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Alkoholfreier Biergarten «Die Null» eröffnet in München

Im Biergarten geht es manchmal zu wie auf der Wiesn: «Oana geht no» und «Ein Prosit!». Wer zu viele Krüge stemmt, gerät ins Schwanken. In einem Biergarten in München soll das nun anders sein.

Wer hier herkommt, muss sich über die Promillegrenze keine Gedanken machen. (Archivbild)
Foto: Marc Müller/dpa

In einem Biergarten gibt es Bier – so weit, so normal. Doch in München ist eine besondere Variante geplant. In der Nähe des Hauptbahnhofs eröffnet ein alkoholfreier Biergarten. Der vielsagende Name: «Die Null». Die Biergartenkultur werde nicht durch Alkohol, sondern durch das Beisammensein im Freien definiert, schreiben die Organisatoren, die unter anderem Mocktails (Cocktails ohne Promille), Säfte und andere Kaltgetränke anbieten wollen. Auch Bier gibt es, natürlich alkoholfrei. Geplant sind zudem Kulturangebote, Partys oder Tanzabende. Details sollen bei der Eröffnung am Nachmittag vorgestellt werden, an der auch Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) teilnehmen will.

Konzept gegen Verwahrlosungstendenzen

Der Biergarten wird bis zum 15. September am Karl-Stützel-Platz bleiben, bei passendem Wetter mittwochs bis samstags von 17.00 bis 22.00 Uhr. Gastronomen organisieren ihn, um den Platz zu beleben und aufzuwerten. Ihre Initiative ist Teil eines Gesamtkonzepts, mit dem die Stadt Verwahrlosungstendenzen entgegenwirken will.

Der Verein zum Erhalt der bayerischen Wirtschaftskultur unterstützt die Idee. „Man begrüße jede Initiative, die die Wirtshauslandschaft belebe“, sagt Geschäftsführerin Ursula Zimmermann. Ein alkoholfreier Biergarten ergänze das bestehende Angebot und könne für den einen oder anderen eine interessante Alternative sein. Und die Gastronomen könnten ein Alleinstellungsmerkmal schaffen. Allerdings sei auch in anderen Biergärten niemand gezwungen, Alkohol zu konsumieren, betont Zimmermann.

«Leben und leben lassen»

Der Geschäftsführer des Bayerischen Brauerbundes, Walter König, verweist auf das Motto «Leben und leben lassen» und zieht ein Nebeneinander verschiedener Getränke vor. «Warum soll ein Wirt einen Kundenkreis über das Getränkeangebot ausschließen? Jeder Gast soll bestellen und trinken können, wonach es ihm gerade ist, und das kann sich ja auch nach Anlass, Laune und Tageszeit ändern», so seine Meinung. 

Laut König ist einer der Gründe für die zunehmende Beliebtheit von alkoholfreiem Bier bei den Kunden der wissenschaftliche und technologische Aufwand, der betrieben wurde, um den Geschmack zu verbessern. Im ersten Quartal dieses Jahres wurden insgesamt 471.300 Hektoliter alkoholfreies Bier einschließlich Malzgetränke hergestellt, was rund 44.500 Hektoliter mehr sind als im Vorjahreszeitraum. 60 Prozent davon entfielen auf alkoholfreies Weißbier, ein Viertel auf Untergäriges.

dpa