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Bayer Leverkusen auf dem Weg zum Pokalsieg

Jonathan Tah sorgt mit Kopfball-Tor für den Einzug ins Halbfinale und eine erfolgreiche Generalprobe gegen den FC Bayern München.

Leverkusen hat dank eines späten Tores von Jonathan Tah (2.v.r.) das Pokal-Halbfinale erreicht.
Foto: Federico Gambarini/dpa

Dank Jonathan Tah ist Bayer Leverkusen auf dem besten Weg, den ersten Pokalsieg seit 31 Jahren zu erreichen, und ist offensichtlich bereit für den Bundesliga-Hit gegen den FC Bayern München.

Im phasenweise begeisternden Viertelfinale des DFB-Pokals setzte sich der Tabellenführer durch das Kopfball-Tor des Nationalverteidigers in der letzten Minute mit 3:2 (0:1) gegen den Liga-Dritten VfB Stuttgart durch und absolvierte eine erfolgreiche Generalprobe für das Spitzenspiel am Samstag. Darüber hinaus blieb das Team von Trainer Xabi Alonso auch im 30. Pflichtspiel der Saison ungeschlagen. Kein deutscher Club hatte zuvor eine längere Serie vom Start weg hingelegt.

Robert Andrich (49.) und Amine Adli (66.) hatten zuvor die zweimalige Führung des VfB durch Kapitän Waldemar Anton (11.) und Chris Führich (57.) jeweils ausgeglichen, bevor Tah den zehnten Einzug von Leverkusen ins Halbfinale perfekt machte. Bayer ist nun klarer Favorit auf den Titel, da höchstens ein weiterer Erstligist, Borussia Mönchengladbach, dabei sein wird.

Bisher hat Bayer viermal das Finale erreicht, nach dem Gewinn des einzigen Titels im Jahr 1993 wurden drei Endspiele verloren. Außerdem können die Rheinländer vom Double träumen, da das direkte Duell mit den Bayern in der Liga eine Signal-Wirkung haben wird. Die Stuttgarter, die in den letzten beiden Jahren fast abgestiegen wären, müssen sich auf die angestrebte Qualifikation für die Champions League konzentrieren. Sie haben eindrucksvoll bewiesen, dass sie dazu das Zeug haben.

Stuttgart ohne Torjäger Serhou Guirassy

Auch im Viertelfinale des Pokals hatten die beiden Überraschungsmannschaften der bisherigen Bundesliga-Saison keineswegs Glück gehabt. Bayer hatte vor dem Viertelfinale die beste Offensive mit 16 Toren in drei Spielen und zehn verschiedenen Torschützen. Stuttgart war der einzige Club, der ohne Gegentor geblieben war und hatte unter anderem Vize-Meister Borussia Dortmund aus dem Wettbewerb geworfen.

Die Hoffnung auf die Rückkehr von Torjäger Serhou Guirassy hatte sich jedoch nicht erfüllt. Der Guineer, der in dieser Saison in 16 Pflichtspielen für den VfB 19 Treffer erzielt hat, war zwar vom Afrika-Cup zurückgekehrt, fehlte aber aufgrund einer Magen-Darm-Erkrankung.

Intensive Partie auf Augenhöhe

Von Anfang an war das Spiel intensiv. Anton überwand frühzeitig Edmond Tapsoba nach einem Eckball von Angelo Stiller und köpfte über den Pokal-Torhüter von Bayer, Matej Kovar, ins Tor. Leverkusen erhöhte nun den Druck, aber der VfB stellte sich nicht hinten rein, sondern presste hoch. So entstand auch die große Chance zum 0:2, als Deniz Undav einen Ball von Kovar 20 Meter vor dem Tor abfing und Atakan Karazor bediente, der jedoch viel zu harmlos abschloss (24.).

Bayer hatte erst spät gegen die aufmerksame und körperlich starke Defensive der Gäste Chancen. Und als die Gastgeber in der 40. Minute nach einem sehr guten Spielzug vermeintlich den Ausgleich erzielten, stand Schütze Patrik Schick im Abseits. Bis zur Pause hatte Bayer nun Gelegenheiten, doch Alexander Nübel hielt gut gegen Alejandro Grimaldo (40.) und Schick (42.). Die VfB-Führung zur Pause war dennoch verdient, da in dieser Saison noch kein Gegner die Leverkusener in ihrer eigenen Arena so gefordert hatte wie die Schwaben.

Nach der Halbzeitpause erhöhte Leverkusen jedoch den Druck noch weiter. Zunächst parierte Nübel erneut gut gegen Schick (47.), dann schlenzte Andrich den Ball ins Tor. Aber der VfB blieb mutig, gewann durch gutes Pressing den Ball von Kovar zurück und Führich schloss eiskalt ab. Das Spiel wurde nun noch hochklassiger, noch dramatischer, ein wahrer Pokalfight, und der erst vor drei Minuten eingewechselte Adli glich aus. Aber es wurde noch besser für Bayer, als Tah per Kopf das Tor erzielte.

dpa