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Silvester 2026 in Deutschland: Feiern und Angriffe auf Polizei

Deutschland startet ins Jahr 2026 mit ausgelassenen Feiern, aber auch Angriffen auf Polizei und Brände. In Berlin gab es bis 1.00 Uhr mehr als 300 Festnahmen.

Erneut sind Polizisten und Rettungskräfte in Berlin von Silvester-Randalierern angegriffen worden.
Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Ausgelassene Feiern, aber auch Angriffe auf Polizei und Brände: Deutschland hat das Jahr 2026 begonnen. Um Mitternacht umarmten sich die Menschen und prosteten sich zu. Die Feierlichkeiten werden von einem großen Polizeiaufgebot begleitet – als Reaktion auf Angriffe auf Einsatzkräfte in den vergangenen Jahren. Bis 1.00 Uhr wurden allein in Berlin mehr als 300 Festnahmen verzeichnet.

Bisher sind keine größeren Zwischenfälle in Deutschland bekannt geworden. Jedoch sind Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst im Einsatz. In Berlin wurden Polizisten und Sanitäter attackiert. In Neukölln in der Hermannstraße und in Moabit haben Menschen Feuerwerksraketen und Böller auf Einsatzkräfte abgefeuert und geworfen, so Polizeisprecher Florian Nath. Bei der Festnahme mutmaßlicher Täter kam es zu weiteren Angriffen.

In Spandau wurde angeblich eine Person durch die Explosion einer Kugelbombe leicht verletzt. Es gab zunächst keine genaueren Informationen, so die Polizei. Am Silvesterabend wurden über 100 Personen vorübergehend festgenommen, weil sie Feuerwerkskörper missbraucht haben sollen, so die Polizei. Meist handelte es sich um Verstöße gegen Sprengstoffvorschriften. Neun Polizisten wurden leicht verletzt, hauptsächlich durch Knalltraumata von Böllern.

Feuerwehren im Dauereinsatz

In Hamburg gab es auch in der Nacht Zwischenfälle: In Steilshoop wurden Passanten und Einsatzkräfte laut Polizei mit Pyrotechnik beworfen. Es gab keine Berichte über Verletzte. Es wurden mutmaßliche Täter identifiziert, aber ob sie festgenommen wurden, war unklar. In Leipzig brannten Mülltonnen. Es kam zu Zwischenfällen. Die Situation war noch unübersichtlich.

Auch die Feuerwehren sind im Dauereinsatz: Brände wurden in der Nacht aus mehreren Bundesländern gemeldet. So standen Dachstühle in Flammen, es brannten Mülltonnen, Hecken, Autos. Eine erste Bilanz wurde erst für den Neujahrstag erwartet.

Wo gab es die größten Partys?

Dieses Mal fanden die größten öffentlichen Partys unter freiem Himmel am Brandenburger Tor in Berlin, am Hafen in Hamburg und in der Münchner Innenstadt statt. In Berlin feierten Tausende von Menschen in der Nähe des Brandenburger Tors auf der Straße des 17. Juni fröhlich bei der offiziellen Freiluftparty der Hauptstadt. Es standen 25.000 Tickets zur Verfügung.

Bei einer großen Silvesterparty auf der Ludwigstraße in München feierten nach Veranstalterangaben um die 10.000 Menschen in das Jahr 2026 hinein. Es sei alles ganz friedlich gewesen, sagte Katrin Strauch von der Veranstaltungsagentur Gral. «Es gab keine Zwischenfälle, überhaupt nichts.»

Wer das neue Jahr im Freien begrüßte, war am besten warm angezogen. In einigen Teilen Deutschlands warnte der Deutsche Wetterdienst vor Schnee und Glätte. Im Norden wird es in den nächsten Stunden zunehmend stürmisch.

Diskussion um Silvesterböller

Die Diskussion über ein Böllerverbot ist erneut entflammt. Unter anderem Ärztevertreter, Polizisten und Tierschützer fordern ein generelles Anwendungsverbot für private Böller und Raketen. Denn immer wieder gibt es viele Verletzte durch Pyrotechnik und sogar Tote.

Die Niederlande machen bereits Ernst: Ab dem Jahreswechsel 2026/2027 ist privates Feuerwerk per Parlamentsbeschluss verboten. Die Behörden rechneten deshalb mit einer besonders lauten und intensiven Nacht.

ZDF-Silvestershow kommt diesmal aus Hamburg

Anders als in den vergangenen Jahren fand die ZDF-Silvestershow mit Andrea Kiewel und Johannes B. Kerner dieses Mal nicht in Berlin, sondern in der Hafencity in Hamburg statt. In der ARD moderierte Florian Silbereisen zum zweiten Mal eine Silvestershow aus München.

In Deutschland dauert es noch, aber Millionen Menschen sind bereits ins neue Jahr gerutscht. Den weltweiten Beginn machte um 11.00 Uhr MEZ das Südsee-Atoll Kiritimati mit seinen rund 7.300 Einwohnern, das zu Kiribati gehört. Danach folgten unter anderem Neuseeland und Teile Australiens.

Sydney zeigte zwei Wochen nach dem tödlichen Anschlag am Bondi Beach, dass die Menschen in der Stadt sich nicht vom Terror einschüchtern lassen. Um 14.00 Uhr deutscher Zeit wurde wie üblich ein großes Feuerwerk rund um die ikonische Harbour Bridge und das Opernhaus entzündet – unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. Die traditionellen Feiern am Bondi Beach wurden jedoch abgesagt.

Am weltbekannten Strand haben am 14. Dezember zwei Attentäter – ein Vater und sein Sohn – beim jüdischen Lichterfest Chanukka auf eine Menschenmenge geschossen. 15 Menschen sind gestorben, Dutzende wurden verletzt. Schon vor Mitternacht gedachten die Opfer in einer bewegenden Schweigeminute.

Feuerwerk an der Copacabana und «Ball Drop» in New York

Bis zum Mittag des Neujahrstags deutscher Zeit wird an vielen Orten noch gefeiert. Um 4.00 Uhr MEZ werden von Flößen vor dem berühmten Copacabana-Strand in Rio de Janeiro Tausende Raketen und Böller in den tropischen Nachthimmel geschossen.

Der wohl bekannteste Countdown der Welt startet sechs Stunden nach Deutschland: In New York wird der Times-Square-Ball an einem 43 Meter hohen Mast herabgelassen und läutet somit den Beginn des neuen Jahres ein.

Es dauert 26 Stunden, bis der gesamte Globus in das neue Jahr gerutscht ist. Amerikanisch-Samoa, das nur 220 Kilometer östlich von Samoa auf der anderen Seite der internationalen Datumsgrenze liegt, wird der letzte bewohnte Ort der Erde sein, der das neue Jahr begrüßt – zwölf Stunden nach Deutschland.

dpa