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Zverev kämpft sich durch – «So ist Tennis manchmal»

Tennis-Olympiasieger Alexander Zverev sitzt fast schon im Flugzeug nach Hause. Am Ende kommt er bei den Australian Open aber doch weiter.

Steht bei den Australian Open in der nächsten Runde: Alexander Zverev.
Foto: Alessandra Tarantino/AP/dpa

Alexander Zverev konnte nur mit großer Anstrengung ein frühes Ausscheiden bei den Australian Open verhindern. Der Tennis-Olympiasieger besiegte in Melbourne den slowakischen Qualifikanten Lukas Klein mit 7:5, 3:6, 4:6, 7:6 (7:5), 7:6 (10:7) und erreichte somit die dritte Runde des ersten Grand-Slam-Turniers der Saison.

Im Kampf um den Einzug ins Achtelfinale trifft Zverev am Samstag auf Alex Michelsen aus den USA. Nach 4:30 Stunden verwandelte der 26-Jährige gegen Klein seinen ersten Matchball.

Am Donnerstag haben Jan-Lennard Struff und Tatjana Maria die Möglichkeit, in die dritte Runde einzuziehen. Struff spielt in seinem Zweitrundenspiel gegen den Serben Miomir Kecmanovic. Maria, die einzige deutsche Spielerin, tritt gegen die an Nummer 26 gesetzte Italienerin Jasmine Paolini an. Aufgrund von Regen in Melbourne begannen die Spiele mit Verzögerung.

Unkonzentriert und energielos

«Ich hätte lieber in eineinhalb Stunden gewonnen, aber er hat unglaublich gut gespielt. Ich wusste lange nicht, was ich machen sollte», sagte Zverev nach dem Marathon-Match. «Er hätte es heute mehr verdient gehabt, zu gewinnen. Aber so ist es manchmal im Tennis.»

Bei seinem zweiten Auftritt im Melbourne Park in diesem Jahr schien Zverev lange Zeit unkonzentriert und müde. Der 26-Jährige hat den Ruf, frühe Ansetzungen bei Turnieren nicht zu mögen. Auch gegen Klein zeigte Zverev lange Zeit wenig Energie und Emotionen. Während der Seitenwechsel überprüfte der an Diabetes leidende Zverev immer wieder seinen Blutzuckerwert. Zverev wirkte nicht wirklich in Bestform.

Trotzdem war er zu Beginn nicht in ernsthafter Gefahr. Nach 50 Minuten gewann Zverev den ersten Satz, obwohl er kein gutes Tennis spielte. Das blieb auch danach unverändert. Klein erkannte das und wurde mit zunehmender Spieldauer immer mutiger. Die Nummer 163 der Welt düpierte Zverev sehr oft mit Stopps, während er unerklärlich weit hinter der Grundlinie stand.

Zverev behält die Nerven

Er nahm Zverev den Aufschlag zum 4:2 ab. Aufgrund eines kurzen Regenschauers wurde kurz darauf das Dach über der John Cain Arena geschlossen. Jedoch führte die kurze Unterbrechung nicht dazu, dass Zverev aufmerksamer und konzentrierter auf den Platz zurückkehrte. Klein schaffte den Satzausgleich und nahm Zverev gleich zu Beginn des dritten Satzes erneut den Aufschlag ab. Die deutsche Nummer eins nahm all dies seltsam emotionslos hin. Klein spielte nun immer besser und führte mit 2:1-Sätzen.

Im vierten Satz war Zverev bereits fast am Ende. Beim Stand von 4:4 konnte er einen Breakball abwehren und rettete sich in den Tiebreak. Auch dort blieb er ruhig und glich den Satz aus. Der gebürtige Hamburger schrie seine Freude laut heraus. Als Zverev dann zu Beginn des fünften Durchgangs dem Slowaken den Aufschlag abnahm, schien er die Partie unter Kontrolle zu haben.

Jedoch selbst in dieser Lage gelang es Zverev nicht, die Führung zu übernehmen. Bei einem Spielstand von 3:3 gab er sein Aufschlagspiel ab, während Klein zu diesem Zeitpunkt bereits in einen kleinen Rausch geraten war und von den Zuschauern immer wieder angespornt wurde. Die Entscheidung musste daher im Tiebreak fallen, wo Klein letztendlich die Nerven verlor.

dpa