Der Entwurf für ein Sportfördergesetz der Bundesregierung wird zum großen Streitobjekt. Nach dem DOSB lehnen auch die Spitzenverbände das Papier ab.
Spitzenverbände lehnen neues Sportfördergesetz ab

Die Spitzenverbände des deutschen Sports lehnen ebenso wie der Deutsche Olympische Sportbund den Entwurf der Bundesregierung zur neuen Sportförderung ab.
Andreas Michelmann, Sprecher der Spitzenverbände im DOSB und Präsident des Deutschen Handballbundes, wurde in einer Stellungnahme zitiert, dass man den Referentenentwurf des Bundesinnenministeriums (BMI) zum Sportfördergesetz mit großer Enttäuschung zur Kenntnis genommen habe.
Das BMI wird aufgefordert, «zur bisherigen vertrauensvollen, partnerschaftlichen Zusammenarbeit» zurückzukehren und den vorliegenden Gesetzentwurf zu überarbeiten. Andernfalls sehen die Spitzenverbände «kein Fundament für eine zielführende Umsetzung der so wichtigen, gemeinsam angestoßenen Reform», hieß es.
Kritik an geplanter Sportagentur
Die Sportverbände kritisieren wie der DOSB auch die geplante Sportagentur zur Verteilung der Förder-Millionen. Im Gesetzentwurf hat der Bund an entscheidender Stelle das letzte Wort bei grundsätzlichen Fragen für die Mittelvergabe.
Das Zentrum der Reform ist die Sportagentur, die zukünftig die Verantwortung für Steuerung und Förderung übernehmen soll. Ein 18-köpfiger Stiftungsrat, bestehend aus Vertretern des Bundes, der Länder und des DOSB, wird die Leitlinien der Agentur festlegen, wobei die Bundesregierung den Vorsitz innehat und bei Stimmengleichheit entscheidet. Dies entspricht den Vorgaben des Bundestags und den Empfehlungen des Bundesrechnungshofs. Die Spitzenverbände kritisierten jedoch, dass mit dem aktuellen Entwurf keine unabhängige und eigenverantwortliche Agentur geschaffen werde.
Das Innenministerium plant, das neue Sportfördergesetz bis zur Sommerpause im Kabinett zu diskutieren. „Spätestens im Winter soll es dann im Bundestag verabschiedet werden und in Kraft treten.“








