Kunden der Sparkassen-Geschäftsstelle in Gelsenkirchen-Buer müssen sich noch gedulden. Nach dem Einbruch nennt die Bank nun Details zum aktuellen Ermittlungsstand.
Bankfiliale in Gelsenkirchen bleibt nach Einbruch vorerst zu

Die Sparkassenfiliale in Gelsenkirchen bleibt nach dem spektakulären Einbruch mit Millionenbeute noch einige Tage geschlossen. Die Beseitigung der Einbruchschäden ist noch nicht abgeschlossen, wie die Bank mitteilte. Die Kunden werden informiert, sobald die Filiale wieder öffnet.
Laut eigenen Angaben arbeitet die Sparkasse weiterhin daran, die entstandenen Schäden zu erfassen und zu beheben. Das Loch im Tresorraum wurde mittlerweile von Experten geschlossen.
Die Mitarbeiter der Sparkasse registrieren unter notarieller Aufsicht Wertgegenstände und Dokumente, die die Täter nicht mitgenommen haben. Dies wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Die Sparkasse bedauert den Vorfall zutiefst und steht in engem Kontakt mit der Polizei.
Sparkasse bittet um Inventarlisten
Die Einsatzkräfte stießen am Montagmorgen nach einem Alarm der Brandmeldeanlage auf den Einbruch. Fast alle 3.250 Kunden-Schließfächer der Sparkassen-Filiale im Stadtteil Buer wurden von den Tätern aufgebrochen. Sie gelangten in einen Archivraum, von dem aus sie ein großes Loch in den Tresorraum bohrten. Die Tat könnte sich über mehrere Tage erstreckt haben.
Die Bank sendet momentan Schreiben an die Inhaber von Schließfächern und fordert sie auf, Inventarlisten und Nachweise über den Inhalt, beispielsweise in Form von Fotos, einzureichen. Laut Sparkasse wurden bereits über 1.000 Betroffene über eine Hotline kontaktiert.
Die meisten Besitzer der etwa 150 unbeschädigten Schließfächer wurden kontaktiert. Kunden in Not können weiterhin die Hotline unter 0209 161 1110 erreichen.
Wie hoch ist der Schaden?
Die Beute wurde zunächst grob mit der Versicherungssumme in Höhe von rund 30 Millionen Euro angegeben, könnte aber auch deutlich darüber liegen. «Wir gehen von einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag aus», sagte ein Sprecher der Polizei. Wie hoch die Schadenssumme sei, lasse sich derzeit jedoch nicht seriös beziffern. Auch die Sparkasse äußerte sich dazu nicht. «Wir wissen nicht, was in den Schließfächern drin ist», sagte ein Sprecher.
Laut der Sparkasse ist der Inhalt eines Schließfachs mit bis zu 10.300 Euro versichert. Über 100 Kunden haben eine höhere Summe versichert.
Polizei fahndet mit Fotos nach Tätern
Am Wochenende veröffentlichte die Polizei Fotos der maskierten Tatverdächtigen, die aus Überwachungskameras stammen. Laut einem Polizeisprecher wurden die Bilder am 29. Dezember im angrenzenden Parkhaus aufgenommen, von dem aus die Einbrecher Zugang zur Bank erlangten.
Die Fotos zeigen drei Personen mit schwarzen Sturmhauben. Eine von ihnen trägt rote Handschuhe, eine andere Person grüne. Es wurden auch Bilder eines schwarzen Audi RS 6 und eines weißen Kleintransporters Mercedes-Citan veröffentlicht. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Täter die Autos zur Flucht benutzt haben. Beide Fahrzeuge hatten gefälschte Kennzeichen – der Audi hatte eins aus Hannover, der Mercedes fuhr mit einem falschen Kennzeichen aus Beckum.
Die Polizei bittet nun um Informationen zu den Personen und Fahrzeugen. Nach dem Einbruch verfolgen die Ermittler zahlreiche Hinweise. Eine konkrete Spur existiert jedoch laut Angaben nicht.








