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Berichte: Großeltern des toten Émile wieder auf freiem Fuß

In einem französischen Dorf verschwindet ein Zweijähriger spurlos. Monate später entdeckt eine Spaziergängerin seinen Schädel. Fahnder vernahmen nun die Großeltern – doch sie kommen frei.

Die Großeltern sind nach Medienberichten wieder auf freiem Fuß. (Archivfoto)
Foto: Clement Mahoudeau/AFP/dpa

Im Fall des rätselhaften Tods des zweijährigen Émile in Frankreich sind die Großeltern des Kindes übereinstimmenden Medienberichten zufolge wieder auf freiem Fuß. Auch eine Tante und ein Onkel des Kindes kamen wieder aus dem Polizeigewahrsam, wie der Sender BFMTV unter Verweis auf die Staatsanwaltschaft Aix-en-Provence berichtete. Die Zeitung «Le Parisien» und der Sender France Info berichteten unter Berufung auf informierte Kreise und die Anwälte der Großeltern ebenfalls, dass alle vier wieder freikamen.

Die Staatsanwaltschaft hat eine Pressekonferenz für 10.30 Uhr am Donnerstagvormittag angekündigt.

Am Dienstag und somit mehr als anderthalb Jahre nach dem Verschwinden von Émile wurden die Großeltern, ebenso wie zwei ihrer Kinder, von der Polizei in Gewahrsam genommen. Laut mehreren Medienberichten war diese Maßnahme schon länger geplant. Es sollte unter anderem die Zeitangaben des Großvaters überprüft werden. Nach Angaben der Fahnder wurden auch ein Auto und ein Pferdewagen der Großeltern beschlagnahmt.

Fahnder hatten mit Großaufgebot nach Émile gesucht

Émile war im Sommer 2023 im südfranzösischen Bergdorf Le Vernet verschwunden. Der Zweieinhalbjährige war bei seinen Großeltern im Urlaub, als sie ihn am 8. Juli gegen Abend aus den Augen verloren, wie zuvor angegeben. Zwei Zeugen berichteten, dass sie das Kind noch gesehen hatten, als es die Straße hinunter lief.

In den Tagen und Wochen nach dem Verschwinden des Jungen suchte die Polizei immer wieder mit einem großen Aufgebot die Umgebung ab. Auch Leichenspürhunde wurden eingesetzt, um das Gebiet zu durchkämmen. Die Fahnder durchsuchten Wohnungen in dem kleinen Dorf mit nur 125 Einwohnern und sperrten es sogar ab, um den Tag des Verschwindens vor Ort nachzustellen. Die Justiz leitete zunächst Ermittlungen wegen Entführung und Freiheitsberaubung ein. Auch ein Unfall wurde nicht ausgeschlossen.

Knochenfund brachte traurige Gewissheit

Der mysteriöse Fall hatte in Frankreich für Schock und große Betroffenheit gesorgt. Fast ein Jahr später entdeckte eine Spaziergängerin dann im Waldgebiet in der Nähe des Dorfes den Schädel des Kindes. Kurz darauf fanden Ermittler auch das T-Shirt, die Schuhe und die Unterhose verstreut an einem nahe gelegenen Bach, die Émile am Tag seines Verschwindens trug.

Nach dem Knochenfund hatten die Ermittler zunächst keine Gewissheit über die Todesursache. «Zwischen einem Sturz des Kindes, fahrlässiger Tötung und Mord können wir noch immer keine These als wahrscheinlicher erachten als die andere, um das Verschwinden und den Tod des Kindes Émile zu erklären», hatte Staatsanwalt Jean-Luc Blachon damals gesagt. Auch wie lange Kleidung und Schädel schon an der Stelle gelegen hatten, wussten die Fahnder zunächst nicht.

dpa