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Bahn und GDL informieren über Details bei Tariflösung

Der Tarifstreit bei der Bahn ist vorbei. Zwischen dem Konzern und der GDL gibt es einen Abschluss. Ob die Bahn am Ende vollständig bei den Arbeitszeitforderungen eingelenkt ist, wird heute bekannt.

Wie genau der Tarifkompromiss aussieht, wollen die Bahn um Personalvorstand Martin Seiler (r) und die GDL um Chef Claus Weselsky (l) heute verkünden.
Foto: Fabian Sommer/dpa

Für Reisende der Deutschen Bahn kehrt ein Stück weit Zuverlässigkeit auf die Schiene zurück. Der Konzern und die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) haben ihren langwierigen Tarifstreit mit mehreren Arbeitskämpfen beigelegt, wie beide Seiten am Abend mitteilten. Weitere Streiks sind somit ausgeschlossen.

Bahn und GDL werden heute in separaten Pressekonferenzen verkünden, wie der Tarifkompromiss aussieht. Es bleibt offen, ob sich die GDL mit ihrer Hauptforderung nach einer Reduzierung der Wochenarbeitszeit für Schichtarbeiter von 38 auf 35 Stunden bei gleichbleibendem Lohn vollständig durchsetzen konnte oder nicht.

Sechs Streiks

Im Verlauf des nun abgeschlossenen Tarifkonflikts führten insgesamt sechs Arbeitskämpfe der GDL zu erheblichen Einschränkungen für Bahnkunden. Zuletzt kündigte Gewerkschaftschef Claus Weselsky Streiks deutlich kurzfristiger an als zuvor. Eine Annäherung zwischen den beiden Seiten war lange Zeit nicht in Sicht. Im Februar gab es Hoffnung, als beide Parteien wochenlang hinter verschlossenen Türen und mit externen Moderatoren verhandelten. Doch die Gespräche scheiterten schließlich Anfang März, woraufhin erneut Streiks folgten.

Vor etwas mehr als einer Woche gaben Bahn und GDL überraschend bekannt, dass sie wieder Verhandlungen führen. Sie äußerten sich optimistisch, dass es dieses Mal eine Lösung geben könnte. Neben der Frage der Arbeitszeitreduzierung war auch die Laufzeit eines zukünftigen Tarifvertrags umstritten. Darüber hinaus forderte die GDL ursprünglich eine Erhöhung von 555 Euro pro Monat sowie eine steuer- und abgabenfreie Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 3000 Euro.

GDL lehnte Kompromiss ab

Der Kompromissvorschlag der Vermittler im Februar sah vor, dass die Löhne und Gehälter schrittweise um 410 Euro erhöht werden. Zum 1. August dieses Jahres sollten zusätzlich 200 Euro gezahlt werden, und zum 1. April 2025 weitere 210 Euro. Der Vertrag hätte eine Laufzeit von 30 Monaten gehabt. Die GDL stimmte jedoch nicht zu.

Der Tarifkonflikt begann Anfang November. Nach der zweiten Verhandlungsrunde erklärte Weselsky die Gespräche für gescheitert und leitete im Dezember eine Urabstimmung über unbefristete Streiks ein.

Bahnkunden können vorerst aufatmen, da bis zum nächsten Frühjahr keine weiteren Tarifrunden bei der Bahn geplant sind. Der Tarifvertrag mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) gilt bis Ende März 2025, erst danach sind erneute Arbeitskämpfe möglich.

dpa