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Deutsche Bahn und GDL verhandeln wieder – Einigung laut DB in Sicht

Hoffnungsschimmer für Fahrgäste: Die Lokführergewerkschaft GDL und der bundeseigene Konzern verhandeln wieder. Laut Bahn steht eine Einigung bevor – und Streiks soll es vorerst nicht geben.

Ein ICE fährt in den Erfurter Hauptbahnhof.
Foto: Martin Schutt/dpa

Durchatmen bei Fahrgästen der Deutschen Bahn: Nach zwei weiteren Streiks der Lokführergewerkschaft GDL innerhalb von zwei Wochen verhandeln beide Seiten in dem seit Monaten schwelenden Tarifkonflikt wieder miteinander. «Beide Parteien sind zuversichtlich, in der nächsten Woche ein Ergebnis mitteilen zu können.», teilte die Bahn am Samstag in Berlin mit. Die GDL sehe bis dahin von weiteren Streiks ab. «Zu vielen Themen wurde eine Verständigung erreicht», hieß es bei der Bahn.

Die Verhandlungen finden laut Mitteilung hinter verschlossenen Türen statt. Über den weiteren Verhandlungsstand sei Stillschweigen vereinbart worden. «Die Verhandlungen sind intensiv, aber konstruktiv», so die Bahn.

Zuletzt trafen sich beide Parteien im Februar für mehrere Wochen hinter verschlossenen Türen, um eine Lösung für den Tarifkonflikt zu finden. In dieser Phase fungierten der ehemalige Bundesinnenminister Thomas de Maizière und der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Daniel Günther (beide CDU), als Vermittler. Es war zunächst unklar, ob die beiden auch in dieser Verhandlungsrunde wieder als Moderatoren agieren würden.

Auch diesmal wird es trotz dieser Möglichkeit keine formale Schlichtung geben. Die GDL hat eine solche bisher abgelehnt. Bei einer solchen müssten sich beide Seiten zuvor auf eine Schlichtungsvereinbarung einigen. Oft bedeutet dies, dass ein Schlichterspruch für beide Seiten verbindlich ist. Dies traf jedoch nicht auf den Kompromissvorschlag zu, den de Maizière und Günther in der letzten Verhandlungsrunde gemacht hatten. Die Gewerkschaft stimmte daher nicht zu.

Sechs Mal hat die GDL im Tarifstreit bisher zu Arbeitskämpfen aufgerufen

Der entscheidende Punkt der Verhandlungen war zuletzt der Konflikt über die von der GDL geforderte Reduzierung der Arbeitszeit für Schichtarbeiter von 38 auf 35 Stunden pro Woche bei gleichbleibendem Lohn. Die Bahn hatte bisher zugestimmt, die Arbeitszeit in zwei Schritten bis 2028 auf 36 Stunden zu reduzieren, ohne finanzielle Einbußen. GDL-Chef Claus Weselsky war jedoch nicht bereit, darauf einzugehen.

Die Gewerkschaft hat bereits mit über zwei Dutzend anderen Eisenbahnunternehmen Tarifverträge abgeschlossen, in denen die 35-Stundenwoche festgelegt ist. Diese Verträge stehen jedoch unter der Bedingung, dass auch die Bahn einem solchen Abschluss zustimmt. Andernfalls würden die bestehenden Verträge entsprechend geändert. Weselsky möchte dies verhindern.

Die GDL hat bereits sechs Mal im Tarifstreit zu Arbeitskämpfen aufgerufen. Zuletzt entschied sich die Gewerkschaft für einen Wellenstreik, der im Vergleich zu den vorherigen Ausständen deutlich kurzfristiger angekündigt wurde. Nach der Wiederaufnahme der Verhandlungen hat sich die GDL verpflichtet, während der Gespräche auf weitere Streiks zu verzichten.

dpa