Der Revierclub bleibt sieglos, aber erkämpft sich in letzter Minute ein Unentschieden gegen Heidenheim.
Trainerwechsel beim VfL Bochum zeigt nur bedingt Erfolg

Beim VfL Bochum hat sich der Trainerwechsel nur teilweise ausgezahlt. Im ersten Spiel unter der Regie des Letsch-Nachfolgers Heiko Butscher kam der Tabellen-Viertletzte der Fußball-Bundesliga nicht über ein 1:1 (0:0) gegen den 1. FC Heidenheim hinaus. Damit blieb der Revierclub zum siebten Mal in Serie sieglos und muss weiter um den Klassenverbleib bangen.
Der Abstand zum Relegationsplatz 16 schrumpfte auf einen Zähler. Zunächst brachte Keven Schlotterbeck (81.) sein Team durch ein Eigentor in Rückstand, sorgte dann aber in der 90. Minute für den umjubelten Ausgleich. Der Vorsprung auf den Relegationsplatz, den Mainz 05 belegt, beträgt nun noch einen Punkt.
Im Vonovia Ruhrstadion verfolgten 24.414 Zuschauer ein hart umkämpftes Spiel auf durchschnittlichem Niveau mit zwei durch den Videobeweis annullierten Toren. Die Gäste bestätigten ihren Ruf als solide Auswärtsmannschaft: Nur eines der letzten acht Bundesligaspiele in der Fremde wurde verloren.
Bochum sichtlich um Wiedergutmachung bemüht
Die Bochumer Mannschaft, die in der vergangenen Woche in Köln eine 1:0-Führung durch zwei Gegentore in der Nachspielzeit auf dramatische Art und Weise noch verspielt hatte, war sichtlich um Wiedergutmachung bemüht. Von Beginn an übernahm der VfL die Regie und setzte die Gäste unter Druck. Die von Trainer Frank Schmidt gut eingestellte Heidenheimer Abwehr geriet dabei jedoch nicht wirklich ins Wanken.
Beide Teams hatten vor kurzem den FC Bayern mit 3:2 besiegt, was sich nur teilweise auf dem Rasen widerspiegelte. Es gab zwar leidenschaftliche Zweikämpfe, aber es fehlte an spielerischer Kreativität. Der Tabellen-10., der hauptsächlich auf Torsicherung bedacht war, schaffte es zunächst nicht, dem wilden Spiel Struktur zu geben. Nur bei Standards, die von Spezialist Jan-Niklas Beste ausgeführt wurden, war eine gewisse Torgefahr erkennbar.
Erst in der 28. Minute bekamen die Zuschauer die erste echte Torchance zu sehen, als Bochums Linksverteidiger Bernado FC-Keeper Kevin Müller aus spitzem Winkel prüfte. Beim sehenswerten Schuss von Kevin Stöger aus 18 Metern nur vier Minuten später knapp am Tor vorbei war der VfL dem 1:0 noch näher.
Die Heidenheimer lösten sich allmählich vom Druck. Nach zwei vergebenen Chancen durch Tim Kleindienst (40.) und Kevin Sessa (41.) schien die Führung kurz vor der Halbzeit perfekt zu sein. Doch der Treffer von Beste (43.) wurde nach Videobeweis wegen eines Handspiels annulliert.
Erhöhter Unterhaltungswert nach der Pause
Nach dem Wiederanpfiff stieg der Unterhaltungswert. FC-Torhüter Müller konnte nur mit großer Mühe einen Schuss von Takuma Asano (56.) aus 14 Metern abwehren und so den Rückstand für sein Team verhindern. Auch der VfL wurde kurz darauf (63.) ein Tor von Asano nach dem Videobeweis verweigert, da VfL-Kapitän Anthony Losilla ein Foul an Patrick Mainka begangen hatte. Daher blieb das Spiel vorerst torlos.
Es war typisch für die Pechsträhne der Bochumer in den letzten Wochen, dass es schien, als würde die nächste Niederlage durch ein Eigentor von Schotterbeck besiegelt werden und am Ende nicht einmal ein Punktgewinn möglich sein. Doch Schlotterbeck drehte dieses Szenario in letzter Minute um, als er eine Ecke von Stöger mit dem Kopf ins Netz beförderte.








