Féraud bedauert fehlende Entschuldigung bei Pressekonferenz und zeigt sich sehr betroffen von der Tragödie.
Crans-Montana: Gemeindepräsident bedauert fehlende Entschuldigung bei Brandkatastrophe

Der Bürgermeister von Crans-Montana bedauert, dass er sich nach der Brandkatastrophe mit 40 Toten in der Neujahrsnacht bei einer Pressekonferenz nicht bei den Opfern entschuldigt hat. Nicolas Féraud hatte fünf Tage nach der Tragödie ohne große Emotionen über fehlende Brandschutzkontrollen gesprochen und betont, dass die Gemeinde als Geschädigte am meisten betroffen sei. Dies hat Angehörige der Opfer verärgert.
«Ich bedauere, dass ich mich nicht im Namen der Gemeinde entschuldigt habe», sagte Féraud der Schweizer Nachrichtenagentur Keystone-SDA. «In einer für uns alle emotional sehr schwierigen Situation habe ich den Fehler gemacht, bei der Gestaltung des offiziellen Teils dieser Pressekonferenz Vorsicht walten zu lassen, anstatt mich zu entschuldigen und Emotionen zu zeigen.»
Der Brand bei der Silvesterparty in der Bar Le Constellation wurde von 80 Personen mit schweren Brandverletzungen überlebt, die in verschiedenen Krankenhäusern, auch in Deutschland, behandelt werden. Die Ursache war, dass funkensprühende Partyfontänen im Kellergeschoss der Bar schalldämmenden Schaumstoff an der Decke entzündeten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Brandstiftung. Die einzigen Beschuldigten sind bisher die Barbetreiber Jacques und Jessica Moretti, die gegen Kaution auf freiem Fuß sind.
Kein Rücktritt
Sollte er angeklagt werden, werde er seine Verantwortung übernehmen, sagte Féraud. Er sei bislang von der Justiz nicht befragt worden. Rücktrittsforderungen lehnt er ab: «Solange ich gewählt bin, werde ich das Schiff nicht mitten im Sturm verlassen.»
Der Gemeindepräsident zeigte sich sehr betroffen von der Tragödie. «Ich weine jeden Tag, weil ich all diese Menschen verloren habe, die vor allem so jung waren, und weil ich so viele Verletzte sehe, die noch immer leiden. Dieses Trauma wird mich mein ganzes Leben lang begleiten.»








