber eine ähnlich große Enttäuschung wie für Deutschland der vierte Rang. Vor zwei Monaten bei der Tournee hatten Tschofenig, Jan Hörl und Stefan Kraft schließlich noch die gesamte Konkurrenz deklassiert.
Erste titellose WM seit 2009?
Bei diesen Titelkämpfen konnte das Skisprung-Team auf der Normalschanze noch drei Medaillen gewinnen. Wellinger und Selina Freitag holten jeweils Silber im Einzel, während das Frauen-Quartett um Freitag Bronze gewann. In der zweiten Woche droht ein sportliches Fiasko mit insgesamt vier Wettbewerben ohne eine Medaille. Die Frauen sind am Freitag (16.30 Uhr/ARD und Eurosport) mit ihrem Einzel dran, die Männer zum Abschluss am Samstag (15.45 Uhr).
Auch für das bisher medaillenlose Langlauf-Team und die stets von Norwegen besiegten Kombinierer verläuft die WM bisher nicht wie geplant. Die Ausreißer nach oben bleiben in allen Bereichen aus, seit dem Ruhetag noch mehr. Der bei Großereignissen traditionell starke deutsche Mannschaft droht die erste titellose WM seit 2009 im tschechischen Liberec.