Betreiber betonen Sicherheit in den meisten Bädern, trotz vereinzelter Vorfälle von Gewalt und Belästigung. Maßnahmen für mehr Sicherheit bereits ergriffen.
Gewalt und Belästigung in Freibädern: Betreiber sehen Sicherheit nicht in Gefahr

Immer wieder kommt es in Freibädern zu Straftaten – die Bäder-Betreiber sehen die Sicherheit von Besuchern grundsätzlich aber nicht in Gefahr. «Wir haben knapp 3.000 Freibad-Angebote in Deutschland, und in den allermeisten davon blieb es auch in dieser Saison sicher», sagte der Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Badewesen, Christian Mankel, der Deutschen Presse-Agentur. Die Betreiber der Bäder hätten mit ihren Beschäftigten «wahnsinnig viel» dafür getan.
In den Medien wurde beispielsweise das Freibad in Gelnhausen, Hessen, bekannt. Laut Polizei hatten mehrere Mädchen dem Personal gemeldet, dass sie im Becken von einer Gruppe Männer am ganzen Körper angefasst worden seien. Auch in anderen Bundesländern gab es Berichte von sexueller Belästigung, wie zum Beispiel in Augsburg. Es kam auch zu Gewaltdelikten, so wurde in Hannover laut Polizei ein Schwimmmeister angegriffen.
«Ein Spiegel der Gesellschaft»
«Unsere Bäder in der Republik sind ein Spiegel der Gesellschaft, der real existierende Probleme sichtbar macht, die nicht verharmlost und kleingeredet werden dürfen, aber auch nicht in Skandalisierung aufgebauscht werden sollten», sagte Mankel. Die Sicherheit zu gewährleisten, sei eine gemeinsame Aufgabe. Polizei und Betreiber müssten eng zusammenarbeiten und weitere Akteure wie Sozialarbeiter und kommunale Behörden einbinden.
Das sagt die Statistik
Im laufenden Jahr gibt es nur vereinzelt Statistiken zu gemeldeten Vorfällen. Bis Mitte August verzeichnete die Polizei der Millionenstadt Berlin in der diesjährigen Freibadsaison 141 Straftaten, was etwas mehr ist als im Vorjahreszeitraum. Der leichte Anstieg der Straftaten ist hauptsächlich auf eine Zunahme von Hausfriedensbrüchen zurückzuführen, sagte eine Polizeisprecherin.
Im Jahr 2024 gibt es ein unterschiedliches Bild: In Baden-Württemberg sank laut dem Sicherheitsbericht die Zahl der Straftaten in Freibädern im Vergleich zum Vorjahr um 17,7 Prozent auf 909 Fälle. Auch das Land Bremen verzeichnete einen Rückgang. In Brandenburg wurden der Polizei insgesamt 83 Gewaltdelikte gemeldet – hauptsächlich Körperverletzungen. Im Vorjahr waren es noch 65 Fälle.
Das wurde bereits getan
Der Geschäftsführer verwies auf Maßnahmen für mehr Sicherheit, die bereits getroffen wurden. «Mit wie vielen kleinen Stellschrauben, gerade im Eingangsbereich, lässt sich bereits große Wirkung für die reale und gefühlte Sicherheit der Badegäste erzielen», sagte er. Zudem helfen nach seinen Angaben beispielsweise personalisierte Online-Tickets und digitalisierte Ausweiskontrollen, damit potenzielle Täter nicht in Anonymität der Besuchermasse verschwinden könnten. Der Verband vertritt die Interessen Tausender Bäder in Deutschland.