Einen Satz lang bringt ein Deutscher die Nummer eins der Tennis-Welt in arge Bedrängnis. Dann setzt sich der Favorit doch durch.
Trotz guter Leistung: Hanfmann verliert gegen Alcaraz

Trotz einer starken Leistung hat Yannick Hanfmann bei den Australian Open eine Überraschung gegen den Weltranglisten-Ersten Carlos Alcaraz klar verpasst. Der 34 Jahre alte Karlsruher verlangte dem Spanier in seinem Zweitrunden-Match vor allem im ersten Satz alles ab, musste sich am Ende in Melbourne aber doch mit 6:7 (4:7), 3:6, 2:6 geschlagen geben.
Bei den Herren ist nur noch ein deutscher Tennisprofi in Alexander Zverev verbleibend. Der Weltranglisten-Dritte wird um 8:30 Uhr MEZ (Eurosport) gegen den Franzosen Alexandre Müller antreten, um in die dritte Runde einzuziehen. Am Donnerstag wird Laura Siegemund gegen die australische Qualifikantin Maddison Inglis spielen.
Langer erster Satz
Hanfmann zeigte von Anfang an in der Rod Laver Arena keinen Respekt vor Alcaraz. Der Davis-Cup-Profi spielte mutig und druckvoll und setzte den French-Open- und US-Open-Champion des vergangenen Jahres immer wieder unter Druck. Hanfmann schaffte ein frühes Break zum 3:1, während Alcaraz etwas überrascht zu seinem neuen Trainerteam schaute.
Zwar nahm der Spanier Hanfmann gleich darauf ebenfalls das Service ab, Hanfmann ließ sich davon aber nicht beirren und brachte den großen Favoriten in arge Bedrängnis. Beim Stand von 5:4 war er nur zwei Punkte vom Satzgewinn entfernt, erst im Tiebreak holte sich Alcaraz den ersten Durchgang – nach 78 Minuten. «Ich wusste, dass er gut spielen würde. Aber es war am Anfang schwerer als gedacht», räumte Alcaraz ein. «Seine Bälle kamen wie Bomben.»
Für Hanfmann war der verlorene erste Satz extrem bitter. «Das ist keine leichte Situation. Du weißt, wir haben jetzt eineinhalb Stunden auf hohem Niveau gespielt und jetzt musst du trotzdem noch drei Sätze gegen die Nummer eins der Welt gewinnen», sagte Hanfmann. «Deshalb ist es über Best-of-Five so brutal schwer, die Topjungs zu schlagen.»
Hanfmann angeschlagen
Hanfmann kämpfte zwar weiterhin gegen die zu erwartende Niederlage an, aber Alcaraz hatte nun die Kontrolle über das Geschehen. Die Nummer eins der Welt erzielte ein frühes Break zum 3:1 und sicherte sich nach 2:01 Stunden auch den zweiten Satz.
Hanfmann ließ sich nach dem Spiel in der Bauchgegend behandeln, spielte jedoch weiter. Trotzdem konnte er Alcaraz nicht mehr in Gefahr bringen. Der Spanier, dem nur noch der Triumph bei den Australian Open als einziger Grand-Slam-Titel fehlt, spielte sein Programm nun routiniert ab und verwandelte seinen dritten Matchball nach 2:44 Stunden. Hanfmann muss also weiterhin auf seine erste dritte Runde bei einem Grand-Slam-Turnier warten.








