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Thomas Tuchel schaut nicht zu: Arsenal statt Leverkusen

Der Münchner Coach verfolgt das Leverkusen-Spiel nicht, sondern konzentriert sich auf Arsenal und das Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League.

Bayern-Traier Thomas Tuchel will sich auf das Viertelfinal-Rückspiel der Champions League gegen den FC Arsenal konzentrieren.
Foto: Sven Hoppe/dpa

Thomas Tuchel möchte sich die Jubel-Bilder aus Leverkusen nach der geplanten Ablösung des FC Bayern als Fußball-Dauermeister lieber nicht auf der Couch zu Hause ansehen.

«Nein, ich schaue es nicht», antwortete der Münchner Coach auf die Frage, ob er am Sonntag (17.30 Uhr/DAZN) den vermutlich letzten Schritt des Liga-Dominators Bayer 04 Leverkusen gegen Werder Bremen zum Premieren-Titel in der Bundesliga live im Fernsehen verfolgen werde. Den (wahren?) Grund fügte der 50-Jährige aber sofort hinzu: «Ich werde Arsenal anschauen.»

Die Gunners spielen zur gleichen Zeit wie das Leverkusen-Spiel in der englischen Premier League gegen Aston Villa. Und das ist natürlich ein Pflichttermin für Tuchel drei Tage vor dem Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen Arsenal. Nach dem 2:2 im Hinspiel in London dreht sich schließlich alles bei Tuchel und beim Noch-Meister um das für den gesamten Verein überragend wichtige K.o.-Spiel am kommenden Mittwoch. Köln? Leverkusen? Alles andere ist in München gerade ziemlich zweitrangig.

Im Zwischenspiel gegen den stark abstiegsbedrohten 1. FC Köln möchte Tuchel vor allem den Ersatzspielern Rhythmus geben und testen, wer den im Rückspiel gegen Arsenal gesperrten Alphonso Davies hinten links ersetzen könnte. Beide Kandidaten, Raphael Guerreiro und Noussair Mazraoui, werden laut Tuchel gegen Köln in der Startelf stehen, ebenso wie vermutlich auch die Offensivakteure Thomas Müller und Kingsley Coman.

Sané bekommt eine Pause

«Wir wechseln eher, um Spieler in Rhythmus zu bringen», kündigte Tuchel an. Neben dem erneut länger verletzten Serge Gnabry wird auch Angriffskollege Leroy Sané gegen Köln pausieren. Das Schambein schmerzt wieder, Tuchel sprach von einer Reaktion nach dem starken Arsenal-Spiel von Sané. Ziel ist nun ein Einsatz des 28-Jährigen im Rückspiel.

Die Schambein-Problematik werde der Nationalspieler «im laufenden Betrieb nicht auskurieren» können, erklärte Tuchel. Das war auch eine schlechte Sané-Nachricht für Bundestrainer Julian Nagelsmann. «Das wird in der laufenden Saison und bei der EM so bleiben», prophezeite Tuchel. Womöglich wird er auch mal Jamal Musiala schonen.

Tuchel für Spiel gegen Köln gesperrt

In der Allianz Arena wird man am Samstag übrigens schon mal ein wenig die Zukunft ohne Tuchel erleben. Denn der am Saisonende scheidende Coach ist nach vier Gelben Karten gesperrt und darf sein Team nicht am Spielfeldrand coachen. «Ich glaube, ich schaue es in der Loge», sagte der 50-Jährige. Seine Assistenten Zsolt Löw und Anthony Barry werden ihn unten vertreten. Zu seiner Zukunft nach Bayern bemerkte Tuchel übrigens, es gebe noch «keine Tendenz»

Im Gegensatz zum FC Bayern auf der Torhüterposition. Die Münchner Bosse sehen in Alexander Nübel weiterhin eine Zukunftslösung nach der Zeit von Kapitän Manuel Neuer. Der bis 2025 laufende Vertrag mit Nübel wurde vom deutschen Rekordmeister um vier Jahre bis zum 30. Juni 2029 verlängert. Der 27-Jährige wird jedoch vorerst weiterhin an den VfB Stuttgart ausgeliehen – und überraschenderweise gleich für weitere zwei Jahre, wie die Bayern am Freitag mitteilten.

Das lässt die Tür offen für den 38 Jahre alten Neuer. Dessen Vertrag endet nach der kommenden Saison. Aber Neuer könnte gewillt sein, noch ein Jahr dranzuhängen. 2026 gibt’s die WM in den USA, Kanada und Mexiko. «Grundsätzlich kann man sich bei Manuel Neuer alles vorstellen, wenn er gesund bleibt», sagte Tuchel, «aber das werden andere entscheiden.» Sportvorstand Max Eberl bezeichnete Neuer, der seit 2011 Bayerns Nummer eins ist, passenderweise in einem Video zur Verlängerung mit Nübel «eine Legende». Nübel zählt er «zu den besten deutschen Torhütern», der sich «hervorragend entwickelt» habe.

Nummer zwei hinter Neuer, das will sich Nübel freilich nicht noch einmal antun wie in seiner ersten Bayern-Spielzeit 2020/21. Er sei «sehr glücklich» über die Entscheidung, bei Bayern zu verlängern und erstmal weiter in Stuttgart «persönlich die nächsten Schritte gehen» zu können, äußerte Nübel. Tuchel sieht übrigens «nur Gewinner in der Konstellation».

dpa