Der 31-Jährige gewinnt nacheinander die prestigeträchtigen Torläufe in Kitzbühel und Schladming und schreibt damit nationale Ski-Geschichte.
Deutscher Slalom-Ass Linus Straßer sorgt für Staunen in der Ski-Welt

Slalom-Ass Linus Straßer ist in der Form seines Lebens und sorgt für Staunen in der Ski-Welt. Nach dem Flutlicht-Sieg von Schladming nur drei Tage nach dem Coup von Kitzbühel suchte sogar der Münchner selber nach Worten. «Besser geht es nicht», sagte der 31-Jährige zum Klassiker-Double in Österreich.
Der Sportler des TSV 1860 München schrieb nebenbei nationale Ski-Geschichte, da er der erste Deutsche ist, der sowohl die prestigeträchtigen Torläufe in Kitzbühel als auch in Schladming hintereinander gewonnen hat. Sogar den erfolgreichsten DSV-Slalomfahrern Felix Neureuther und Armin Bittner war dies nicht gelungen.
Straßer hat in der ewigen deutschen Siegerliste mit fünf Erfolgen – vier Slaloms und ein City-Event – zu Thomas Dreßen aufgeschlossen, der kürzlich seine Karriere beendet hat. Vor ihm stehen nur noch Neureuther (13), Markus Wasmeier (9) und Bittner (7).
Straßer fühlt sich «bulletproof»
Straßers Vorstellungen der vergangenen Tage lassen erahnen, dass weitere Siege folgen könnten. Er fühle sich gerade «bulletproof», also unverwundbar, erzählte der Familienvater nach dem Sieg von Schladming im ORF. «Mir kann man hinsetzen, was man will.»
Das hatte er bei dem Nacht-Spektakel eindrucksvoll bewiesen. Weder strömender Regen noch eine schwierige Kurssetzung und eine knifflige Piste im Finale konnten Straßer stoppen. Er gewann mit 0,28 Sekunden Vorsprung von dem Norweger Timon Haugan – die restliche Konkurrenz war schon mehr als eine Sekunde langsamer als der Deutsche. «Das sind Momente fürs Leben», sagte der Triumphator.
Selbst die deutschen Trainer und Betreuer waren baff, wie Alpin-Chef Wolfgang Maier berichtete. Haugan hatte bei seinem zweiten Durchgang eine Fabelzeit vorgelegt, Straßer bekam den Jubel des norwegischen Teams im Starthaus mit. «Shit, habe ich mir gedacht, jetzt muss ich Gas geben», erzählte Straßer im Anschluss grinsend. Er war erstmals in seiner Karriere als Führender und damit letzter Starter in ein Finale gegangen – der Druck vor 22.500 Zuschauern war riesengroß.
Alpin-Chef Maier über Straßer: An der Weltspitze angekommen
«Und dann legt der Linus nochmal einen drauf. Das war sportlich eine absolute Top-Leistung», sagte Maier. Sein Schützling bewies, dass der Kitzbühel-Erfolg kein Zufall war. «Die zwei Siege zeigen, dass Linus jetzt in der absoluten Weltspitze angekommen ist, und das mit Ansage und einer Souveränität, wenn man sein Skifahren anschaut.»
Nachdem der Österreicher Manuel Feller die ersten Slaloms der Saison dominiert hatte, ist der Schwung nun bei Straßer. In der Weltcup-Wertung ist der Deutsche nur noch 132 Zähler hinter dem Tiroler. «Mir fällt Skifahren im Moment sehr einfach. Ich gehe mit einer Lockerheit an den Start. Ich will das Momentum beibehalten und so weitermachen. Aber heute wird erstmal gefeiert», kündigte Straßer an.
Der nächste Slalom findet erst in anderthalb Wochen (4. Februar) in Chamonix in Frankreich statt. Zu dieser Zeit ist der Oberbayer erneut der Topfavorit.








