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Zentner-Fehler führen Leverkusen zum Bundesligarekord

Zum 33. Mal in Serie bleibt der Spitzenreiter ungeschlagen. Doch das 2:1 gegen Mainz ist ein hartes Stück Arbeit und kommt unter gütiger Mithilfe der Gäste zustande.

Leverkusen konnte den Vorsprung auf die Bayern zumindest vorübergehend auf elf Punkte ausbauen.
Foto: Marius Becker/dpa

Xabi Alonsos Bayer Leverkusen hat aufgrund von schweren Patzern des Mainzer Torhüters Robin Zentner einen weiteren Schritt in Richtung erster Meisterschaft gemacht und gleichzeitig einen Rekord aufgestellt.

Der Tabellenführer blieb beim hart erkämpften 2:1 (1:1) gegen den Abstiegskandidaten FSV Mainz 05 zum 33. Mal in Serie ungeschlagen – das hatte zuvor noch kein Fußball-Bundesligist geschafft.

Der Sieg gegen die Rheinhessen war jedoch auf kuriose Weise zustande gekommen. Mainz-Keeper Zentner legte einen harmlosen Weitschuss von Robert Andrich (68. Minute) selbst ins Netz. Schon bei der frühen Führung von Granit Xhaka (3.) sah Zentner unglücklich aus. Die mutigen Mainzer unter dem neuen Trainer Bo Henriksen konnten dieses Missgeschick jedoch schnell durch Dominik Kohr (8.) ausgleichen. In der 80. Minute erhielt der eingewechselte Mainzer Jessic Ngankam zudem die Rote Karte wegen groben Foulspiels.

Durch den erneuten Erfolg beträgt der Vorsprung Leverkusens auf den Zweiten Bayern München zumindest bis Samstag satte elf Punkte. Dann müssen die Bayern gegen RB Leipzig ran. Der Rekordmeister ist zudem die bisherige Rekordmarke von 32 Pflichtspielen ohne Niederlage zwischen Dezember 2019 und September 2020 los.

Mainz spielt offensiv mit

Die drei Punkte waren jedoch für Leverkusen eine große Herausforderung. Das Spiel begann turbulent. Bereits in der dritten Minute ging der Spitzenreiter in Führung, als Mittelfeldspieler Xhaka aus etwa 20 Metern direkt auf das Tor schoss und Zentner damit überraschte. Dies brachte jedoch keine Ruhe in das Spiel von Bayer. Mainz antwortete sofort mit einem Kopfballtor von Kohr nach einem Freistoß.

Dabei hatte Alonso genau damit gerechnet. «Ich kenne den Trainer», hatte der Baske vor dem Spiel bei DAZN über den neuen Mainzer Coach Henriksen gesagt, der mit einem Sieg gegen Augsburg gestartet war. «Sie werden drücken, mutig sein, intensiv spielen.»

Es geschah genau so. Die Rheinhessen, die in ernsthaften Abstiegsproblemen stecken, hielten mutig dagegen und spielten offensiv. Bayer brauchte etwas Zeit, um sich anzupassen, und hatte vor der Halbzeit eine längere Phase des Drucks, die jedoch trotz einiger bester Chancen ungenutzt blieb.

Alonso sichtlich unzufrieden

Alonso verzichtete in Abwesenheit des weiterhin verletzten Torjägers Victor Boniface auf die Sturm-Alternative Patrik Schick und versuchte es stattdessen eher spielerisch mit dem ehemaligen Gladbacher Jonas Hofmann. Doch der Nationalspieler scheiterte einige Male allein vor Zentner oder mit geblockten Versuchen.

Alonsos sichtliche Aufregung darüber, dass Bayer so schwer mit dem Abstiegskandidaten kämpfte, führte zu Gesten und Schimpftiraden an der Seitenlinie. Sein Ärger richtete sich oft gegen Schiedsrichter Timo Gerach, der tatsächlich wenig souverän wirkte. Dies führte dazu, dass Alonso eine Gelbe Karte erhielt, was jedoch seinem Team auf dem Platz nicht half.

Mainz bleibt einziges Team ohne Auswärtssieg

Mainz, das in den vergangenen Jahren immer mal wieder in Leverkusen gepunktet hatte, blieb mutig und stellte Bayer zunehmend vor Herausforderungen. Nach knapp einer Stunde reagierte Alonso und brachte Schick für den glücklosen Hofmann. Den Sieg brachte jedoch der unglückliche Fehler des Mainzer Torwarts, der damit einen erneuten Punkt der Rheinhessen in Leverkusen verhinderte.

Die Rheinhessen verbleiben auch nach dem 23. Spieltag auf einem direkten Abstiegsplatz. Mainz ist weiterhin das einzige Bundesligateam ohne Auswärtssieg in dieser Saison.

dpa