Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Zurück im Kreis der Großen: BVB steht im Viertelfinale

Erst geglänzt, dann gezittert. Der BVB ist auf großer Bühne noch zu großen Leistungen fähig. Ein Rückkehrer lässt die Dortmunder Fans von weiteren großen Fußball-Abenden träumen.

Jadon Sancho (l) erzielte früh das 1:0 für Borussia Dortmund.
Foto: Federico Gambarini/dpa

Borussia Dortmund hat auf großer Bühne vermissten Tugenden zurückgefunden und nach drei Jahren das Viertelfinale der Champions League erreicht, dank Tempo, Wille, Spielwitz und etwas Glück.

Das Team von Trainer Edin Terzic, das im Bundesliga-Titelkampf bereits weit abgeschlagen war, gelang mit einem 2:0 (1:0) über die PSV Eindhoven der erhoffte Vorstoß in den erlauchten Kreis des europäischen Fußball-Adels. Sancho, der in der Winterpause als Leihgabe von Manchester United verpflichtet wurde, traf in der 3. Minute, während Joker Marco Reus in der 90.+5. Minute den verdienten Sieg vor 81.365 Zuschauern im ausverkauften Signal Iduna sicherstellte.

Drei Wochen nach dem 1:1 im ersten Duell mit dem niederländischen Spitzenteam zeigte der BVB besonders im ersten Durchgang eine gute Leistung und zog als zweites deutsches Team nach dem FC Bayern ins Viertelfinale ein. Der Sieg, der im zweiten Durchgang noch gefährdet war, verbessert nicht nur das sportliche Ansehen, sondern auch die Finanzen des Vereins. Weitere Einnahmen von mindestens 10,6 Millionen Euro aus dem Prämientopf der UEFA sind garantiert. Der Auftritt machte zudem Mut für das bevorstehende schwere Bundesliga-Programm mit fünf Spielen gegen Teams aus den Top 6.

Dortmunder Dauer-Druck zu Beginn

«Mal wieder unter den besten Acht in Europa zu sein, wäre eine Aussage für den Club», hatte BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl seine Hoffnung auf einen großen Königsklassen-Abend geäußert. Ein Vorhaben, das auch die in den letzten Wochen so wechselhaften BVB-Stars zunächst mit viel Engagement und Spielfreude klar verfolgten und im zweiten Durchgang mit Leidenschaft verteidigten. 

Der führende Spitzenreiter der niederländischen Ehrendivision stand zunächst unter Druck von Dortmund, der früh belohnt wurde. Sancho brachte die BVB-Fans bereits in der dritten Minute mit einem Schuss aus 18 Metern zum Jubeln und zeigte seine steigende Form. Der Rückkehrer, der in Manchester nicht zum Zug kam und bis Saisonende ausgeliehen ist, hatte bereits am Samstag beim 2:1-Sieg in Bremen getroffen. In dieser Verfassung könnte Sancho, der jedoch eine Viertelstunde vor Schluss verletzt vom Platz musste, in der Bundesliga bei dem schweren Restprogramm ein wichtiger Faktor im Kampf um die erneute Champions-League-Qualifikation werden. Genauso wie Ian Maatsen, ein weiterer Winter-Neuzugang aus der Premier League, der nach 72 Sekunden den ersten Warnschuss abgegeben hatte.

Mit der Führung im Rücken erhöhte der BVB das Tempo weiter. Mehr Ballbesitz, mehr gewonnene Zweikämpfe und deutlich mehr Torchancen – die PSV, die in der heimischen Liga in 25 Spielen nur 13 Gegentreffer kassierte, hätte bereits früh deutlich zurückliegen können. Vor allem nach der Doppelchance durch Julian Brandt und Donyell Malen, als der argentinische Keeper Walter Benitez Schlimmeres verhinderte (16.). Malen, einst selbst im PSV-Trikot aktiv, vergab eine weitere gute Möglichkeit (26.). Das gefiel dem Trainer von Eindhoven, Peter Bosz, bei seiner Rückkehr an die alte Wirkungsstätte überhaupt nicht.

Reus macht den Deckel drauf

Die Niederländer hatten in der ersten Halbzeit kaum offensive Aktionen, abgesehen von einem Schuss von Johan Bakayoko (31.). Dies lag auch daran, dass die BVB-Abwehr unter der Leitung von Mats Hummels konsequent verteidigte. Der Weltmeister von 2014, der in der Liga zuletzt meist als Ersatzspieler fungierte, stand aufgrund der Sperre von Nico Schlotterbeck zum achten Mal in Folge in der Startelf der Königsklasse. Aufgrund des Ausfalls von Julian Ryerson musste Niklas Süle auf die rechte Außenposition in der Viererkette rücken.

Im ersten Durchgang hatte die BVB-Abwehr alles unter Kontrolle, aber zu Beginn der zweiten Halbzeit herrschte plötzlich Alarmstimmung. Die PSV legte mächtig zu und sorgte für einige brenzlige Szenen. Plötzlich waren es die Roten, die Ball und Gegner laufen ließen. Der eingewechselte Hirving Lozano, der bei der WM 2018 mit seinem 1:0-Siegtreffer für Mexiko den amtierenden Weltmeister Deutschland schockte, hatte Pech mit einem Pfostenschuss (53.). BVB-Keeper Gregor Kobel stand immer mehr im Blickpunkt, wie auch beim Schuss von Bakayoko (71.). Die Dortmunder hatten Pech, dass ein Tor von Niclas Füllkrug wegen Abseitsstellung nicht gegeben wurde (77.). So musste bis zum Schluss gezittert werden, ehe Reus alle erlöste.

dpa