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Bankangestellte gesteht Diebstahl von fast einer halben Million Euro

Die junge Frau gesteht, mit einem Mittäter den Raub vorgetäuscht zu haben und 100.000 Euro erhalten zu haben. Ihr fingierter Notruf löste einen großen Polizeieinsatz aus.

Die junge Frau legte ein Geständnis ab.
Foto: Sven Hoppe/dpa

Eine junge Bankangestellte hat gestanden, fast eine halbe Million Euro aus dem Tresor der Bank gestohlen zu haben, in der sie arbeitete. Sie ist wegen Diebstahls, Vortäuschens einer Straftat und Missbrauchs von Notrufen angeklagt und ließ die Vorwürfe über ihren Anwalt einräumen.

Sie hat mit einem Komplizen, dessen Namen sie nicht nennen möchte, den Plan für die Tat geschmiedet, den Banküberfall inszeniert und persönlich 100.000 Euro von der Gesamtbeute in Höhe von 459.940 Euro erhalten. Es ist unklar, wo der Rest des Geldes geblieben ist. Ihr inszenierter Notruf löste am 25. Oktober des vergangenen Jahres einen großen Polizeieinsatz aus, bei dem sogar zwei Männer festgenommen wurden, auf die ihre angebliche Täterbeschreibung passte.

Sie habe eine schwere und auch von häuslicher Gewalt geprägte Kindheit gehabt, schilderte die 23-Jährige. Ihre Mutter habe sich für einen neuen Partner entschieden und sie und ihre drei Schwestern allein gelassen. Bei der Arbeit sei die gehänselt worden, weil sie damals «deutlich über 100 Kilo» wog. Auch nach einer Magenverkleinerung und drastischer Gewichtsabnahme seien die Gemeinheiten aber geblieben. 

Allein gelassen und «abgedriftet»

Sie sei oft mit allen Aufgaben allein gelassen worden und mit der Situation überfordert gewesen. Außerdem sei sie «privat in Kreise abgedriftet, was sie heute bereut», sagte ihr Anwalt und betonte: «Das Ganze tut ihr natürlich jetzt rückblickend sehr leid.»

Zusammen mit der jungen Frau wird ihr drei Jahre jüngerer Freund als Mitangeklagter genannt, der angeblich Geld aus dem Diebstahl erhalten haben soll und deshalb wegen Begünstigung angeklagt ist. Nachdem sie eine Beziehung mit ihm begonnen hatte, gab die 23-Jährige an, Schulden gemacht zu haben, obwohl sie zuletzt bei der Bank zwischen 2.300 und 2.400 Euro netto verdiente, für Möbel, Kleidung, Mietwagen und Online-Spiele.

Das Gericht plant, fünf Verhandlungstage einzulegen, sodass das Urteil voraussichtlich am 24. September verkündet wird.

dpa