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VfB gewinnt trotz langer Unterzahl in Darmstadt

Der VfB Stuttgart siegt nach einem Kraftakt bei Aufsteiger Darmstadt. Die erste Halbzeit dauert wegen Unterbrechungen rund 70 Minuten. Ein Spieler der Gäste fliegt vom Platz.

Stuttgarts Torschütze Serhou Guirassy (r) im Kopfballduell mit dem Darmstädter Christoph Zimmermann.
Foto: Ursula Düren/dpa

Der VfB Stuttgart nähert sich weiterhin der Champions League, während der SV Darmstadt 98 dem Abstieg entgegensteuert. Die Schwaben siegten trotz einer kompletten Halbzeit in Unterzahl bei den Hessen mit 2:1 (1:0).

Der Torschütze Serhou Guirassy (14. Minute) und der eingewechselte Mahmoud Dahoud (90.+2) trafen für die Stuttgarter, die ihren vierten Sieg in Folge in der Fußball-Bundesliga feierten und den dritten Tabellenplatz festigten. Schlusslicht Darmstadt konnte die Gelb-Rote Karte gegen VfB-Verteidiger Pascal Stenzel (45.+22) nicht nutzen und ist nun schon seit 15 Liga-Partien sieglos. Das Tor von Joker Aaron Seydel (90.+5) kam zu spät.

Guirassy erstmals seit Dezember in der Startelf

Die Stuttgarter begannen stark und belohnten sich mit der Führung durch Guirassy. Der Rückkehrer vom Afrika-Cup stand zum ersten Mal seit Mitte Dezember wieder in der Startelf – und nach einer Ecke, die die Darmstädter nicht verteidigen konnten, stand er goldrichtig. Nach einem Pass von Kapitän Waldemar Anton traf der guineische Nationalspieler per Kopf. Es war bereits sein 20. Pflichtspieltor in dieser Saison.

Die Gastgeber reagierten sofort, aber das vermeintliche 1:1 durch Marvin Mehlem wurde nicht anerkannt. Der Ball war Stürmer Sebastian Polter zuvor an die Hand gesprungen, Schiedsrichter Tobias Welz nahm den Treffer nach einem Videocheck zurück (16.).

Kurze Zeit später warfen auch in Darmstadt aus Protest gegen die Investorenpläne der DFL Fans beider Lager Tennisbälle auf den Rasen. Schiedsrichter Welz unterbrach das Spiel zweimal und insgesamt für etwa 18 Minuten. Das Schiedsrichtergespann beriet sich an der Seitenlinie, während die Spieler versuchten, sich auf dem Platz warmzuhalten.

Es schien, als hätte der VfB durch die lange Pause seinen Rhythmus verloren. Die Darmstädter waren nach dem Wiederbeginn des Spiels mutiger und suchten den Weg nach vorne. Stürmer Luca Pfeiffer scheiterte mit einem kräftigen Schuss an Fabian Bredlow, der erneut den angeschlagenen Stammtorhüter Alexander Nübel von Stuttgart vertrat (41.). In der Nachspielzeit verhinderte VfB-Abwehrchef Anton mit knapper Not ein Eigentor, als er einen Pass abfangen wollte (45.+4).

Erste Halbzeit nach rund 70 Minuten beendet

Die Partie wurde zunehmend chaotischer und unstrukturierter – Stuttgarts Stenzel stieß seinen Gegenspieler Mehlem mit dem Arm ins Gesicht und wurde dafür mit Gelb-Rot bestraft. Nach etwa 70 Minuten wurde die erste Halbzeit schließlich abgepfiffen.

Nach der Halbzeit konzentrierte sich der VfB hauptsächlich auf die Defensive, wobei Josha Vagnoman den offensiveren Jamie Leweling auf der rechten Seite ersetzte. Die Darmstädter kontrollierten das Spiel, hatten jedoch nur selten zwingende Chancen – wie in der 59. Minute, als Stuttgarts Anton auf der Linie klärte.

Je länger das Spiel dauerte, desto weniger Entlastung erhielten die Gäste. Der Großteil der 17.810 Zuschauer im Böllenfalltor feuerte die Lilien an, aber insgesamt blieben sie zu harmlos. In der Schlussphase gab es jedoch noch zwei Chancen für den VfB: Zuerst traf Woo-yeong Jeong den Pfosten (88.), dann erzielte der aus England ausgeliehene Dahoud ein Tor. Seydel verkürzte für den leidenschaftlich kämpfenden Aufsteiger – mehr war nicht möglich.

dpa