Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Schmierereien in Berlin führen bundesweit – Zahlen der Bundespolizei

Berlin verzeichnete 1.983 Delikte durch Graffiti von Januar bis Oktober, führt die Statistik an, mit 100 Fällen mehr als im Vorjahr.

Schmierereien verursachen Millionen-Schäden bei der Bahn. (Archivbild)
Foto: Arne Dedert/dpa

Züge und Anlagen von Bahnunternehmen in Berlin sind bundesweit am häufigsten von Schmierereien betroffen. Laut Zahlen der Bundespolizei gab es von Januar bis Oktober in der Hauptstadt 1.983 solcher Delikte, etwa durch Sprayer angebrachte Graffiti. Damit führt Berlin wie in den Vorjahren die Statistik an. In diesem Jahr habe es sogar etwa 100 Fälle mehr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gegeben.

Die Bundespolizei hat für das laufende Jahr bis Oktober weitere Schwerpunktstädte aufgelistet: München mit 872 Delikten, Hamburg (515), Nürnberg (244), Dresden (241), Leipzig (200) und Köln (194). Im Vergleich zum Vorjahr sind in Frankfurt am Main (162) deutlich weniger Fälle bekannt geworden.

Die Statistik bezieht sich auf alle Bahnunternehmen. Es ist wichtig zu beachten, dass in Großstädten die Anzahl der Bahnhöfe und Züge größer ist als in kleineren Städten, was die Wahrscheinlichkeit solcher Delikte erhöht.

Wie viele Fälle gibt es bundesweit?

Bundesweit stieg die Zahl solcher Sachbeschädigungen erneut im Vergleich zu den Vorjahren. Laut Bundespolizei wurden bis Oktober in allen Bundesländern 17.829 Delikte gemeldet – 2024 waren es in dem Zeitraum rund 1.200 weniger. Die Statistik erfasst laut Bundespolizei nicht ausschließlich Graffiti, sondern alle Fälle, bei denen das «Erscheinungsbild» unerlaubt verändert wurde. Am häufigsten waren laut der Statistik Bahnhöfe betroffen.

Die Polizei gab an, dass im laufenden Jahr 18.812 Tatverdächtige identifiziert wurden. Die meisten von ihnen (17.811) blieben unerkannt. Laut der Deutschen Bahn werden jedes Jahr mehr als 2.700 Täter und Täterinnen von den eigenen Sicherheitskräften des Unternehmens auf frischer Tat ertappt. Ein Viertel davon sind Sprayer, die dann der Bundespolizei übergeben werden.

Was sagt die Deutsche Bahn dazu?

Die Deutsche Bahn (DB) spricht von jährlich etwa zwölf Millionen Euro Schaden durch Graffiti an ihren Zügen und auf Anlagen. «Beim Thema Graffiti und Vandalismus verzeichnen wir in diesem Jahr einen steigenden Trend», sagte eine Bahnsprecherin. Genaue Zahlen sollen erst im neuen Jahr vorliegen. 2024 seien es bei der DB rund 32.000 Fälle von Vandalismus gewesen.

Auf ihrer Internetseite schreibt das Unternehmen: «Millionen Fahrgäste finden Graffiti überhaupt nicht cool, sondern fühlen sich davon belästigt und in ihrem subjektiven Sicherheitsgefühl beeinträchtigt.» Deshalb würden Graffiti so schnell wie möglich beseitigt. Speziell geschulte Mitarbeiter müssten einzelne Farbschichten in mühsamer Handarbeit Schicht für Schicht abtragen. 

Auf Bahnanlagen lauern Gefahren

Laut Bahn werden Sprayer strafrechtlich verfolgt. Der Schaden müsse in voller Höhe ersetzt werden. «Von Kindern ab dem siebten Lebensjahr kann man noch bis zu 30 Jahre nach der Verurteilung Schadenersatz fordern», schreibt die Bahn. 

Zugleich begeben sich Sprayer in Lebensgefahr. Sie riskieren den Angaben zufolge zum Beispiel, unter fahrende Züge zu geraten. In Berlin und Hamburg drohe zudem die Gefahr eines Stromschlags durch S-Bahn-Stromschienen neben dem Gleis. «Mehrmals im Jahr verunglücken Sprayer bei solchen Unfällen – oft mit tödlichem Ausgang.»

dpa