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Last-Minute-Wahnsinn: Köln erkämpft sich Endspiel um Klassenerhalt

Köln gewinnt 3:2 gegen Berlin, rückt bis auf drei Punkte an Union heran und hofft auf Bundesliga-Verbleib.

Wahnsinn: Der 1. FC Köln dreht die Partie gegen Union Berlin und gewinnt 3:2.
Foto: Federico Gambarini/dpa

Der 1. FC Köln hat durch Last-Minute-Wahnsinn ein Endspiel um den Klassenerhalt erreicht und Union Berlin in diesen Nervenkrimi endgültig hineingezogen.

Nach einem 0:2-Rückstand konnten die Kölner das Spiel gegen die Berliner noch mit 3:2 (1:2) gewinnen und näherten sich Union vor dem letzten Spieltag auf drei Punkte an. Auch der Trainerwechsel von Nenad Bjelica zu Marco Grote brachte den Hauptstädtern vorerst keine Verbesserung.

Köln muss nun in Heidenheim gewinnen und auf eine Heimniederlage von Berlin gegen Freiburg im letzten Spiel von Trainer Christian Streich hoffen, wobei eines der Ergebnisse einen Unterschied von mindestens zwei Toren aufweisen muss.

Deshalb hat der erste Bundesliga-Meister, dessen historischer Titel sich zwei Tage vor dem Spiel zum 60. Mal gejährt hat, noch eine Hoffnung. Union muss noch bangen, um nicht der erste deutsche Verein zu werden, der in derselben Saison als Champions-League-Teilnehmer absteigt. Köln kehrte nach den bisherigen sechs Abstiegen viermal direkt im ersten und zweimal im zweiten Jahr zurück. Da die FIFA-Transfersperre auch im Sommer gilt und die Kölner somit keine Spieler kaufen können, sondern nur verliehene zurückholen können, wäre die Rückkehr diesmal wohl schwieriger als je zuvor.

Union Berlin trifft mit der ersten Gelegenheit

Innenverteidiger Robin Knoche, der den verletzten Ex-Kölner Kevin Vogt ersetzte, erzielte in der 15. Minute das Führungstor für Union. Der Ex-Leverkusener Kevin Volland erhöhte bereits vier Minuten später per Handelfmeter. Kölns Kapitän Florian Kainz verkürzte durch einen Foulelfmeter (45.). Nach dem Ausgleich von Steffen Tigges in der 87. Minute sorgte der Eigengewächs Damion Downs als weiterer Joker in der dritten Minute der Nachspielzeit für den unerwarteten Sieg des FC und brachte das Kölner Stadion zum Beben.

Von ihren fast durchgängig und lautstark singenden Fans angefeuert, zeigten die Kölner von Anfang an Entschlossenheit, ihre letzte Chance nutzen zu wollen. Trotz aller Bemühungen ergab sich zunächst keine nennenswerte Torchance. Dann nutzten die Berliner die erste gelungene Offensivaktion und die erste Ecke zum Tor. Eine raffinierte Variante war dabei nicht erforderlich. Knoche köpfte nach einem Eckball von Christopher Trimmel einfach und unbehindert von Timo Hübers.

Es herrschte kurzzeitig Ruhe im Stadion. Dann erholten sich die Fans – jedoch nicht die Mannschaft. Etwa zwei Minuten später, nach der nächsten Ecke von rechts, gewann Danilo Doekhi das Luftduell gegen Jeff Chabot und Faride Alidou stoppte den Ball unabsichtlich mit dem ausgestreckten Arm.

Den Schiedsrichter Deniz Aytekin wurde von den Kölner Fans ungewöhnlicherweise vor dem Spiel mit Applaus begrüßt. Trotz der Bilder und der aktuellen Handregel hatte er keine andere Möglichkeit, als auf Elfmeter zu entscheiden. Volland traf genau ins Tor und die Kölner ins Herz. Besonders, da Ex-Nationalspieler Luca Waldschmidt direkt danach wieder verletzt vom Feld musste.

Downs versetzt das Stadion in einen Ausnahmezustand

Es herrschte eine gewisse Ernüchterung, das Spiel verlief eher langweilig. Doch dann sorgten die Berliner für Geschenke und ein Elfmeter brachte Köln die Hoffnung zurück. Rani Khedira brachte Hübers nach einem Eckball zu Fall, Aytekin pfiff und Kainz verwandelte.

In der Halbzeitpause versuchte Kölns Trainer Timo Schultz mit zwei Wechseln und einer Systemumstellung alles. Alidou hatte auch eine Großchance, vergab sie jedoch (50.). Köln kämpfte weiter und drückte. Gegen eine allenfalls solide Berliner Mannschaft fehlten lange Zeit die Mittel.

In den letzten fünfzehn Minuten waren auch erste Pfiffe zu hören. Dann traf jedoch Tigges und es waren noch drei Minuten plus Nachspielzeit. Und in diesen drückte Downs den Ball über die Linie. Das Stadion wurde zum Tollhaus, die Kölner Hoffnung lebt doch noch weiter.

dpa