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Nächster Bayern-Coup: Abwehrspieler de Ligt kommt

Der FC Bayern holt Wunschspieler de Ligt von Juventus Turin. Der Niederländer ist der zweitteuerste Einkauf der Münchner Geschichte. Was bedeutet der Transfer für die weitere Kadergestaltung?

Matthijs de Ligt kommt per PKW zum Vereinsgelände des FC Bayern München an der Säbener Straße.
Foto: Christian Kolbert/dpa

Der Wechsel von Abwehrstar Matthijs de Ligt zum FC Bayern ist perfekt. Nach der Einigung zwischen den Münchnern und Juventus Turin erhält der niederländische Nationalspieler einen Vertrag bis 2027.

Der deutsche Fußball-Rekordmeister überweist für den als neuen Abwehrboss eingeplanten de Ligt 67 Millionen Euro Ablöse, wie Juve mitteilte. Die Ablöse ist demnach in vier Raten zu zahlen. Hinzu kommen könnten Bonuszahlungen in Höhe von höchstens zehn Millionen Euro.

«Abwehr auf absolutem Top-Niveau»

«Matthijs de Ligt überzeugt im internationalen Spitzenfußball nicht nur mit seinen spielerischen Qualitäten, sondern auch als ein Typ, der in all seinen Mannschaften immer vorangeht», sagte Vorstandschef Oliver Kahn der Bayern-Mitteilung zufolge. «Er hat bereits in jungen Jahren gelernt, Verantwortung zu übernehmen. Eine starke Mannschaft braucht nicht nur eine starke Offensive, und mit diesem Transfer verstärken wir unsere Abwehr auf absolutem Top-Niveau.»

Nach dem Transfer von Stürmerstar Sadio Mané ist die Verpflichtung des 22-Jährigen der nächste Coup von Bayerns Sportvorstand Hasan Salihamidzic. Noch am Dienstag reiste de Ligt zu seinen neuen Teamkollegen in die USA.

Die Münchner und der auch vom FC Chelsea umworbene Verteidiger hatten sich längst mündlich auf einen Wechsel geeinigt. Der Verkauf von Robert Lewandowski an den FC Barcelona dürfte den finanziellen Spielraum der Bayern erhöht und den zweitteuersten Einkauf der Bundesliga-Historie nun beschleunigt haben. Nur für die Verpflichtung von Lucas Hernández zahlten die Münchner 2019 noch mehr. Gemeinsam bilden de Ligt und der Franzose nun das teuerste Abwehr-Duo der Welt.

Transfer verbessert die Bilanz von Salihamidzic

Die Münchner vermissen seit dem ablösefreien Abschied von David Alaba im vergangenen Jahr zu Real Madrid einen Chef in der Abwehr. Der von RB Leipzig für 42,5 Millionen Euro verpflichtete Dayot Upamecano war in seiner ersten Bayern-Saison zu unbeständig. Hernández, der auch als linker Außenverteidiger aufläuft, ist nicht der Kommandogeber in der Abwehrreihe. Niklas Süle war es auch nicht, der Nationalspieler wechselte zu Borussia Dortmund.

De Ligt wurde hingegen schon mit 18 Jahren Kapitän von Ajax Amsterdam und war unverzichtbarer Bestandteil der Amsterdamer Revival-Truppe, die in der Saison 2018/19 erst im Halbfinale der Champions League an Tottenham Hotspur scheiterte. Rechtsverteidiger Noussair Mazraoui, seit diesem Sommer Bayern-Profi, gehörte damals ebenfalls zu dieser jungen Mannschaft.

Der Wechsel des neuen Abwehrchefs lässt die Kritik an der Transferpolitik von Salihamidzic wohl verstummen. Wurde der 45-Jährige auf der Meisterfeier im Mai noch ausgebuht, erscheint seine Bilanz nun unter einem ganz anderen Licht.

Erst lotste der Sportvorstand in Mazraoui, Ryan Gravenberch (beide Ajax Amsterdam) und Mané (FC Liverpool) namhafte Spieler nach München. Dann folgte der gewinnbringende Verkauf der Ergänzungsspieler Omar Richards und Marc Roca – und jetzt also der De-Ligt-Kauf.

dpa