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Zehn außergewöhnliche Köpfe der Leichtathletik

Es gibt Läufer, Springer und Werfer, die faszinieren und großen Medaillenkämpfen ihren Stempel aufdrücken. In Eugene sind Persönlichkeiten am Start, die für die besonderen Momente sorgen können.

Sprinterin Gina Lückenkemper lief rechtzeitig vor der WM wieder unter elf Sekunden.
Foto: Maximilian Haupt/dpa

Die Leichtathletik-Weltmeisterschaften von diesem Freitag an bis zum 24. Juli im amerikanischen Eugene bieten die Bühne für besondere Sportler und Sportlerinnen, die nicht nur mit Leistungen am Limit glänzen können. Die zehn ausgewählten Ausnahmeathletinnen und -athleten gehören dazu:

Das Phantom

Deutschlands Vorzeigeläuferin Konstanze Klosterhalfen, in der Vorbereitung coronabedingt zeitweise gebremst, wird am Samstag (21.20 Uhr MESZ/sportschau.de) über 10.000 Meter antreten. Über diese Distanz hat sie im Jahr 2022 kein Rennen bestritten. Beim Diamond-League-Meeting Mitte Juni in Oslo war sie in ihrem bisher letzten Rennen über 5000 Meter in 14:37,94 Minuten Achte geworden. Die 25-jährige Leverkusenerin hatte über diese Distanz 2019 WM-Bronze gewonnen. Sie trainiert seit Jahren an ihrem US-Stützpunkt in Portland, unweit von Eugene. In Deutschland macht sie sich sehr rar. In diesem Jahr ist sie dort nicht gestartet.

Der Star

Weitsprung-Olympiasiegerin Malaika Mihambo ist der deutsche Star und zum WM-Ende die sicherste Medaillenbank im WM-Aufgebot. Bei der WM 2019 in Doha hatte die 28-Jährige von der LG Kurpfalz mit 7,30 Metern den Titel geholt, den sie verteidigen will. Zum Auftakt der Saison gelang ihr ein Sprung auf 7,09 Meter, danach konnte sie die Sieben-Meter-Marke nicht mehr übertreffen. Die WM-Generalprobe in Stockholm lief nicht gut: Mihambo wurde mit 6,72 Metern Fünfte.

Die Aufsteigerin

Mit ihrem Olympia-Silbermedaillengewinn sorgte Kristin Pudenz für eine Überraschung im Diskuswerfen. Bei den deutschen Meisterschaften in Berlin stellte sie unter Beweis, dass ihr in Tokio nicht nur ein Glückswurf gelungen ist. Mit 67,10 Metern schaffte sie eine persönliche Bestweite und zählt auch bei der WM zu den Medaillenkandidaten.

Die Rückkehrerin

Sprinterin Gina Lückenkemper ist wieder schnell unterwegs. Bei den nationalen Titelkämpfen rannte die 25 Jahre alte EM-Zweite von 2018 in 10,99 Sekunden erstmals wieder und rechtzeitig vor der WM unter elf Sekunden. Schneller war sei nur bei der EM vor vier Jahren im Halbfinale und im Finale in je 10,98 Sekunden sowie bei der WM 2017 in London in 10,95 Sekunden. Mit 10,99 Sekunden steht Lückenkemper in der Weltbestenliste allerdings nur auf Platz 32.

Die Rekordmedaillengewinnerin

Mit 13 WM-Titeln ist Allyson Felix die erfolgreichste Starterin in der WM-Geschichte. Die 36 Jahre alte amerikanische 400-Meter-Läuferin gewann zudem sieben olympische Goldmedaillen, dazu dreimal Silber und einmal Bronze. In Eugene gibt sie ihre große Abschiedsvorstellung. Felix verpasste zwar einen Einzelstart, ist aber in das Team der 4×400-Meter-Mixed-Staffel berufen worden. Dort geht es am ersten Wettkampftag in der Nacht zum Samstag (4.50 Uhr MESZ/ARD) um Edelmetall.

Der Höhenjäger

Bo Kanda Lita Baehre (23) ist bei den deutschen Meisterschaften mit 5,90 Metern in die Weltspitze der Stabhochspringer geflogen. Diese Höhe überwanden in Deutschland bisher nur vier Athleten. Der Leverkusener war vor drei Jahren schon WM-Vierter und ist aktuell mit 5,90 Metern Fünfter der Weltrangliste. «Diese Höhen muss man springen, wenn man weltweit mitmischen will», sagte er. Man könne ja nicht zu einer WM fahren, «um im letzten Drittel zu sein».

Der Himmelsstürmer

Keiner fliegt so hoch und so konstant über die magische Sechs-Meter-Barriere. Armand «Mondo» Duplantis ist der Superstar des Stabhochsprungs und kaum zu schlagen. Zum ersten Mal stellte er im Februar 2020 mit 6,17 Metern einen Weltrekord auf und steigerte ihn in diesem Jahr im März zunächst auf 6,19 Meter und wenige Tage später auf 6,20 Meter. Der in Amerika geborene Schwede hat am 30. Juni in Stockholm zuletzt mit übersprungenen 6,16 Metern untermauert, dass er nach dem Olympiasieg in Tokio auch sein erstes WM-Gold haben will.

Der Wikinger

Der Norweger Karsten Warholm mit dem Wikinger-Image stürmte bei den Olympischen Spielen in Tokio in 45,94 Sekunden zu einem fabelhaften Weltrekord über 400 Meter Hürden – und damit als erster Mensch unter die 46-Sekunden-Marke. Ob er seinen dritten WM-Sieg in Serie schafft, ist nicht gewiss. Im ersten Rennen in dieser Saison zog er sich eine Oberschenkelblessur zu.

Das Multitalent

Mit 12,84 Sekunden über 110 Meter Hürden sorgte Devon Allen kürzlich für Aufsehen, als er den Weltrekord um nur 0,04 Sekunden verpasste. Nur zwei Hürdensprinter waren jemals schneller. Seit April steht der US-Amerikaner beim American-Football-Club Philadelphia Eagles unter Vertrag. Bei der WM will Allen nicht nur zuvor den Titel gewinnen, sondern auch den Weltrekord verbessern.

Die Frühstarterin

Mit 19 Jahren gewann Sydney McLaughlin über 400 Meter Hürden bereits 2019 in Doha WM-Silber im Einzel und Gold mit der 4×400-Meter-Staffel. Bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio siegte sie zweimal. Außerdem verbesserte die US-Amerikanerin in den vergangenen zwei Jahren dreimal den Weltrekord – zuletzt am 25. Juni mit 51,41 Sekunden bei der amerikanischen WM-Qualifikation in Eugene. «Ich denke, dass noch mehr im Tank ist», sagte McLaughlin danach.

dpa