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Baubranche mit Schwung aus der Krise – Trendwende zeichnet sich ab

Nach Jahren der Krise zeigt die deutsche Baubranche erstmals wieder Wachstum: Auftragseingänge und Umsätze steigen spürbar. Vor allem der Tiefbau profitiert von Infrastrukturprojekten – Experten sprechen von einer möglichen Trendwende für 2026.

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Foto: NF24 / KI

Nach Jahren der Schwäche zeigt die deutsche Bauwirtschaft erstmals seit längerer Zeit wieder deutliche positive Signale: Sowohl die Aufträge als auch der Umsatz im Bauhauptgewerbe sind 2025 im Vergleich zum Vorjahr gestiegen – ein Zeichen dafür, dass die Branche aus der langwierigen Flaute herauskommt.

Auftragseingänge steigen merklich

Das Statistische Bundesamt meldete zuletzt, dass die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe 2025 real um rund 7 % bzw. inklusive Preise um über 10 % zulegten. Besonders stark zog der Wohnungsbau an, wenn auch von einem historisch niedrigen Niveau aus, und im Tiefbau erreichten die Bestellungen neue Höchststände.

Reale Umsatzdaten untermauern diesen Aufschwung: Der Bauhauptgewerbe-Umsatz lag im vergangenen Jahr preisbereinigt um rund 2,4 % über dem Vorjahr, der erste reale Zuwachs seit 2020. Vor allem größere Bauunternehmen profitierten von dieser Entwicklung.

Unterschiedliche Segmente entwickeln sich uneinheitlich

Während der Tiefbau, etwa bei Infrastrukturprojekten wie Bahnstreckensanierungen, kräftige Zuwächse verzeichnete, zeigte der Hochbau ein leichtes Minus beim realen Umsatz. Das liegt daran, dass private Bauherren nach wie vor von hohen Finanzierungskosten und Materialpreisen gebremst werden.

Trotz dieses differenzierten Bildes sehen Branchenvertreter die aktuelle Entwicklung als Trendwende, nachdem die Bauwirtschaft infolge stark steigender Zinsen und Baukosten seit dem Ukraine-Krieg über Jahre in einer tiefen Krise steckte.

Gründe für die Erholung

Für 2026 sind die Erwartungen optimistischer: Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) prognostiziert ein Umsatzwachstum von etwa 2,5 %, unterstützt durch stabile Zinsen und umfangreiche staatliche Infrastrukturinvestitionen – etwa in Straßen, Schienen und digitale Netze.

Auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet damit, dass das Bauvolumen nach fünf Jahren erstmals wieder real wächst, was den seit Jahren anhaltenden Trendwechsel weiter stützt.

Herausforderungen bleiben bestehen

Trotz der Anzeichen für eine Erholung bleiben strukturelle Probleme bestehen: Der Wohnungsbau schöpft seine Kapazitäten nur langsam aus, und der Wohnungsmangel – insbesondere in Ballungsräumen – bleibt ein drängendes Thema. Zudem können Materialkosten, Fachkräftemangel und Zinsdynamik künftige Entwicklungen beeinflussen.

Insgesamt zeigt sich die Baubranche 2025 jedoch stabiler und mit positiven Aussichten für 2026 – ein Hoffnungsschimmer nach Jahren des Rückgangs, der den Aufschwung in der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands widerspiegelt.

bh
Quellen: n-tv.de