Djokovic profitierte von gesundheitlichen Problemen seiner Gegner und steht nun vor Härtetest gegen Titelverteidiger Sinner.
Novak Djokovic erreicht Halbfinale der Australian Open auf kuriose Weise

Novak Djokovic hat auf ungewöhnliche Weise das Halbfinale der Australian Open erreicht. Nachdem der Rekord-Grand-Slam-Champion bereits im Achtelfinale kampflos weiterkam, weil sein tschechischer Gegner Jakub Mensik wegen einer Verletzung nicht antreten konnte, profitierte er im Viertelfinale erneut von den gesundheitlichen Problemen seines Gegners.
Djokovic lag in Melbourne gegen Lorenzo Musetti mit 0:2-Sätzen zurück, als der bis dato brillant aufspielende Italiener beim Stand von 6:4, 6:3, 1:3 aus seiner Sicht wegen Muskelproblemen aufgeben musste. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Musetti den zehnmaligen Melbourne-Champion, der am Freitag auf Vorjahressieger Jannik Sinner trifft, phasenweise vorgeführt.
«Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Er war der deutlich bessere Spieler, ich war quasi schon auf dem Weg nach Hause», sagte Djokovic nach dem plötzlichen Ende der Partie in der Rod Laver Arena. «Wenn man in einem Viertelfinale 2:0-Sätze vorne liegt und das Match komplett unter Kontrolle hat, dann ist es extrem bitter, verletzt aufgeben zu müssen», sagte die langjährige Nummer eins. «Er hätte heute der Gewinner sein sollen, ohne Zweifel.»
Musetti tief enttäuscht
Musetti, der von einem Muskelfaserriss ausgeht, war nach dem bitteren Ende tief enttäuscht. «Ich habe keine Worte, um zu sagen, wie schwer es für mich ist», sagte der Weltranglisten-Fünfte aus Italien. «Es ist definitiv meine bitterste Aufgabe, wenn man bedenkt, wie gut ich gespielt habe und wenn man sich den Spielstand anschaut.»
Djokovic steht jedoch im Halbfinale. «Ich hatte ein Freilos in der vierten Runde, und heute hätte ich verlieren müssen, liege mit 0:2-Sätzen hinten und gewinne. Ich verdopple heute meine Gebete und danke dem Gott, der mir eine weitere Chance gibt», sagte der Serbe.
Top Vier im Halbfinale unter sich
Djokovic wird nun auf Titelverteidiger Sinner treffen. Der Italiener besiegte Ben Shelton aus den USA deutlich mit 6:3, 6:4, 6:4 und präsentierte dabei seine bisher beste Turnierleistung. Sinner steht somit zum sechsten Mal in Folge in einem Grand-Slam-Halbfinale, in Melbourne hat er seit 19 Spielen nicht verloren.
Nun wartet der Härtetest gegen Djokovic. «Für diese Momente stehst du morgens auf und trainierst», sagte Sinner. «Ich weiß, dass ich gegen Novak mein bestes Tennis spielen muss.»
Im zweiten Halbfinale am Freitag trifft Alexander Zverev auf den Weltranglistenersten Carlos Alcaraz aus Spanien. Somit stehen die Top Vier der Weltrangliste im Halbfinale.








