Deniz Undav erzielt in der neunten Minute der Nachspielzeit das entscheidende Tor zum 3:3 gegen den 1. FC Heidenheim.
Last-Minute-Tor rettet VfB Stuttgart vor Überraschung

Deniz Undav hat mit einem Last-Minute-Tor den VfB Stuttgart vor einer unliebsamen Überraschung gerettet und ein Remis für den Tabellendritten der Fußball-Bundesliga erreicht.
In der neunten Minute der Nachspielzeit erzielte der Stürmer mit seinem 15. Saisontreffer das entscheidende Tor zum 3:3 (1:0) der Stuttgarter im Landesderby der Fußball-Bundesliga gegen den 1. FC Heidenheim. Zuvor hatten die Gastgeber noch eine komfortable 2:0-Führung verspielt: Ein Eigentor von VfB-Schlussmann Alexander Nübel (62. Minute) sowie ein Doppelpack von Tim Kleindienst (84./85.) hatten die Stuttgarter auf dem Weg in die Champions League ins Hintertreffen gebracht, nachdem Serhou Guirassy (41.) und Angelo Stiller (53.) die Gastgeber in Front gebracht hatten. Kurz vor dem Treffer von Undav hatte Heidenheims Nikola Dovedan (90.+6) die Rote Karte gesehen.
Das Unentschieden vor 60.000 Zuschauern war für das Team von Trainer Sebastian Hoeneß inmitten von Turbulenzen in der Vereinspolitik ein sportlicher Rückschlag. Mit einem möglichen Sieg wäre der Tabellendritte bis auf einen Punkt an den FC Bayern München herangerückt. Der Vorsprung auf den Bayern-Bezwinger Borussia Dortmund schmolz zudem auf vier Punkte. Am nächsten Samstag sind die Stuttgarter bei den Westfalen zum Topspiel zu Gast.
Spiel beginnt mit Stimmungsboykott der VfB-Fans
Das 1000. Bundesliga-Spiel in der Stuttgarter Arena, ein kleiner Anteil davon von den Stuttgarter Kickers, begann mit einem Stimmungsboykott der VfB-Fans in den ersten rund zehn Minuten. Mit schwarzen Rauchwolken, schwarzer Kleidung und schwarz hinterlegten Bannern brachten sie ihren Unmut über den eskalierten Machtkampf an der Vereinsspitze zum Ausdruck. «Aufsichtsrat, Investoren, Präsidium: Es reicht!», stand auf einem der Banner.
Der Konflikt mit dem stark in die Kritik geratenen Präsidenten Claus Vogt hatte sich in der Länderspielpause mit weiteren Stellungnahmen und Interviews zugespitzt. «Wir versuchen, das wegzuhalten», hatte VfB-Trainer Sebastian Hoeneß vor der Partie bei DAZN über den angekündigten Protest gesagt: «Was nicht sein darf, ist, dass die Mannschaft darunter leidet. Wir brauchen jetzt acht Spiele volle Unterstützung und wir brauchen Ruhe.»
23. Saisontor von Guirassy
In der Anfangsphase, die von Protesten in der Cannstatter Kurve geprägt war, erzielten die Schwaben ihr erstes Tor. Trotz des vermeintlichen Traumstarts scheiterten Guirassy und Undav knapp im Abseits (8.). Weitere aussichtsreiche Chancen wurden von Undav (13.) und Guirassy fünf Minuten später gegen den Torhüter Kevin Müller vereitelt. Auch Führich konnte den Gäste-Keeper nicht überwinden (39.), bevor das verdiente 1:0 noch vor der Pause fiel: Guirassy schob nach einer Kombination mit Undav und Angelo Stiller sein 23. Bundesliga-Saisontor ein.
Die Gastgeber dominierten das Spiel. Sie konnten sich jedoch auch bei Torhüter Alexander Nübel und seiner Rettungstat mit dem Fuß gegen Jan-Niklas Beste bedanken, um mit der Führung in die Kabine zu gehen. Nübel rettete mit einer Fußabwehr gegen Beste. Heidenheims Linksaußen war nach den Adduktorenproblemen, die ihn zur Abreise von der Nationalelf gezwungen hatten, wieder rechtzeitig fit geworden.
Auch nach der Halbzeitpause beherrschten die Stuttgarter zunächst das Spiel. Den zweiten Treffer leitete Stiller selbst ein und verwandelte dann seinen Doppelpass mit Vorlagengeber Undav. Dass Heidenheim aufholte, war auch dem Club zu verdanken, der nach einer Beste-Ecke und dem Kopfball von Tim Kleindienst schwach aussah und danach verunsichert wirkte. Der eingewechselte Silas traf nur den Pfosten für den VfB (74.). Dann drehte sich das Spiel in den Schlussminuten. Mit der letzten Aktion des Spiels war Undav schließlich doch noch erfolgreich, sein Ausgleich wurde vom Videobeweis bestätigt.








