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Skandal um Norwegens Skispringer: Top-Athleten zu drei Monaten Sperre verurteilt

Die Sperre von Lindvik und Forfang könnte verkürzt werden. Geldstrafen wurden ebenfalls verhängt. Manipulationsskandal überschattete die Titelkämpfe.

Norwegens Skispringer Marius Lindvik ist für drei Monate gesperrt worden. (Archivbild)
Foto: Georg Hochmuth/APA/dpa

Im Skandal um die Manipulation der norwegischen Skispringer wurden die beiden Top-Athleten Marius Lindvik und André Forfang zu einer dreimonatigen Sperre verurteilt. Dies wurde vom Weltverband Fis mit seiner Ethikkommission FEC vereinbart. Die Athleten haben die Sanktionen bereits akzeptiert. Es ist jedoch keine Rede von einer nachträglichen Disqualifikation, von der Andreas Wellinger als Zweiter der Weltmeisterschaft von der Normalschanze hinter Lindvik profitiert hätte.

Die bereits abgesessene Zeit kann von der dreimonatigen Sperre abgezogen werden. Lindvik und Forfang wurden nach dem WM-Skandal bereits für etwa drei Wochen suspendiert. Zudem wurden Geldstrafen in Höhe von 2000 Schweizer Franken verhängt.

Die Wettbewerbe Ende Februar und Anfang März wurden von dem Skandal um manipulierte Anzüge überschattet. Auf anonymen Videos, die veröffentlicht wurden, war zu sehen, wie das norwegische Team die Wettkampfanzüge auf unzulässige Weise bearbeitete. Eine nicht erlaubte Naht wurde hinzugefügt, um mehr Stabilität beim Fliegen in der Luft zu gewährleisten.

Urteil gegen drei Betreuer noch offen

Während der WM wurden drei Betreuer und fünf Springer vorübergehend suspendiert. Nach den Untersuchungen des unabhängigen Ethik-Büros – in fünf Monaten wurden 38 Zeugen befragt und 88 Beweisstücke gesichtet – sind nur noch Weltmeister Lindvik und Team-Olympiasieger Johann André Forfang übrig geblieben. Beide haben nun zugestimmt, dass sie die nächtlichen Anpassungen hätten überprüfen und Fragen dazu stellen sollen. Es wird ihnen jedoch kein tatsächliches Wissen über die Manipulationen vorgeworfen.

Es ist noch unklar, wie die Verantwortlichen urteilen werden. Laut dem norwegischen Sender TV2 wird gegen Cheftrainer Magnus Brevig und zwei Assistenten eine 18-monatige Sperre angestrebt.

Lindvik hatte auf der Normalschanze Gold vor Wellinger gewonnen. Zudem sicherten er und Forfang Medaillen mit dem Team sowie der Mixed-Auswahl.

dpa