Die Polizeichefs in Hamburg fordern eine Deeskalation im Fußball, indem sie weniger Einsatzkräfte im Stadion einsetzen und stattdessen auf Zusammenarbeit mit Vereinen und Fans setzen. Ziel ist es, die Gewaltspirale zu durchbrechen und langfristig die Polizeipräsenz zu reduzieren.
Zero Kräfte: Polizeichefs fordern Deeskalation statt Dauer-Eskalation

Hamburg setzt auf Deeskalation im Fußball
In Hamburg wird ein neuer Ansatz zur Bekämpfung von Gewalt im Fußball verfolgt. Die Polizei plant, die Anzahl der eingesetzten Beamten bei Fußballspielen zu reduzieren und stattdessen auf Deeskalation zu setzen. Timo Zill, Leiter der Schutzpolizei in Hamburg, bezeichnet diesen Schritt als „historischen Meilenstein“. Ziel ist es, von einer Eskalation hin zu einem friedlicheren Miteinander zu gelangen.
Zill verweist auf die Kontraste zwischen großen Sportveranstaltungen, wie einem NFL-Spiel in Berlin, bei dem 70.000 Zuschauer ohne nennenswerte Vorfälle anwesend waren, und den Bundesligaspielen, bei denen häufig Wasserwerfer zum Einsatz kommen. Diese Diskrepanz soll nicht länger hingenommen werden.
Weniger Polizeipräsenz bei Fußballspielen
Die Polizei in Hamburg sieht sich mit einem erheblichen Problem konfrontiert, da bei jedem Bundesligaspiel ein Großeinsatz erforderlich ist. Zill kündigt an, dass bereits beim letzten Derby-Rückspiel 900 Einsatzkräfte weniger mobilisiert wurden. Dies ist der erste Schritt in Richtung einer langfristigen Strategie, die darauf abzielt, die Polizeipräsenz im Stadion zu verringern.
Die Polizei plant, sich aus den Stadien zurückzuziehen und nur noch bei tatsächlichen polizeilichen Notlagen einzugreifen. Ein zentraler Bestandteil dieser neuen Strategie ist die verstärkte Zusammenarbeit mit Fußballvereinen und Fans. Zill betont, dass die Polizei bereit ist, den Dialog zu suchen und gemeinsame Workshops zu organisieren.
Fokus auf Problemfans
Michael Schuol, Polizeipräsident der Bundespolizei Hannover, unterstützt diesen Ansatz ebenfalls. Er strebt an, die Anzahl der eingesetzten Kräfte zu reduzieren, ohne dabei die Sicherheit zu gefährden. Schuol hebt hervor, dass eine zu hohe Polizeipräsenz auch als Provokation wahrgenommen werden kann. Dennoch soll die Polizei bei Regelverstößen konsequent handeln, wobei der Fokus auf der kleinen Gruppe von Problemfans liegt.
Schuol stellt klar, dass die überwiegende Mehrheit der Fans sich an die Regeln hält, und die Polizei sich auf die wenigen konzentrieren sollte, die dies nicht tun. Er betont, dass diejenigen, die randalieren oder sich strafbar machen, nicht Teil des Fußballspiels sein sollten.
Dialog mit den Ultras suchen
Falk Schnabel, Polizeipräsident in Hamburg, möchte ebenfalls die Polizeipräsenz im Stadion reduzieren. Er sieht die Notwendigkeit, mit den Ultras, die oft als schwierige Gesprächspartner gelten, in den Dialog zu treten. Schnabel ist überzeugt, dass durch Gespräche und Absprachen mit den Vereinen und Fans die Anzahl der benötigten Einsatzkräfte weiter gesenkt werden kann.
Die Polizei in Hamburg verfolgt somit einen klaren Kurswechsel, der auf Deeskalation und Zusammenarbeit abzielt, um die Sicherheit bei Fußballspielen zu erhöhen und gleichzeitig die Polizeipräsenz zu minimieren.
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