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TV, Finanzen, Europa: Das Wichtigste zum Finale in Wembley

Hätte ein Dortmunder Sieg im Champions-League-Finale Auswirkungen auf die deutschen Europapokal-Starter? Wo ist das Finale zu sehen? Ist Real überhaupt zu schlagen? Die dpa beantwortet einige Fragen.

Im Wembley Stadion findet am 1. Juni das Champions League-Finale zwischen dem BVB und Real Madrid statt.
Foto: Nick Potts/Press Association/dpa

Am Samstag findet im Londoner Wembleystadion das bedeutendste Spiel auf Clubebene weltweit statt – das Finale der europäischen Champions League. Nach vier Jahren gibt es erstmals wieder deutsche Beteiligung, da Borussia Dortmund nach elf Jahren an den Ort zurückkehrt, an dem der Bundesligist sein bislang letztes Finale gegen die Bayern verloren hat. Gegen den weltweit größten Club Real Madrid ist der BVB klarer Außenseiter.

Wo wird das Spiel übertragen?

Das Spiel am Samstag (21.00 Uhr) ist für alle frei im ZDF zu sehen. Die Vorberichterstattung beginnt um 19.25 Uhr. Jochen Breyer moderiert, Oliver Schmidt kommentiert. Als Experten treten die 2014er-Weltmeister Per Mertesacker und Christoph Kramer auf. Die Partie wird auch vom gebührenpflichtigen Internet-Sender DAZN gestreamt, mit Vorberichterstattung ab 20.15 Uhr. Jan Platte kommentiert und Laura Wontorra moderiert. Michael Ballack ist als Experte dabei.

Gemäß der UEFA wird das Spiel in mindestens 90 Ländern weltweit live übertragen. In sieben weiteren Regionen wie Nordafrika und dem Nahen Osten sowie den karibischen oder südamerikanischen Staaten gibt es länderspezifische Lizenzinhaber, wodurch das Spiel in einer deutlich größeren Anzahl von Ländern zu sehen sein wird.

Gibt es in Dortmund für daheimgebliebene BVB-Anhänger Public Viewings?

An drei verschiedenen Standorten in Dortmund wird offizielles Public Viewing angeboten: Am Festplatz Fredenbaum, am Hansaplatz und in den Westfalenhallen. Der Festplatz Fredenbaum bietet Platz für bis zu 20.000 Personen, der Hansaplatz für bis zu 7.500 Personen und in den Westfalenhallen 3 und 4 gibt es Raum für weitere 11.000 Personen. Die ersten beiden Veranstaltungen sind kostenfrei, während der Eintritt in den Westfalenhallen 9,09 Euro beträgt.

Wie groß ist die Chance von Borussia Dortmund?

Real Madrid hat bereits 14 Mal die Champions League oder den Vorläufer-Wettbewerb Europapokal der Landesmeister gewonnen – so oft wie kein anderer Verein in Europa. In den vergangenen zehn Jahren alleine fünfmal. Seit dem Start der Champions League 1992/1993 gewannen die Königlichen alle acht Endspiele, in denen sie seitdem standen. Das letzte Finale eines Europapokals, das Real verlor, liegt bereits 41 Jahre zurück: 1983 gab es im Europapokal der Pokalsieger ein 1:2 nach Verlängerung gegen den FC Aberdeen. «Das ist unfassbar, wenn man die Geschichte dieses Vereins sieht», sagte BVB-Kapitän Emre Can. «Die Außenwelt wird Real vorne sehen und denken, dass sie der sichere Sieger sind, aber es wird nicht einfach gegen uns zu spielen.»

Was bringt den Dortmundern der Finaleinzug finanziell?

Schätzungsweise rund 200 Millionen Euro – einschließlich des Geldes, das der Verein im kommenden Jahr als Teilnehmer der neuen Club-WM in den USA verdienen wird. Bis zum Finale hat der BVB bereits rund 120 Millionen Euro eingenommen, für Real gab es bislang 132 Millionen Euro. Die Summe setzt sich aus Startgeld (15,46 Millionen Euro für jeden Club), Erfolgsprämien (58,46), nationalem Marktpool (rund 20) und der Koeffizienten-Rangliste (27,29) zusammen. In der Koeffizienten-Rangliste wird das Europapokal-Abschneiden der vergangenen zehn Jahre berechnet.

Welche Auswirkung hätte ein Dortmunder Sieg auf die deutschen Europapokalteilnehmer?

Bisher werden in der kommenden Saison fünf Bundesligaclubs in der Champions League antreten: Bayer Leverkusen, der VfB Stuttgart, Bayern München, RB Leipzig und Dortmund. Wenn der BVB die Champions League gewinnen würde, würde auch Eintracht Frankfurt als Tabellensechster der Bundesliga in der europäischen Königsklasse starten. Es würde jedoch keinen zusätzlichen Europapokalstarter aus Deutschland geben. Frankfurt würde einfach in die Champions League aufrücken, die TSG Hoffenheim in der Europa League starten und der 1. FC Heidenheim wie bisher auch an der Qualifikation zur Conference League teilnehmen.

Was ist sonst noch wichtig?

Bei Toni Kroos verlässt mindestens ein Weltmeister von 2014 die große Fußballbühne – zumindest als Vereinsspieler. Der 34-Jährige wird noch bei der Europameisterschaft für Deutschland spielen, bevor er seine Karriere beendet. Es ist unklar, was Mats Hummels tun wird. Der 35 Jahre alte Abwehrspieler von Borussia Dortmund gewann vor zehn Jahren die Weltmeisterschaft mit Kroos. Hummels hat sich noch nicht zu seiner Zukunft geäußert. Sollte auch er aufhören, wäre das Champions-League-Finale sein letztes Spiel. Für die große BVB-Legende Marco Reus ist es auf jeden Fall der letzte Auftritt für die Dortmunder. Der 34-Jährige wird in der nächsten Saison nicht mehr für die Westfalen spielen, plant aber seine Karriere im Ausland – wahrscheinlich in den USA – fortzusetzen.

dpa