Die Abschiedstournee von Thomas Tuchel als Bayern-Trainer startete mit einem befreienden 2:1-Sieg dank Doppelpacker Harry Kane gegen RB Leipzig.
Bayern-Trainer Tuchel feiert Sieg dank Doppelpacker Kane

Die Abschiedstournee von Thomas Tuchel als Bayern-Trainer hat mit einem erhofften befreienden Sieg begonnen, dank Doppelpacker Harry Kane.
Im 1000. Bundesliga-Heimspiel konnte Tuchel und das Münchner Starensemble in der Nachspielzeit das 27. Saisontor von Torjäger Kane zum 2:1 (0:0) gegen Angstgegner RB Leipzig bejubeln. Auch das 1:0 hatte Kane erzielt (56.). Mit dem späten Erfolgserlebnis stoppte der Rekordmeister die vorangegangene Niederlagenserie und bleibt zumindest in Sichtweite des acht Punkte besseren Liga-Dominators Bayer Leverkusen.
Der Beschluss zur Trennung am Ende der Saison hatte die gewünschte Wirkung der Bayern-Führung gezeigt – insbesondere in Bezug auf die Leidenschaft. Die Instabilität der Münchner im neuen Jahr wurde jedoch beim vorübergehenden Ausgleich deutlich. Manuel Neuer verhinderte zweimal das 1:1 gegen Benjamin Sesko. Beim erfolgreichen dritten Versuch des RB-Stürmers war der Münchner Kapitän chancenlos, da Leon Goretzka den Ball beim Rettungsversuch ablenkte (70).
Seine neue Entscheidungsfreiheit ohne Rücksicht auf ihre mögliche Langzeitwirkung konnte Tuchel bei der Aufstellung angesichts einer langen Ausfallliste nicht ausschöpfen. So musste Joshua Kimmich rechts hinten aushelfen. «Er ist Vollprofi», sagte Tuchel zur Versetzung des Nationalspielers aus dem Mittelfeldzentrum, wo Youngster Aleksandar Pavlovic überzeugend Regie führte.
Tuchel beobachtete das Geschehen größtenteils sitzend auf einer silbernen Materialkiste. Er sah eine Bayern-Elf, die sehr bemüht war, druckvoll begann, aber nach drei Niederlagen das Selbstverständnis vermisste – und auch eine Portion Glück. Einen Angriff über Pavlovic und Raphael Guerreiro schloss Harry Kane mit dem Kopf ab. Allerdings lenkte RB-Torwart Janis Blaswich den Ball noch an den Pfosten (5.).
Die Situation in Bayern spiegelte sich immer wieder in den Aktionen von Leroy Sané wider. Der Nationalspieler, der zu Beginn der Saison Weltklasseleistungen zeigte, verlor Bälle und konnte gut platziert nicht abschließen (34.). Einen Schuss von Kane, der sogar einen Fallrückzieher versuchte, blockte Sané unglücklich mit dem Rücken (42.). So blieb es torlos zur Halbzeit gegen ein Team aus Leipzig, das nicht die Schärfe der letzten herausragenden Siege in München (3:1 in der Liga, 3:0 im Supercup) zeigte. Trainer Marco Rose haderte viel am Spielfeldrand.
Nach der Halbzeitpause zeigten die Gäste eine offensive Leistung im Spiel. Amadou Haidara testete Nationaltorhüter Manuel Neuer mit einem Distanzschuss, Mohamed Simakan schoss dann bei der folgenden Ecke vorbei (53.). Und dann? Kane traf erneut. Die Leistungskurve des Engländers steigt wieder. Doch im Bayern-Spiel fehlt es an zu vielen Dingen, auch an der Qualität, um einen Vorsprung zu verteidigen. Die jetzt aggressiven und zielstrebigen Leipziger kamen zu Chancen und glichen aus – und kurz vor dem Ende schlug Kane erneut zu.








