Das Engagement von Clubs im Profifußball für Demokratie und gegen rechts hält der Sportphilosoph Gunter Gebauer für sehr wichtig. Es würde auch rechtsradikale Fans in den Stadien beeindrucken.
Sportphilosoph: Fußball-Einsatz gegen rechts hat hohen Wert

Das Engagement deutscher Profifußball-Vereine für Zusammenhalt und Demokratie in der Gesellschaft sowie gegen Rechtsextremismus wird von dem Sportphilosophen Gunter Gebauer als äußerst bedeutsam angesehen.
«Es hat einen erheblichen Wert, weil rechtsradikale Kreise auch vom Bundesliga-Fußball angezogen werden», sagte der 70 Jahre alte gebürtige Kieler. «Und wenn ihnen da eine konträre Meinung, die fest und überzeugend vorgetragen wird, entgegenschlägt, wird es sie auch beeindrucken.» Das würde aber nicht heißen, dass sie ihre Meinung ändern, «aber es wird ihnen bestimmt ein gewisses Maß an Sicherheit nehmen».
Bundesliga-Vereine wie Werder Bremen, der VfL Bochum, FSV Mainz 05 und der 1. FC Köln engagieren sich derzeit für demokratische Werte und setzen sich gegen Rechtsextremismus ein. Einige haben ihre Fans dazu aufgefordert, Demonstrationen zu unterstützen. Auch Zweitligisten wie Hannover 96 oder der FC St. Pauli sowie der Drittligist Preußen Münster haben ähnliche Aussagen gemacht.
Zunehmende Gefährdung der Demokratie
«Es hat seit langer Zeit schon einige Vereine gegeben, die das aktiv gefördert haben. Das kommt zumeist aus dem Kreis der linken Fans», sagte Gebauer. Diese hätten die Vereinsvorstände und Mannschaften zum Teil dazu gebracht, dass sie sich dazu bekennen: «Ganz neu ist das also nicht. Neu ist, dass es in breiterer Form und stärker die Vereine und Mannschaften dazu bereit sind, mitzuwirken.»
Als Ursache dieses breiteren Engagements im Fußball sieht Gebauer die zunehmende Gefährdung der Demokratie. «Das ist sie zweifellos», betonte er. Außerdem liege es auch daran, dass in Bundesligavereinen viele ausländische Profis engagiert seien. «Die schließen den Kreis um ihre ausländischen Spieler. Ich denke, dass da auch eine Sorge um sie ist», meinte Gebauer.
Ausgangspunkt der aktuellen Diskussionen um Demokratie und Rechtsextremismus ist ein vom Medienhaus Correctiv vorige Woche publik gemachtes Treffen von Rechtsradikalen mit Politikern von AfD und CDU in einer Potsdamer Villa vom 25. November. Der frühere Kopf der rechtsextremen Identitären Bewegung in Österreich, Martin Sellner, hatte dort nach eigenen Angaben über «Remigration» gesprochen. Wenn Rechtsextremisten den Begriff verwenden, meinen sie in der Regel, dass eine große Zahl von Menschen ausländischer Herkunft das Land verlassen soll – auch unter Zwang.








