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Verstappen triumphiert in Montréal mit sechstem Saisonsieg

Der Weltmeister behält die Nerven bei wechselhaften Bedingungen und baut seine Gesamtführung weiter aus.

Max Verstappen hat auch den Großen Preis von Kanada für sich entschieden.
Foto: Paul Chiasson/The Canadian Press/AP/dpa

Max Verstappen hat während des Wetterchaos in Montréal ruhig geblieben und seine Führung in der Formel 1 mit dem sechsten Saisonsieg weiter ausgebaut.

Unter wechselhaften Bedingungen mit zwei Regenschauern siegte der Weltmeister aus den Niederlanden erneut beim Großen Preis von Kanada, wie bereits im Vorjahr. Auf dem zweiten Platz landete der Brite Lando Norris im McLaren hinter dem Red-Bull-Star. George Russell von Mercedes, der die Poleposition innehatte, wurde Dritter vor seinem Teamkollegen und Rekordweltmeister Lewis Hamilton.

Dank seines 60. Karrieresiegs liegt Verstappen nun mit einem Vorsprung von 56 Punkten vor Charles Leclerc im Ferrari komfortabel in der Gesamtwertung vorne. Der Monegasse musste sein Auto zwei Wochen nach seinem bejubelten Sieg bei seinem Heimrennen vorzeitig abstellen und ging leer aus. Zuvor war Leclerc sogar Letzter – auch, weil sich sein Team bei der Reifenwahl verspekulierte.

Hülkenberg verzockt sich mit den Reifen

Nachdem er überraschend die Pole-Position erobert hatte, verteidigte Russell im Regen seinen ersten Startplatz. Bei schlechter Sicht durch viel Gischt blieb Verstappen dahinter auf dem zweiten Platz in Lauerstellung. Auf der rutschigen Strecke bestand zu Beginn ein hohes Risiko von Ausfällen, da das Wasser abtransportiert werden musste. Dies nutzten die Haas-Piloten, die als einzige mit Regenreifen gestartet waren. Nico Hülkenberg hatte sich schnell von Platz 18 auf den achten Platz vorgearbeitet, Kevin Magnussen war zwischenzeitlich sogar Vierter.

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Nach sechs Runden klarte es auf. Magnussen wechselte die Reifen schnell, während Hülkenberg experimentierte und als einziger Fahrer die Intermediate-Walzen nicht montieren ließ. Ein Fehler. Plötzlich war der Rheinländer Vorletzter und beendete das Rennen auf dem elften Platz.

An der Spitze behielt der 26-jährige Russell weiterhin einen Vorsprung von gut zwei Sekunden vor Verstappen, gefolgt von Lando Norris und seinem Teamkollegen Oscar Piastri. Verstappen, der Titelverteidiger und Vorjahressieger, fuhr aggressiver und setzte Russell unter Druck. Der Vorsprung schrumpfte auf unter eine Sekunde, aber das Überholen war schwierig. Wer die trockene, schmale Asphaltspur verließ, riskierte abzufliegen. Als Verstappen in der 17. von 70 Runden einen Fehler machte, kam Norris plötzlich ganz nah an den Weltmeister heran.

Norris rast an die Spitze – aber nicht lange

Vier Runden später überholte Norris schließlich Verstappen und übernahm kurz darauf die Führung. Russell konnte dem schnellen McLaren nicht standhalten, verpasste dann eine Kurve und musste auch Verstappen vorbeilassen. Norris, der Anfang Mai in Miami seinen ersten Karrieresieg gefeiert hatte, fuhr sehr schnell und setzte sich rasch um mehr als acht Sekunden vom Rest des Feldes ab.

Es blieb bei diesem Ergebnis, weil Williams-Fahrer Logan Sargeant einen Unfall hatte. Der Amerikaner prallte nach einem Fahrfehler gegen die Streckenbegrenzung, sein Auto musste während einer Safety-Car-Phase geborgen werden. Nach den Reifenwechseln an der Spitze des Feldes führte Verstappen und behielt die Führung, als der Regen erneut einsetzte. Ferrari verpasste auch mit Leclerc die richtige Strategie, er war mit Slicks auf nasser Strecke chancenlos und wurde sogar überrundet. In der 43. Runde war für ihn Schluss.

Nach dem kurzen Regenschauer trocknete der Asphalt recht schnell wieder ab. Mit noch 30 ausstehenden Runden nutzte Verstappen die kleinen Fehler seiner Verfolger aus, um mehr als vier Sekunden Vorsprung herauszufahren. Der Champion holte sich danach genau wie Norris Trockenreifen und baute seinen Vorsprung erneut aus.

Es wurde jedoch erneut hektisch. Sergio Pérez schied im zweiten Red Bull aus, dann musste eine zweite Safety-Car-Phase eingelegt werden, da auch Alexander Albon im zweiten Williams in die Bande fuhr und abgeschleppt werden musste. Elf Runden vor Schluss wurde das Rennen fortgesetzt. Verstappen machte keine Fehler mehr und sicherte sich den nächsten Erfolg auf dem Weg zu seinem vierten aufeinanderfolgenden WM-Titel.

dpa