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Trotz Querelen in Club-Führung: VfB auf Kurs Königsklasse

Das wird dem VfB Stuttgart guttun: Nach dem Ärger um Präsident Vogt glänzen die Schwaben bei der TSG Hoffenheim. Die Qualifikation für die Champions League wird immer wahrscheinlicher.

VfB-Torjäger Serhou Guirassy (l) dreht nach seinem Treffer zum 2:0 jubelnd ab.
Foto: Jan-Philipp Strobel/dpa

Der VfB Stuttgart hat auf die Turbulenzen in der Vereinsführung reagiert und behält in der Fußball-Bundesliga weiterhin den Kurs Richtung Champions League bei. Mit einem 3:0 (2:0) Sieg gegen die TSG 1899 Hoffenheim festigte das Team unter Trainer Sebastian Hoeneß den dritten Tabellenplatz. Hoffenheim kassierte hingegen zum 21. Mal in Folge mindestens ein Gegentor und konnte nicht ihre Ambitionen auf einen Europapokalplatz unterstreichen.

Der VfB trat vor 30.150 Zuschauern wie eine Spitzenmannschaft auf und gewann verdient dank der Tore von Enzo Millot (16.), Serhou Guirassy (45.+1) und Jamie Leweling (68.). Die TSG war in allen Belangen unterlegen und konnte sich bei Torhüter Oliver Baumann bedanken, dass die zweite Niederlage nacheinander nicht noch höher ausfiel.

Der 18. Sieg in dieser Saison wird den Schwaben nach einer nervenaufreibenden Woche, in der die Querelen an der Vereinsspitze eskaliert waren, guttun. Erst war Präsident Claus Vogt als Aufsichtsratsvorsitzender abgewählt worden. Dann meldeten sich zunächst der 54-Jährige und anschließend weitere Gremien nach und nach zu Wort. Wie gespalten der Verein trotz des Erfolgs in dieser Saison ist, zeigte auch die zuletzt veröffentlichte Aufforderung des Vorstands der AG, der zum «engen Schulterschluss aller» aufrief.

Auch Fans verärgert

In Sinsheim zeigte auch ein Teil der Fans deutlich den Ärger. Sie fühlten sich verraten, schrieben sie auf ein Spruchband und forderten die handelnden Personen auf einem weiteren Banner dazu auf, «den Fehler zu korrigieren» – inklusive eines Ultimatums von zwei Wochen.

Die Mannschaft wurde durch die Streitigkeiten nicht beeinträchtigt, aber die Unterstützung litt nicht darunter. Über 10.000 mitgereiste Fans verwandelten das Südwest-Duell in ein Heimspiel für den VfB. Dies beflügelte das Team, das gut ins Spiel kam und sich im Minutentakt Chancen erarbeitete. Es dauerte jedoch etwas mehr als eine Viertelstunde, bis Millot jubelte.

Hoffenheim kam nicht ins Spiel. Zu bestimmten Zeitpunkten hatten die Stuttgarter mehr als 70 Prozent Ballbesitz. Torwart Alexander Nübel wurde bis zur 44. Minute überhaupt nicht gefordert. Einen Schuss von David Jurasek konnte er sicher parieren. Im Gegenzug erhöhte Guirassy in seinem 50. Pflichtspiel für den VfB auf 2:0.

«Es ist ein wichtiges Duell für uns und das Umfeld. Wir freuen uns extrem auf eine Partie mit vielen Emotionen. Unser Ziel ist es, dass wir die beste Leistung abrufen», hatte TSG-Coach Pellegrino Matarazzo gesagt. Seine Mannschaft konnte den Worten des 46-Jährigen jedoch keine Taten folgen lassen.

Beier kommt nicht zum Zug

Auch nach der Pause versuchte die TSG vergeblich, die Kontrolle zu übernehmen. Die Schwierigkeiten in der Defensive auf das Fehlen der beiden gesperrten Abwehrspieler John Anthony Brooks und Ozan Kabak zu schieben, dürfte nicht ausreichen. Denn auch im Spiel nach vorne klappte wenig. Der in dieser Woche zum ersten Mal in die Nationalmannschaft berufene Maximilian Beier kam überhaupt nicht zum Zug.

Stuttgart schaltete währenddessen in den Verwaltungsmodus um. Wenn der VfB jedoch versuchte, es mit Tempo zu probieren, wurde es gefährlich: Deniz Undav und Guirassy scheiterten nach etwas mehr als einer Stunde noch an Baumann. Dann sorgte der eingewechselte Leweling für die frühzeitige Entscheidung. Andrej Kramaric scheiterte bei der besten Hoffenheimer Gelegenheit an der Latte (74.).

dpa