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Verstappen rast auf Pole in Bahrain – Hülkenberg Zehnter

Es ist die 33. seiner Formel-1-Karriere: Titelverteidiger Max Verstappen holt sich die Pole Position für das erste Rennen der Saison. Und er ist selbst ein bisschen überrascht.

Sicherte sich für den Saisonauftakt in Bahrain die Pole Position: Max Verstappen.
Foto: Darko Bandic/AP

Max Verstappen hat sich unbeeindruckt von den Schlagzeilen um seinen Teamchef die Pole Position für den Rennauftakt in seine vierte Formel-1-Titelmission gesichert. Der 26-jährige Niederländer raste in Sakhir in der Qualifikation zum Großen Preis von Bahrain auf den ersten Platz und kommentierte es via Funk mit einem herzhaften Lachen.

«Es hat ziemlich Spaß gemacht. Es war aber ein bisschen unerwartet», sagte Verstappen mit einem verschmitzten Lächeln. Nach turbulenten Tagen um das Weltmeister-Team und einem anfangs leicht schwächelnden Champion war es der sportlich perfekte Einstand in diese Saison.

Charles Leclerc im Ferrari sicherte sich den zweiten Startplatz für das Rennen, das bereits an diesem Samstag um 16.00 Uhr MEZ auf Sky und RTL stattfindet, aufgrund des bevorstehenden islamischen Fastenmonats Ramadan vor George Russell im Mercedes. Carlos Sainz belegte den vierten Platz im zweiten Wagen der Scuderia. Lewis Hamilton, der Rekordweltmeister, für den Sainz nach der Saison sein Ferrari-Cockpit räumen muss, landete nur auf dem neunten Platz – einen Rang vor dem überraschend starken Nico Hülkenberg im Haas.

Wolff zu Fall Horner: «Natürlich nervt es jeden»

Nach Dauerschlagzeilen und anonymen Mails um Red Bulls Teamchef Christian Horner schaltete die Formel 1 am kühlen Abend in der Wüste von Sakhir zum ersten Mal in diesem Jahr auf den K.o.-Modus. «Es ist der Zeitpunkt gekommen, dass wir uns aufs Rennfahren konzentrieren müssen», sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff dem Sender Sky: «Natürlich nervt es jeden, aber irgendwann musst du das abschalten.»

Die Angelegenheit ist jedoch noch lange nicht abgeschlossen, obwohl die Beschwerde einer Mitarbeiterin gegen Horner wegen unangemessenen Verhaltens am Mittwoch vom Red-Bull-Mutterkonzern abgelehnt wurde. Nachdem die E-Mails aufgetaucht sind, wird eine Reaktion des Weltverbands und der Formel-1-Bosse erwartet.

Verstappens Probleme in Bahrain mit dem neuen RB20 scheinen unabhängig von seinem Chef zu sein. Trotz fehlender Bestzeit in den drei Trainingseinheiten vor dem Qualifying kritisierte der dreifache Champion immer wieder das Auto.

«Ich würde nicht sagen, wir schwächeln. Wir sind nicht so souverän, wie wir im Test waren», meinte Red Bulls Motorsportberater Helmut Marko. Die niedrigen Temperaturen – gerade mal 18 Grad Außentemperatur der Wind betreffe sie stärker als die anderen. Das ist nie ein gutes Zeichen.

Verstappen sichert sich 33. Pole seiner Karriere

Es wurde schnell deutlich, dass es knapp werden könnte. Im ersten Zeitabschnitt landete Verstappen mit einem Rückstand von 0,122 Sekunden auf Sainz auf dem dritten Platz. Dazwischen schaffte es noch Lance Stroll im Aston Martin. War es jedoch bis dahin nur ein Bluff von Verstappen?

Plötzlich führte Verstappen im Mittelabschnitt mit über einer halben Sekunde Vorsprung. Leclerc schob sich mit einer Zauberrunde vor ihn. Überraschend war jedoch auch im zweiten Zeitabschnitt vor allem Hülkenberg, der im Gegensatz zum Teamkollegen Kevin Magnussen als Sechster in den Kampf um die Top Ten einzog.

Also noch einmal zwölf Minuten, kein Pokern, kein Bluffen mehr. Erster Versuch: Verstappen auf eins. Es war, als hätte er gewartet, bis es ernst wird. Denn den Pole-Platz, den 33. seiner Karriere, ließ er sich nicht mehr nehmen. «Das Rennen wird eng, aber ich bin zuversichtlich», sagte er.

dpa