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Was spricht für und gegen die Abstiegskandidaten?

Einen Spieltag vor Saisonende sind noch vier Clubs vom Abstieg bedroht. Die Kölner verspüren plötzlich Euphorie, Union klammert sich an die Statistik. Mehr Chancen haben Mainz und Bochum.

Kölns Damion Downs jubelt: Gegen Union Berlin gab es dank seines Treffers drei Punkte.
Foto: Federico Gambarini/dpa

Nach dem 33. Spieltag sind noch vier Teams von einem Abstieg in die Zweitklassigkeit bedroht. Wie sieht die Situation der einzelnen Vereine aus?

1. FC Köln (17. Platz/27 Punkte/27:56 Tore)

Das spricht für Köln: Nach dem Last-Minute-Sieg gegen Union Berlin geht der 1. FC Köln plötzlich mit Euphorie in das Saisonfinale, bei dem ein Sieg in Heidenheim Pflicht ist. Trotz der schlechtesten Ausgangslage aller Abstiegskandidaten glaubt man in Köln nach wie vor an seine Möglichkeiten. Trainer Timo Schultz hofft auf einen der «kuriosesten Klassenerhalte, die es seit langer Zeit gegeben hat».

Das spricht gegen Köln: Im Kampf um die bessere Tordifferenz mit Union Berlin, das drei Punkte vor Köln liegt, können sich die Rheinländer nicht auf ihre Offensivstärke verlassen. Denn mit bislang nur 27 Saisontoren haben die Kölner den schlechtesten Angriff aller Bundesligisten. Zudem wird Köln gegen Heidenheim möglicherweise auf vier Spieler aus der Startelf gegen Union verzichten müssen. Luca Waldschmidt und Max Finkgräfe verletzten sich, Benno Schmitz und Denis Huseinbasic sahen ihre fünfte Gelbe Karte und sind gesperrt.

Union Berlin (16. Platz/30 Punkte/31:57 Tore)

Das spricht für Berlin: 2:1 gegen RB Leipzig, 3:2 gegen den VfL Bochum, 1:0 gegen Werder Bremen. Drei Jahre in Folge hat Union Berlin am letzten Spieltag immer noch ein großes Ziel erreicht. Zwar ging es jedes Mal um einen Platz im Europapokal und nicht gegen den Abstieg, aber mit der besonderen Atmosphäre im Stadion an der Alten Försterei ist alles möglich. Interimstrainer Marco Grote wird versuchen, genau diese Emotionen zu wecken.

Das spricht gegen Berlin: Der Zauber ist verflogen. Union Berlin steckt in einer unglaublichen Negativspirale – auch nach dem nächsten Trainerwechsel. Sieben Gegentore und null Punkte gegen die direkten Konkurrenten Köln und Bochum. Sieben Spiele ohne Sieg. Und die Kernkompetenz des kompromisslosen, eisernen Verteidigens ist auch schon lange dahin. Zuletzt sangen sogar die treuesten Fans auf der Waldseite in der Alten Försterei nicht mehr. Im Saisonfinale gegen Freiburg fehlt jetzt auch noch der gesperrte Anführer Rani Khedira.

FSV Mainz 05 (15. Platz/32 Punkte/36:50 Tore)

Mainz überzeugt durch die Ausgangslage und die Form des Teams. Beim klaren 3:0-Sieg gegen Borussia Dortmund zeigte die Mannschaft von Cheftrainer Bo Henriksen ihre Klasse. Innerhalb der ersten 23 Minuten gelangen drei Tore gegen die B-Elf des Champions-League-Finalisten. Mainz ist seit acht Bundesliga-Spielen ohne Niederlage und profitiert von Schlüsselspielern wie Jonathan Burkardt und Leandro Barreiro, die zum entscheidenden Zeitpunkt der Saison in Topform sind.

Das spricht gegen Mainz: Nicht mehr viel. Unter Henriksen hat sich Mainz zum stärksten Team im Tabellenkeller entwickelt und den Rückstand auf die Rivalen allmählich aufgeholt. Die Auswärtsschwäche könnte den 05ern zum Verhängnis werden. Als einziges Team der Bundesliga hat Mainz kein Auswärtsspiel gewonnen. Eine Niederlage in Wolfsburg könnte das Henriksen-Team doch noch in die Relegation führen.

VfL Bochum (14. Platz/33 Punkte/41:70 Tore)

Für Bochum spricht, dass Bochum den Klassenerhalt in der eigenen Hand hat. Selbst ein Unentschieden bei Werder Bremen reicht sicher für mindestens ein weiteres Jahr Bundesliga. Zudem müssten auch bei einer Niederlage des VfL die Konkurrenz aus Berlin und Mainz erst einmal liefern. «Die Situation ist nach wie vor gut», sagte Mittelfeldspieler Patrick Osterhage und kündigte an: «Auf Unentschieden spielen, wäre der falsche Ansatz. Wir gehen ganz normal ins Spiel und denken nicht, hoffentlich nehmen wir einen Punkt mit. Wir gehen so ins Spiel als würden wir drei Punkte brauchen.»

Das spricht gegen Bochum: Das deutliche 0:5 gegen Leverkusen könnte emotional für einen kleinen Knacks sorgen. Außerdem ist Bochum auswärts die zweitschwächste Mannschaft der Liga. Nur Mainz steht in der Auswärtstabelle hinter dem Revierclub.

dpa