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Autokontrolle bei Paar: Polizisten von Lüge freigesprochen

Zwei Beamte kontrollieren in London ein schwarzes Sportlerpaar, das der Polizei Rassismus vorwirft. Die Beamten geben an, sie hätten Cannabis gerochen. Eine Lüge?

Die Athleten Bianca Williams (r.) und Ricardo dos Santos warfen der Polizei vor, sie aus rassistischen Gründen kontrolliert zu haben. (Archivbild)
Foto: Jonathan Brady/PA Wire/dpa

Zwei entlassene Beamte der Londoner Polizei wurden freigesprochen, nachdem sie fälschlicherweise beschuldigt wurden, schwarze Sportler zu kontrollieren, und dürfen wieder in den Dienst zurückkehren. Das Berufungsgremium der Metropolitan Police hat das Urteil des Disziplinarausschusses aufgehoben.

Ricardo dos Santos, der portugiesische 400-Meter-Läufer, äußerte seine Enttäuschung. „Meine Partnerin, die britische Sprinterin Bianca Williams, und ich werden die Entscheidung vor einem zivilen Gericht anfechten“, kündigte er an.

Auf Rückfahrt vom Training gestoppt

Williams und dos Santos wurden im Sommer 2020 angehalten, als sie mit ihrem drei Monate alten Baby vom Training nach Hause fuhren. Die Beamten legten dem Paar Handschellen an und durchsuchten das Auto vergeblich nach Waffen und Drogen. Die Sportler beschuldigten die Polizei, aus rassistischen Gründen kontrolliert worden zu sein.

Der Disziplinarausschuss sprach die Beamten damals von mehreren Vorwürfen frei. Das Gremium kam jedoch zu dem Schluss, dass zwei der beteiligten Polizisten gelogen hatten, als sie angaben, sie hätten Cannabis gerochen. Die beiden Männer wurden daraufhin entlassen.

Die Entscheidung vom November 2023 sei irrational und widersprüchlich gewesen und habe den Ruf der angesehenen Polizisten ruiniert, sagte jetzt der Vorsitzende des Police Appeals Tribunal, Damien Moore. «Die beiden Beamten haben nicht gelogen. Beide Beamten werden nun wieder bei der Metropolitan Police eingestellt. Sie sollten rückwirkend ihren Lohn erhalten.»

dpa