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Gold für Mihambo bei Leichtathletik-EM in Rom

Mihambo krönte sich mit 7,22 Metern zur Europameisterin und ließ den DLV über den ersten Sieg frohlocken.

Holte sich den EM-Titel im Weitsprung: Malaika Mihambo.
Foto: Oliver Weiken/dpa

Die Goldmedaillengewinnerin Malaika Mihambo schnappte sich nach dem Titelgewinn mit Weltjahresbestleistung eine Deutschland-Fahne und hüpfte überglücklich neben der Weitsprunggrube. Mit 7,22 Metern und der zweitbesten Weite ihrer großen Karriere krönte sich Mihambo bei den Leichtathletik-EM in Rom wie 2018 in Berlin wieder zur Europameisterin. Die 30-Jährige ließ den Deutschen Leichtathletik-Verband in Italien am Schlusstag über den ersten Sieg frohlocken.

Happy End für Leichtathleten

Angeführt von der herausragenden Mihambo, die vor zwei Jahren nach einer Corona-Infektion EM-Zweite geworden war, feierten die deutschen Leichtathleten schließlich doch noch ein Happy End im Olympiastadion. Julian Weber spannte trotz der nicht geglückten Titelverteidigung im Speerwurf nach 85,94 Metern stolz seine Muskeln an und freute sich mit der Deutschland-Fahne. «Klar hätte ich meinen Titel auch gerne verteidigt, aber ich bin mega zufrieden mit Silber», sagte der 29-Jährige.

Das Männer-Quartett sicherte sich überraschend Bronze mit einer beeindruckenden Staffel-Vorstellung über 4×400 Meter. «Germany, wer hätte das gedacht?», sagte Manuel Sanders.

Weber musste den Tschechen Jakub Vadlejch nach seinem letzten Versuch (88,65) noch vorbeilassen, während Mihambo die Konkurrenz früh schockte. Nur bei ihrem WM-Titel 2019 in Doha war die dreimalige Sportlerin des Jahres weiter gesprungen. Nun ist sie vor der Amerikanerin Tara Davis-Woodhall (7,18) die Nummer 1 der Welt. Die 21 Jahre alte Teamkollegin Mikaelle Assani war trotz einer Bestleistung von 6,91 Metern knapp hinter dem Bronzerang.

Mihambo und Neugebauer als größte Olympia-Hoffnungen

Eineinhalb Monate vor den Olympischen Spielen hat sich Mihambo eindrucksvoll für den Kampf um Gold positioniert. Im Gegensatz zum Zehnkämpfer Leo Neugebauer, der in den USA mit einem deutschen Rekord glänzte, hegen nur wenige der über 100 Sportlerinnen und Sportler der großen EM-Delegation Hoffnungen auf Olympia-Ehren. Weber zählt ebenfalls dazu.

Zwei Jahre nach dem EM-Sommermärchen von München, als Deutschland unter der Führung der nicht so erfolgreichen Doppel-Europameisterin Gina Lückenkemper in Rom sieben Goldmedaillen, sieben Silbermedaillen und zwei Bronzemedaillen gewann und sich zur Nummer 1 krönte, lief in der Ewigen Stadt nicht alles wie geplant. Im Gegensatz zum Gastgeber um Hochsprung-Showman Gianmarco Tamberi, dessen Team eine italienische Nacht nach der anderen feierte.

Trendumkehr? Olympia wird es weisen

Bei den Medaillen sei man «über viele Europameisterschaften im unteren Bereich», sagte DLV-Sportvorstand Jörg Bügner ein knappes Jahr nach der WM-Nullnummer von Budapest. Die EM sei aber das Zeichen einer kleinen Trendumkehr.

Nach Silber beim Titelkampf-Comeback ein gutes Jahr nach der Geburt von Töchterchen Lola meisterte Gesa Felicitas Krause einen wichtigen «Meilenstein» auf dem Weg nach Paris. Diskuswerferinnen, Siebenkämpferinnen oder Hochspringerinnen etwa glückte das keineswegs. «Wir haben eine ganz gute Basis, müssen aber auch feststellen, dass wir in gewissen Bereichen nicht performt haben», sagte Bügner.

Fast Staffel-Silber

Das traf definitiv nicht auf die lange Staffel zu. Manuel Sanders, der Einzel-Siebte Jean Paul Bredau, Marc Koch und Hürden-Spezialist Emil Agyekum waren in 3:00,82 Minuten nur eine Hundertstelsekunde langsamer als Italien. Der Sieg ging in 2:59,84 Minuten an die belgische Auswahl.

dpa