Der FC Bayern arbeitet an der Algarve an einer erfolgreichen Rückrunde. Die Temperaturen sind mild, die Bedingungen (fast) ideal. Auf der Anlage mitten in einem Golfresort gibt es seltene Einblicke.
Trainingslager: Wie die Bayern den Titelangriff vorbereiten

Wer sich dem FC Bayern München in diesen Tagen nähern will, fährt an Luxus und Rasen vorbei. An den Straßenrändern sammeln sich prächtige Villen, und zwischen, hinter oder vor diesen Häusern schlängeln sich die Golfplätze. «Die besten Europas», wie es auf einem Schild mitten in der portugiesischen Ferienanlage Quinta do Lago westlich von Faro heißt. Nicht weit hinter dem Schild kommt man zu einem Trainingskomplex, der Bus des Fußball-Rekordmeisters steht direkt davor.
Es gibt hier kaum Fans, selbst wenn Chefcoach Thomas Tuchel mit seinem Trainerteam eine Runde Padel-Tennis spielt, schaut trotz der milden Temperaturen fast niemand zu. Die Bedingungen für eine kurze Flucht aus dem deutschen Winter scheinen ideal. Nur die Sonne spielt nicht mit. Zwar zeigt sie sich an der Algarve auch den Münchnern immer mal wieder. Doch nicht nur als Neuzugang Eric Dier zu seinem 30. Geburtstag ein Ständchen von seinen Kollegen gesungen bekommt, versteckt sie sich hinter grauen Wolken.
Mukiele ein Kandidat?
Bis Donnerstag bereiten sich die Bayern in Portugal auf den Start der Rückrunde in der Bundesliga vor. Zunächst wurden Passübungen und intensive Spielformen durchgeführt, natürlich auch mit dem Ziel, Dier schnell zu integrieren. Der gewünschte Rechtsverteidiger fehlt den Münchnern jedoch noch in Portugal. Wahrscheinlich ist Sportdirektor Christoph Freund in München geblieben, um diese Personalie so schnell wie möglich abzuschließen. Angeblich soll Nordi Mukiele von Paris Saint-Germain ein Kandidat sein.
Obwohl es an der Algarve ruhig ist, sind es erneut bewegende Tage für die Bayern. Die emotionale Verabschiedung von Club-Legende Franz Beckenbauer vor dem 3:0 gegen die TSG Hoffenheim am vergangenen Freitag hat nicht nur viele im Verein berührt. Zusätzlich dazu gestaltet sich die Suche nach Verstärkungen auf dem Winter-Transfermarkt schwierig. Und schließlich sickerte auch noch die Nachricht durch, dass Max Eberl zeitnah als Sportvorstand zu seinem Jugendclub zurückkehren soll. Von all dem ist in Portugal nichts zu spüren.
Auf der Trainingsanlage im Golfkomplex wird viel gelacht, während Superstar Harry Kane seinem englischen Kumpel Dier kaum von der Seite weicht. Tuchel kennt sich hier aus, da er bereits 2020 mit seinem Ex-Club Paris Saint-Germain ein paar Tage hier verbracht hat. Der 50-Jährige kommt mit dem Fahrrad zum Platz und scherzt mit seinen Co-Trainern. Auf der anderen Seite verfolgt er hoch konzentriert die Einheiten seiner Spieler und gibt lautstark Anweisungen. Der einzige negative Aspekt war zunächst, dass die Verteidiger Matthijs de Ligt und Dayot Upamecano anscheinend verletzungsbedingt beim Training pausierten.
Grundstein für Angriff auf die Meisterschaft
Es gibt selten Einblicke in die Trainingseinheiten des Rekordmeisters, da die Bayern in München fast immer hinter verschlossenen Türen trainieren. Die aktuellen Einheiten sollen den Grundstein für den Angriff auf die nächste Meisterschaft legen. Vor dem Rückrundenstart am Sonntag gegen Werder Bremen hat Bayer Leverkusen immer noch einen Vorsprung von vier Punkten vor dem FCB, jedoch haben die Bayern ein Spiel weniger gespielt.
Am 10. Februar kommt es in Leverkusen zum Spitzenspiel. Man wolle dort in einer guten Position ankommen, um Leverkusen in dem Spiel wenigstens zu überholen, sagte Tuchel in einem Interview ESPN FC. «Deswegen müssen wir jetzt unsere Hausaufgaben machen», ergänzte er. «Die Situation ist aber auch klar: Wir haben alles zu verlieren. Sie können alles gewinnen.» Portugal soll dafür die Grundlage sein, damit das nicht passiert. Die Bedingungen könnten dafür kaum besser sein.








