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ARD-Reform: Diese Radiowellen werden abgeschaltet – massive Einschnitte starten am 1. Dezember

Mit Inkrafttreten des Reformstaatsvertrags am 1. Dezember verschlankt die ARD ihr Radioprogramm – beliebte Sender wie PULS, BR24live oder NDR Blue fallen weg.

Foto: Depositphotos

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk steht vor einem tiefgreifenden Umbau: Ab dem 1. Dezember tritt der neue Reformstaatsvertrag in Kraft — und mit ihm beginnt die ARD-Rundfunkreform 2025. Der Senderverbund reduziert die Zahl seiner Hörfunksender drastisch: Von derzeit rund 70 Programmen bleiben langfristig nur 53 übrig. 

Als erste Maßnahmen kündigte die ARD bereits an, etliche bekannter Radiosender und Spartenwellen einzustellen. Betroffen sind unter anderem Programme wie PULS, BR24live, BR Schlager, BR Verkehr, MDR Klassik, MDR Tweens, MDR Schlagerwelt, NDR Schlager, NDR Blue, NDR Info Spezial sowie die Regionalwellen WDR Event und WDR Die Maus. 

Für Hörfunkhörer bedeutet das: Wer bislang regelmäßig bei diesen Sendern eingeschaltet hat, muss künftig umdenken. Zwar sollen viele Inhalte — insbesondere Spezialprogramme, Musikkanäle und Spartenwellen — nicht komplett verschwinden, sondern teils ins Netz verlagert oder mit anderen Programmen zusammengelegt werden. Doch ob Reichweite, Programmvielfalt und regionale Vielfalt dabei erhalten bleiben, ist ungewiss. 

Konkret plant die ARD, junge Zielgruppen, klassische Musikfans und Liebhaber spezieller Genres künftig stärker über digitale Formate oder Mediatheken zu bedienen. So könnte der lineare Hörfunk — zumindest bei manchen Wellen — bald Vergangenheit sein. Besonders deutlich trifft es Jugend- und Spartenkanäle. Für viele Hörer heißt das: Abschied vom gewohnten Radio — und Umstieg auf Streaming, Podcasts oder Webradio. 

Aber nicht nur der Hörfunk verändert sich: Auch bei den Online-Angeboten der ARD gibt es wesentliche Neuerungen. So sollen künftig strengere Regeln für Textinhalte gelten — Programme wie tagesschau müssen zuerst Audio- oder Videoformate ausstrahlen, bevor Texte veröffentlicht werden dürfen. Das dürfte das klassische Online-Nachrichtenangebot deutlich beeinflussen. 

Die ARD selbst warnt bereits vor möglichen Folgen: Reichweite, Sichtbarkeit im Netz und Themenvielfalt könnten leiden. Besonders kleinere Zielgruppen und Spezialinteressen könnten unter der Reform leiden — Gleichzeitig hofft man auf Effizienzsteigerung und eine zeitgemäßere Ausrichtung des öffentlich-rechtlichen Angebots. 

Für viele Hörer bedeutet das nun: Radioklassiker, Lieblingssender oder oftmals gehörte Musik-Sparten könnten bald Geschichte sein. Wer sich weiterhin über Musik fernab vom Mainstream, Jugendangebote oder Spezialinhalte informieren will, muss sich auf neue Formate einstellen — Podcasts, Audio-Streams oder das Internet könnten künftig die wichtigsten Empfangswege sein. Ob das reicht, um die Vielfalt des bisherigen Programms aufrechtzuerhalten — das bleibt abzuwarten.

Die Reform markiert zweifellos einen der größten Umbrüche in der Geschichte des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland. Für viele Nutzer heißt das: Abschied von vertrauten Sendern — und ein Einstieg in eine neue Ära des Hörfunks. Ob das Ergebnis am Ende mehr Effizienz und zeitgemäße Inhalte bringt oder vor allem Lücken in Programmtradition und Vielfalt hinterlässt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

Ricardo Bohn