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Angriff auf Bahnnetz schockt Frankreich vor Olympia

Brandanschläge auf die Bahn und das auch noch wenige Stunden vor dem größten Sportereignis der Welt: Den Start für Olympia hatte sich Frankreich wohl anders vorgestellt. Vieles ist noch unklar.

Massive Zugausfälle und Verspätungen werden wohl das ganze Wochenende andauern.
Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Angriffe auf das französische Bahnnetz haben kurz vor der Eröffnung der Olympischen Spiele für Chaos und Beeinträchtigungen gesorgt. Unbekannte hatten in der Nacht auf Freitag an verschiedenen Orten Brandsätze an Anlagen der Bahn gelegt und damit die ohnehin große Angst vor Anschlägen in Frankreich befeuert.

Der geschäftsführende französische Premierminister Gabriel Attal sprach von «koordinierten Sabotageakten». Auch der Chef der französischen Staatsbahn SNCF, Jean-Pierre Farandou, hält es für einen geplanten Akt, da die Taten an Gabelungen von Gleisen stattgefunden hätten. Die Staatsanwaltschaft hat bereits Untersuchungen eingeleitet. Die genauen Hintergründe der Tat sind allerdings noch unklar. Laut SNCF gab es Brandschläge auf drei Achsen: der Ost-Achse, die von Paris nach Straßburg führt; der Nord-Achse, auf der unter anderem der Eurostar in Richtung Ärmelkanal und London fährt und der Atlantik-Achse von Paris Richtung Südwesten. Laut SNCF wurde eine Tat auf der Südost-Achse verhindert. Demnach fanden die Anschläge in Courtalain, Croisilles und Pagny-sur-Moselle statt.

Urlauber und Olympiafans könnten viel Geduld brauchen

Die Folgen für das französische Schienennetz sind ernsthaft und werden voraussichtlich das gesamte Wochenende spürbar sein. Laut der französischen Bahn müssen sich 800.000 Menschen auf Störungen und Zugausfälle einstellen. „Jeder zweite Zug nach Osten, nach Norden und jeder vierte Schnellzug in Richtung Bordeaux ist betroffen“, kündigte der geschäftsführende Verkehrsminister Patrice Vergriete an.

Auch auf dem Weg zum Stade de France im Norden von Paris, wo Rugbyspiele und Leichtathletik-Wettkämpfe stattfinden, gibt es derzeit keine Bewegung. Trotzdem blieben direkte Einschränkungen für die sportlichen Veranstaltungen vorerst minimal, da am Freitag kein Training und kein Wettkampf im olympischen Programm steht.

Die Deutsche Bahn erwartet, dass die Anschläge kaum Auswirkungen auf den Zugverkehr in Deutschland haben werden. Es könnte jedoch zu Behinderungen bei Zügen kommen, die von oder nach Straßburg oder Paris fahren.

IOC hat keine Sicherheitsbedenken

Von den Olympia-Organisatoren gibt es bislang noch keine Informationen, ob die Vorfälle Einfluss auf die Eröffnungsfeier am Abend haben. IOC-Präsident Thomas Bach zeigte sich allerdings nicht beunruhigt. «Wir haben volles Vertrauen in die französischen Behörden», sagte der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees. Alle erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen seien getroffen worden. Die französischen Behörden würden zudem von 180 weiteren Geheimdiensten aus der ganzen Welt unterstützt, erklärte Bach.

Die Eröffnung der Spiele in Paris wird mit einer prächtigen Show auf der Seine offiziell gefeiert. Es wird erwartet, dass etwa 45.000 Sicherheitskräfte im Einsatz sein werden.

Vor den Olympischen Spielen haben die Polizei und das Militär in Paris ihre Präsenz massiv verstärkt. Im März hatte Frankreich die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen. Ende Mai vereitelten Ermittler Pläne für einen islamistischen Terroranschlag auf ein Fußballspiel während der Olympischen Spiele.

dpa