Ein Spektakel versprachen sich alle vom ersten Super Bowl in Las Vegas. Die großen Erwartungen konnten Kansas City und San Francisco lange nicht erfüllen – am Ende wurde es dramatisch.
Chiefs verteidigen Super Bowl: 25:22 gegen 49ers

Die Kansas City Chiefs, angeführt von Quarterback Patrick Mahomes und Taylor-Swift-Freund Travis Kelce, haben erneut den Super Bowl gewonnen und als erstes NFL-Team seit 19 Jahren erfolgreich den Titel verteidigt. In einem hoch spannenden Spiel in Las Vegas gegen die San Francisco 49ers setzte sich die Football-Mannschaft in der zweiten Verlängerung mit 25:22 durch, was erst das zweite Mal in der Geschichte des Super Bowls vorkam. Ähnlich wie in den Siegen gegen die Philadelphia Eagles im letzten Jahr und vor vier Jahren ebenfalls gegen die 49ers, gelang es den Chiefs, einen Zehn-Punkte-Rückstand aufzuholen und ihre Qualität spät zu zeigen.
Für Mahomes, Kelce und Trainer Andy Reid, sowie ein paar andere Teamkollegen, war es der dritte Super-Bowl-Sieg innerhalb von fünf Jahren. Im Gegensatz dazu konnten die 49ers den sechsten Triumph nicht erreichen – diesen Rekord halten immer noch die New England Patriots und die Pittsburgh Steelers.
Mahomes‘ zweiter Touchdown zu Mecole Hardman war der entscheidende Treffer. Am Ende hatte Mahomes 333 Yards durch Pässe geworfen. Kelce hatte eine schwache erste Halbzeit, kam aber dennoch auf 93 Yards am Ende. Purdy beendete das Spiel mit 255 Yards durch Pässe. Der 49ers-Profi Juan Jennings erzielte sowohl einen Touchdown-Pass als auch einen selbst gefangenen Touchdown in der Glücksspielmetropole in der Wüste von Nevada.
Nachdem die Nationalhymne gespielt wurde und Pop-Superstar Swift zum ersten Mal auf den Videowänden im Stadion eingeblendet wurde, begannen die 49ers. Purdy zeigte in seinem ersten Super Bowl keinerlei Anzeichen von Nervosität und führte die Offensive fast über das gesamte Spielfeld – bis Runningback Christian McCaffrey den Ball aus der Hand gerissen wurde.
San Francisco zunächst stärker
So setzte es sich zunächst fort. Die 49ers wirkten wacher, aggressiver und stärker, erhielten jedoch viele unnötige Strafen für Festhalten oder Abseits. Von der deutlich größeren Super-Bowl-Erfahrung der Chiefs war nichts zu erkennen. Das Team um Mahomes und Kelce kam überhaupt nicht ins Spiel. 49ers-Kicker Jake Moody erzielte aus 55 Yards ein Field Goal für die 49ers und stellte damit einen Super-Bowl-Rekord auf – der später von Chiefs-Kicker Harrison Butker um zwei Yards übertroffen wurde.
Mahomes reagierte mit dem bis dato längsten Pass des Spiels und warf den Football 53 Yards zu Hardman. Neun Yards trennten die Titelverteidiger noch von der Endzone, aber dieses Mal konnte Isaiah Pacheco den Ball nicht fangen und die 49ers übernahmen die Kontrolle wieder. Kelce war in dieser Situation nicht auf dem Feld, stürmte danach wütend auf seinen Trainer Andy Reid zu und brachte ihn sogar aus dem Gleichgewicht.
McCaffrey korrigierte seinen frühen Fehler und erzielte den ersten Touchdown des Spiels – nach einem Trickspielzug, bei dem Purdy den Ball zuerst zu Jennings warf und dieser dann auf McCaffrey passte. Die akustisch überlegenen Fans der 49ers unter den rund 60 000 Zuschauern mit Stars und Promis wie LeBron James, Beyoncé, Paul McCartney, Leonardo DiCaprio, Justin Bieber oder Jay-Z und den mehr als 100 Millionen in den USA jubelten.
Taylor Swift ausgebuht
Swift wurde ebenfalls ausgebuht, als sie auf der Videoleinwand erschien. Die 34-Jährige leerte daraufhin den Getränkebecher, den sie in der Hand hielt, in einem Zug aus und knallte ihn auf den Tisch vor sich. Swift war rechtzeitig nach einem Konzert in Tokio am Samstagabend zum Super Bowl angereist.
Anfangs beobachtete sie das Team ihres Freundes Kelce ohne viel Ermutigung. Wie vor vier Jahren in Miami, als die Chiefs 31:20 gewannen, waren die 49ers zehn Punkte voraus. Durch das Field Goal von Chiefs-Kicker Butker vor der Halbzeitshow mit Usher blieb der Pausenrückstand der Chiefs jedoch begrenzt.
Nachdem Usher mit seinen Gästen Alicia Keys, H.E.R. sowie den Rapper Ludacris und Lil Jon fertig war und die Bühne abgebaut hatte, patzten die Chiefs erneut. Zunächst fiel ein kurzer Rückpass von Mahomes auf Pacheco auf den Boden, dann warf der hochdekorierte Star-Quarterback beim nächsten Spielzug in die Hände eines 49ers-Verteidigers – das war ihm in den Playoffs 218 Pässe lang nicht mehr passiert.
Dramatisches Ende
Im Spiel, das lange von Spannung und kaum von spektakulären Szenen geprägt war, vergingen bis fünf Minuten vor dem Ende des dritten Viertels, bevor Butker aus 57 Yards auf 6:10 verkürzte. Dann war es erneut ein Fehler der 49ers, der den Chiefs eine Chance gab – dieses Mal nutzten sie die Gelegenheit. Nach einem verlorenen Punt warf Mahomes den Ball aus 16 Yards in die Endzone zu Marquez Valdes-Scantling. Die Chiefs führten 13:10 und hatten plötzlich eine Serie von 13 Zählern in Folge.
Da Jennings sich kurz danach nicht zu Boden reißen ließ und nach dem Touchdown-Wurf auch einen Pass für sechs Punkte fing, gingen die 49ers zwar wieder in Führung, allerdings nur mit drei Zählern. Denn Moody verfehlte den Extra-Punkt. Butker glich mit einem weiteren Field Goal aus. Moody und Butker erzielten jeweils ein weiteres Field Goal. In der Verlängerung erzielten die 49ers nur ein Field Goal, aber die Chiefs erzielten durch Hardman einen Touchdown. Das war der Unterschied zwischen großer Freude und großer Enttäuschung.








