Bei der Fernseh-Bilanz des Jahres ist die Fußball-Nationalmannschaft wieder nicht die Nummer eins. Und im Quoten-Ranking gibt es weitere interessante Zahlen.
Was die Sportfans am liebsten im Fernsehen schauen

Obwohl sie in der Vorrunde der WM ausgeschieden sind, sind die deutschen Fußballerinnen bei den Fans besonders beliebt: Zum zweiten Mal in Folge sind sie die TV-Königinnen. Am 30. Juli sahen 10,374 Millionen Menschen das Spiel der DFB-Frauen gegen Kolumbien in der ARD während der Weltmeisterschaft und sicherten so den ersten Platz in der Quoten-Bilanz 2023.
Die Abstimmung mit der Fernbedienung war knapp. Das Fußball-Länderspiel der Männer zwischen Deutschland und Frankreich hatte die zweitmeisten TV-Zuschauer. Beim einmaligen Trainer-Einsatz von Rudi Völler hatten am 12. September 10,369 Millionen das Erste eingeschaltet.
Im letzten Jahr waren die deutschen Frauen bereits die Spitzenreiterinnen im Quoten-Ranking – damals jedoch mit einer deutlich höheren Zuschauerzahl. Am 31. Juli 2022 hatten 17,952 Millionen Menschen das EM-Finale im Ersten gesehen. Der Unterschied besteht darin, dass das WM-Spiel in diesem Sommer in Sydney zur deutschen Mittagszeit begann und im Gegensatz zum EM-Endspiel nur ein Vorrundenspiel war.
Keine Prime-Time-Spiele
«Es waren ja keine Prime-Time-Spiele, sondern Mittags-Spiele, das macht es ja noch mal wertvoller», kommentierte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky die Quoten der Fußballerinnen. «Frauenfußball, zumindest mit der Nationalmannschaft, hat sich inzwischen total etabliert.» Die Zahlen «belegen, dass die Fußballerinnen ein großes Publikum anziehen», sagte ZDF-Sportchef Yorck Polus.
Immerhin fünf Spiele der deutschen Männer waren in der diesjährigen Quoten-Bilanz des TV-Sports unter den Top 10. Zwei Handball-Spiele sind auch unter den zehn erfolgreichsten Sport-Übertragungen des Jahres zu finden, darunter das WM-Spiel Deutschland gegen Frankreich mit 7,497 Millionen Zuschauern im ZDF auf Rang fünf.
Handball auf Platz zwei
«Handball ist im Augenblick die Mannschaftssportart Nummer zwei hinter dem Fußball, die vor allem bei den Turnieren eine große Rolle spielt», sagte Balkausky. «Deshalb glaube ich auch, dass das Anfang des nächsten Jahres mit der Europameisterschaft hier im eigenen Land auch noch mal einen deutlichen Push geben wird.» Höhere Quoten erwartet der ZDF-Sportchef auch bei den Fußball-Männern: «Selbst in der sportlichen Krise zeigt sich, welches Potenzial in der kommenden Heim-EM steckt, wenn das deutsche Team auf den Erfolgsweg zurückfindet.»
Auch die Basketballer erzielten einen überraschenden Erfolg bei den Quoten. Insgesamt sahen 6,259 Millionen Menschen im ZDF oder im frei geschalteten Internet-Stream beim Telekom-Angebot MagentaTV den Sieg des deutschen Nationalteams im WM-Endspiel gegen Serbien. Das bedeutet immerhin den 15. Platz im Quoten-Ranking.
Biathlon gehört zweifellos zu den beliebtesten Sportarten der deutschen Fans. Das Langlaufen mit Schießeinlagen hat dem Ersten und Zweiten an den Winterwochenenden kontinuierlich gute Einschaltquoten beschert, insbesondere die Marktanteile bei den Rennen am Nachmittag sind sehr hoch. Den höchsten Wert gab es dieses Jahr am 22. Januar mit 5,147 Millionen Zuschauern bei einer Männerstaffel – das bedeutet Rang 29.
Bemerkenswerter sind allerdings andere Zahlen: Die Bedeutung wird vor allem daran deutlich, dass 21 Rennen innerhalb der Top 100 liegen. «Biathlon war nicht dauernd mit deutschen Erfolgen gesegnet, aber diese Sportart ist unglaublich stabil», kommentierte ARD-Sportkoordinator Balkausky.








